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Und plötzlich heißt es Meta – unser Jahresrückblick 2021

Und plötzlich heißt es Meta – unser Jahresrückblick 2021

OnlineMarketing.de Redaktion | 21.12.21

Die OnlineMarketing.de-Redaktion blickt auf ein bewegtes Jahr 2021 zurück: Von der Meta-Geburt über die Verschiebung der Cookiecalypse bis hin zu einem regelrechten Digital Bash-Marathon.

GAFA ist Geschichte. Mehr denn je haben Entwicklungen im Jahr 2021 dafür gesorgt, dass die Abkürzung für die Tech-Riesen Google, Apple, Facebook und Amazon nicht mehr als Standard für die Dominanz dieser Konzerne im Digitalraum herhalten kann. Und das, obwohl die großen Player – trotz scharfer Kritik, Regulierungsbestrebungen und diversen Pannen – das Web und den Mobile-Markt in großem Stil beherrschen. Doch während GAFA nicht nur das so wertvolle wie einflussreiche Microsoft, sondern auch die große Trend-Plattform TikTok außen vor lässt, müsste das F nun einem M weichen. Denn der Facebook-Konzern nennt sich inzwischen Meta.

Diese Umbenennung ist eines von vielen Updates und Neuerungen der ganz großen Unternehmen, die die Online-Marketing-Branche in diesem Jahr in Atem gehalten haben – und die die Zukunft des Digitalmarkts entscheidend prägen werden. Zu diesen Neuerungen zählen der Fokus auf das Metaverse, die Verschiebung des Support-Endes für Third Party Cookies bei Google Chrome und auch die Einführung von Apples App Tracking Transparency. Bei OnlineMarketing.de haben wir dich täglich mit den spannendsten News aus der Branche versorgt. Zusätzlich haben wir Content mit diversen Folgen des Digital Bash Podcast bereitgestellt. Und natürlich hat auch unsere Event-Reihe des Digital Bash sämtliche Entwicklungen aufgegriffen, um über 100.000 Teilnehmer:innen Tipps, Tricks und Know-how mit an die Hand zu geben. In unserem Jahresrückblick erfährst du, was uns und die Branche bewegt hat.

OnlineMarketing.de liefert über 2.000 Artikel und täglich frische News

Über das Jahr 2021 verteilt hat die Redaktion von OnlineMarketing.de insgesamt mehr als 2.000 Artikel veröffentlicht. Um dich stets informiert zu halten, haben wir darüber hinaus unseren Daily und Weekend Newsletter sowie den Karriere-Newsletter und das HR Update regelmäßig rausgeschickt.

Und auch auf Social Media kannst du uns folgen, um dauerhaft Insights aus der Branche zu erhalten. Dieses Jahr gab es über 350 Feed Posts auf Instagram, dazu zahlreiche Posts mit Insights und Umfragen auf Twitter und bei LinkedIn sowie auf Facebook. Von unseren Branchen-Highlights zum Wochenende bis zu brandaktuellen Updates aus der Welt des Online Marketing sind verschiedenste Inhalte für dich zu finden. Damit konnten wir dann auch tausende neue Follower auf verschiedenen Kanälen gewinnen.

Ein Thema, das uns redaktionell vor allem in unserem Karrieremagazin weiterhin beschäftigt, ist die anhaltende Coronapandemie. Artikel wie zu Googles etwaiger Entlassung ungeimpfter Mitarbeiter:innen oder zur Angst von Vorgesetzen vor dem Home Office erfreuten sich großer Beliebtheit.

Täglich frische News auf OnlineMarketing.de
Täglich frische News auf OnlineMarketing.de, Screenshot OnlineMarketing.de

Im Online-Marketing und Technologie-Bereich haben uns verschiedenste Themen bewegt: Von WhatsApps angekündigter Änderung der Datenschutzrichtlinie über Googles erstes Doppel-Core-Update – das SEOs mächtig auf Trab gehalten hat – bis hin zum großen Launch von Meta. Viele dieser Entwicklungen waren auch Thema bei unsere zahlreichen Digital Bash Events.

Unser Digital Bash-Marathon: Mehr als 80 Ausgaben mit über 100.000 Zuschauer:innen

Der Digital Bash liefert Know-how und Hands-on-Tipps von Expert:innen für die Branche, kompakt und anschaulich dargestellt an nur einem Vormittag. OnlineMarketing.de veranstaltete 2021 über 80 Ausgaben – darunter auch spezielle EXTREME Events wie eines mit Speakern von Google zum cookieless Advertising – und konnte mehr als 100.000 qualifizierte Teilnehmer:innen generieren.

Zahlreiche Unternehmen waren auf der digitalen Bühne vertreten, vom Head of Social Media der Tagesschau über den Head of SEO bei idealo bis zum Ads Privacy Lead Central Europe, EMEA Go To Market bei Google. Auch die OnlineMarketing.de-Redaktion hat in diesem Jahr bei den Ausgaben ihr Know-how eingebracht.

Im Schnitt wurde das Event mit 8,3/10 bewertet und wir werden 2022 versuchen, noch mehr Content, Insights und direkt umsetzbare Best Practices bereitzustellen. Auch dann begrüßen wir dich wieder wöchentlich mit tollen Speakern, frischen Inhalten und aktuellen Ansätzen für die Branche und dein Business.

Der Digital Bash Podcast liefert 50 neue Folgen und informiert mit dem Weekly

Einen Brückenschlag zwischen dem Digital Bash und den redaktionellen Inhalten der OnlineMarketing.de-Redaktion liefert der Digital Bash Podcast. Dort haben wir in diesem Jahr insgesamt 50 neue Folgen bereitgestellt. Davon entfallen 34 auf unser neues Format, das Weekly Update. In diesem informiert dich ein Redaktionsmitglied zum Ende der Woche regelmäßig in unter zehn Minuten über die wichtigsten Online Marketing News der vergangenen Tage.

Die weiteren Folgen sind ausführliche Gespräche zwischen den Mitgliedern der OnlineMarketing.de-Redaktion und Branchenexpert:innen wie Christoph Kull, VP & Managing Director of Central Europe bei Adobe, Lisa Dauvermann, Head of Commerce Platforms and Marketplaces bei Meta oder TikTok Star Chris Krömer.


Die großen Themen des Jahres


Und plötzlich heißt es Meta: Ehemals Facebooks bewegtes Jahr

Eine der grundlegenden Veränderungen des Jahres war die Umbenennung von Facebook in Meta. Das Unternehmen erklärte dazu:

Wir haben uns für Meta entschieden, da es ‚darüber‘ bedeuten kann und unseren Einsatz für die Entwicklung von sozialen Technologien beschreibt, die über dem liegen, was mit digitalen Netzwerken heute möglich ist. 

Der Konzern soll nun auch deshalb Meta heißen, um den starken Fokus auf eine neue Entwicklung widerzuspiegeln: Das Metaverse – für das auch Microsoft Pläne vorstellte – soll im Zentrum stehen. Laut Aussagen des Meta Teams könnte nach dem Sprung vom Desktop zu Mobile der Sprung von Mobile hin zum Metaverse die nächste große Revolution im Tech-Bereich darstellen. Tino Krause, Country Director DACH bei Meta, erklärt gegenüber OnlineMarketing.de:

Unsere Vision ist, dass das Metaversum der Nachfolger des mobilen Internet sein wird. Mit seinen vernetzten digitalen Räumen steckt es voller Möglichkeiten jenseits der physischen Welt – ein soziales Erlebnis. Uns geht es nicht darum, den realen Kontakt zwischen Menschen zu ersetzen, sondern diesen über weite Entfernungen deutlich zu verbessern, sei es privat oder beruflich. Dabei können und werden wir das Metaversum nicht alleine entwickeln. Unternehmen, Organisationen, Creator*innen und Entwickler*innen spielen bei dessen Aufbau eine zentrale Rolle; ebenso das kontinuierliche Experimentieren mit wegweisenden Technologien wie Augmented und Virtual Reality. Ein Konzept für die nächsten 10-15 Jahre, auf die ich mit Spannung und Vorfreude blicke.

Meta gab die Branding News Ende Oktober bekannt, zu einer Zeit, da der Konzern erheblich in der Kritik stand (diese Kritik hält bis heute an). Denn neben einem Ausfall der Meta-Plattformen, der Advertiser und User Anfang Oktober die Nerven und Meta Geld gekostet hatte, brachte vor allem das Aufkommen der sogenannten Facebook Files Meta in die Bredouille. Die Whistleblowerin Frances Haugen hatte dem Wall Street Journal diverse Insights zu Meta mitgeteilt, die in anklagende Artikel einflossen. Demnach sei Meta der Profit wichtiger als das Wohlergehen der User und die Sicherheit der der Digitalszene. Vor allem das dem Konzern vorgeworfene Ignorieren von Erkenntnissen dazu, dass Instagram toxisch für junge User sei, hatte für Aufsehen gesorgt. Inzwischen hat Head of Instagram Adam Mosseri nicht nur vor dem US-Kongress ausgesagt, sondern auch diverse neue Sicherheits-Features bei Instagram vorgestellt, vor allem auch für Teenager.

WhatsApp und die Datenschutzrichtlinie

Im Meta-Universum hatte sich allerdings schon zu Beginn des Jahres einiges getan. Im Januar kündigte WhatsApp eine Änderung der Datenschutzrichtlinie an, der User innerhalb einiger Wochen zustimmen sollten. Diese hätte dem Unternehmen in Nicht-EU-Ländern das Teilen von Daten mit Meta per default erlaubt. Daraufhin suchten viele User nach Alternativen wie Signal und Threema oder Telegram, die allesamt hohe Download-Zahlen verbuchen konnten.

Kurze Zeit später verschob WhatsApp zuerst die Deadline für das Akzeptieren der Richtlinie, ehe dieser Schritt für User dann fakultativ gemacht wurde. WhatsApp gab an, dass sich die Nutzbarkeit der App auch dann nicht verändern würde, wenn man den neuen Bedingungen nicht zustimmt – was zunächst erwartet und von vielen Usern gefürchtet worden war. Trotz allem bleibt WhatsApp mit über zwei Milliarden Usern die populärste Chat App überhaupt und liefert stetig neue Features, wie etwa verschwindende Videos und Fotos.

Der Link-Sticker ersetzt den Swipe-up

Neue Features gab es auch zahlreich bei der so wichtigen Social-Media-Plattform Instagram – die womöglich sogar schon über zwei Milliarden User zählt. Zu den wichtigsten Neuerungen 2021 gehört zweifelsohne die Einführung des Link Stickers. Denn dieser ersetzt den altbekannten Swipe-up in der App. Dabei ist der Link Sticker für alle verfügbar, die Hürde von 10.000 Followern oder einer Verifizierung für das Verlinken aus der Story heraus entfällt damit. Inzwischen lässt sich dieser Link Sticker sogar personalisieren.

Instagram bietet neue Link-Sticker-Funktionen, mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht, © Instagram
Instagram bietet neue Link-Sticker-Funktionen, mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht, © Instagram

Außerdem führte Instagram auch den „Du bist dran!“ Sticker ein. Dieser lädt zu mehr Interaktionen ein und erfreut sich bereits großer Beliebtheit. Instagram User haben die Möglichkeit, den Sticker in ihren Stories zu verwenden. Dazu wählen sie diesen aus und geben ein Motto vor. Sie können zum Beispiel nach dem vergangenen Urlaub, dem Home Office Set-up oder dem Lieblingspodcast fragen. User, die den Sticker in der Story sehen, können dort ihre Antwort in Foto- oder Videoform hochladen. Zudem können die teilnehmenden User sehen, wer außer ihnen teilgenommen hat und deren Einreichungen angucken. 

Apple verändert die Marketing-Welt mit App Tracking Transparency

Im Frühjahr 2021 veränderte Apple die digitale Marketing-Welt nachhaltig. Die bereits seit 2020 angekündigte und dann verschobene App Tracking Transparency (ATT) wurde im April ausgerollt und sorgte prompt für Wettbewerbsbeschwerden von deutschen Verbänden aus der Medien- und Werbebranche. Auch Meta hatte sich im Vorwege bereits heftig über die obligatorische Tracking-Abfrage der iOS User beschwert. Im Nachgang des Launches kam es zu schwerwiegenden Veränderungen in der Branche. Meta, aber auch andere Plattformen haben Umsatzverluste in Milliardenhöhe, bedingt durch die ATT, hinnehmen müssen. Auch das Mobile Marketing wurde durch diese Neuerung zunächst stark gehemmt.


In unserem Digital Bash Podcast spricht OnlineMarketing.de-Redakteur Niklas Lewanczik mit Ben Jeger, Director Central Europe bei AppsFlyer, über die (Privacy-First-)Zukunft des Mobile Marketing und diskutiert Fragen wie:

  • Wie wird das Tracking künftig vonstattengehen?
  • Wie können Advertiser User über die Verwendung ihrer Daten aufklären?
  • Und welche Umstände führen dazu, dass Nutzer:innnen ihre Daten gerne weitergeben?


Kritisiert wurde an Apples Update auch, dass das Unternehmen zum einen immens an dieser Datenschutzpolitik verdient. Zum anderen fragte das Unternehmen bei den eigenen Apps zunächst nicht nach der Tracking-Erlaubnis; das hat Apple inzwischen geändert und fragt nun auch nach der Erlaubnis der Nutzer:innen, um personalisierte Ads im iOS-Kosmos auszuspielen.

Im Sommer hatte auch Google angekündigt, das Tracking bei Android zumindest zu erschweren. Anders als bei Apple basiert diese Änderung aber auf einer Opt-out-Option.

Google verschiebt das Cookie-Ende und flutet die Suche mit Updates

Doch auch Google bewegte die Marketing- und insbesondere SEO-Welt 2021. So kam es 2021 zu einem Paukenschlag in der Online-Marketing-Welt: Google kündigte an, rund zwei Jahre länger als geplant den Support für Third Party Cookies bei Chrome zu bieten. Anfang 2020 hatte Google die Branche erschüttert, als angekündigt wurde, dass bald keine Third Party Cookies mehr in Googles marktführendem Browser unterstützt werden. Nun wird ab 2022 der Support nach und nach eingestellt.

Schon in diesem Jahr aber hat Google sämtliche Seiteninhaber:innen und SEOs auf Trab gehalten. Denn es war ein Jahr, in dem Google die Schlagzahl bei den Updates für die Suche erhöht hat. So gab es beispielsweise im Sommer erstmals ein Doppel-Core-Update im Juni und Juli. Zuvor war erstmals ein Product Reviews Update ausgerollt worden, außerdem gab es im Sommer ebenfalls ein großes Spam Update.

Ab November überschlugen sich die Updates dann beinahe. Zunächst startete das November 2021 Core Update, das auf ein weiteres Spam Update im November folgte. Beinahe parallel zur Beendigung des Core Updates startete der Roll-out des großen December 2021 Review Updates. Darüber hinaus gab es Anfang Dezember ein umfassendes Local Search Update – das Google allerdings erst mit Verspätung verkündete.

Im Juni 2021 begann Google außerdem damit, die Ranking-Signale für Core Web Vitals auszurollen. Damit wird Page Experience zu einem noch wichtigeren Moment bei Websites. Neben diesen zahlreichen Updates, neuen Designs wie etwa für die Top Stories oder die mobile Suche und beispielsweise auch dem 20-jährigen Geburtstag von Google Deutschland war die Weiterentwicklung der Suchmaschine ein stetiges Kernmoment für die Alphabet-Tochter. So führte Google auch die Technologie Multitask Unified Model (MUM) ein, und wird künftig multimodale Suchen ermöglichen, im Bereich Visual, Video und auch Lens. MUM könnte die Suche auch 2022 weiter revolutionieren.

TikTok übernimmt das Zepter im Social-Bereich

War Instagram als Nachfolgeerscheinung von Facebook lange Zeit die absolute Go-to-Plattform für viele Creator, Advertiser und Brands, so hat sich inzwischen ebenbürtige Konkurrenz etabliert. Die Kurzvideo-App TikTok hat nunmehr offiziell über eine Milliarde monatlich aktive Nutzer:innen, könnte schon 2022 auf 1,5 Milliarden kommen und ist gerade bei der Gen Z besonders beliebt. Die App von Mutterunternehmen ByteDance optimierte über das Jahr hinweg stetig die Werbe– und Monetarisierungsoptionen, trat als Kooperationsunternehmen bei der Fußball-EM 2020 in Erscheinung und sorgte mit diversen Trends für Aufsehen in der gesamten Medienbranche. Seit Kurzem gibt es sogar die Lieferkette TikTok Kitchen, die in der App viral gegangene Gerichte direkt an die Haustür liefert.

TikTok wurde zum Trendsetter der Apps, auf den viele Creator und Firmen sowie Advertiser nicht mehr verzichten können oder möchten. Und die App liefert nun auch für die Konkurrenz Vorbilder.

TikTok-Kopien Shorts und Reels nehmen Fahrt auf, Stories-Kopien geraten in Vergessenheit

Noch vor wenigen Jahren war das Kopieren des eigentlich von Snapchat entwickelten Story Features ein wichtiger Faktor für viele Social-Plattformen. Während die Stories bei Instagram und Facebook weiterhin zentral sind, konnten sie sich bei Instagram und Twitter jedoch keineswegs durchsetzen. Schon nach kurzer Zeit wurden dort in diesem die Story-Formate wieder eingestellt. Twitters Fleets war weniger als ein Jahr aktiv.

Zuletzt hat der enorme Erfolg von TikTok jedoch dazu geführt, dass eine Kopie der Kurzvideo-Features aus der App für verschiedene Player an Relevanz gewonnen hat. So hat beispielsweise YouTube, das seit 2021 kontroversereweise die Anzeige von Dislikes versteckt, das eigene Kurzvideoformat Shorts im Sommer weltweit gelauncht – und bereits über 100 Millionen US-Dollar für Creator in Aussicht gestellt. Auch Instagram hat eine TikTok-Kopie ins Leben gerufen, Reels. Diese dürfen seit Sommer 2021 60 Sekunden lang sein. Zudem sind ebenfalls seit dem Sommer Reels Ads global verfügbar.

Kurz vor Ende des Jahres zeigte selbst Twitter Interesse am Kurzvideoformat von TikTok. Ein Test zeigt die Verwandlung des Explore-Bereichs in ein TikTok-Pendant – samt scrollable Full-Screen-Videos und „For You“-Bereich.

Die Parallelen sind auch visuell deutlich zu erkennen, © Twitter/Tikok
Die Parallelen sind auch visuell deutlich zu erkennen, © Twitter/Tikok

Das kurze Hoch von Clubhouse

Zum Abgucken animierte vor allem in der ersten Jahreshälfte 2021 auch die Audio-only App Clubhouse. Um diese entwickelte sich in den ersten Monaten des Jahres ein großer Hype, weil sie mit ihren Audio Rooms ein neuartiges Content-Format anbietet und zunächst durch das (inzwischen nicht mehr geltende) Invite-only-Prinzip für Exklusivität sorgte. Während aber Clubhouse noch bis in den Mai so exklusiv war, dass es keine Android-Version gab und viele User daher gar nicht auf die Experience zugreifen konnten, wartete die Konkurrenz der etablierten Plattformen bereits mit Alternativen auf. Reddit testete das vergleichbare Feature Talk, Facebook launchte den Clubhouse-Klon Rooms, Twitter rollte das viel getestete und groß angelegte Feature Spaces aus und selbst Spotify führte ein ähnliches, Greenroom genanntes, Modell ein.

Ende 2021 ist der Hype um Audio Rooms wieder etwas abgeflacht – nicht zuletzt aufgrund der aufregenden Aussichten rund ums Metaverse. Trotzdem werden bei Clubhouse inzwischen mehrere hunderttausend Rooms pro Tag gehostet. Die App hat sich etabliert, ist aber nicht zum Next Big Thing avanciert, wie noch Anfang des Jahres manche:r gedacht haben könnte.

Im Mai 2021 kam dann endlich die Android-Version von Clubhouse
Im Mai 2021 kam dann endlich die Android-Version von Clubhouse, © Clubhouse

Erstmals Umsatzrückgang am Black Friday

Als die Rede schon nicht mehr von Clubhouse war, fokussierten sich viele Unternehmen und Social Media Manager auf die Cyber Week und insbesondere den Black Friday. Als einer der größten Shopping-Tage überhaupt wurde auch in diesem Jahr erwartet, dass der Black Friday sämtliche Rekorde brechen könnte. Immerhin hatten Unternehmen wie Amazon trotz Coronapandemie und Lieferkettenproblemen enorme Umsätze verbuchen können. In Q3 2021 verzeichnete Amazon über 110 Milliarden US-Dollar Quartalsumsatz. Und obwohl die Zahlen zu den ersten Verkaufsstunden am Black Friday in Deutschland auf neue Rekorde hindeuteten, gab es letztlich erstmals einen Umsatzrückgang an diesem speziellen Aktionstag. Grund dafür war unter anderem, dass viele Shopper ihre Weihnachtsgeschenke deutlich früher kauften, um Lieferprobleme zu umgehen. Die Prognose von Nadine Wolanke, Senior Vice President Retail Sales and Consumer Products bei Salesforce, hat sich demnach als treffend herausgestellt:

Viele Kund:innen werden sich dieses Jahr sicher früher um Weihnachtsgeschenke kümmern: Salesforce schätzt in seinen Holiday Predictions 2021, dass die Shopping-Saison aufgrund der Lieferengpässe früher anfängt, und erwartet bereits zur Cyber Week ein weltweites Umsatzplus von durchschnittlich drei Prozent. 

Ein weiterer Grund für den Umsatzrückgang könnte ein verändertes Konsumbewusstsein der User sein. Nachhaltigkeit ist ein Trend und auch Greenpeace hatte via Twitter vor dem Black Friday dazu aufgerufen, auf Alternativen zum Neukauf auszuweichen:

Das ist auch neu: TTDSG; EU-Umsatzsteuerpflicht, Aussicht auf Digital Markets Act

Neben zahlreichen Neuerungen bei großen Tech-Unternehmen gab es 2021 auch einige Veränderungen im digitalrechtlichen Bereich. So trat beispielsweise am 1. Juli 2021 das E-Commerce-Steuerpaket mit einer neuen Umsatzsteuer-Lieferschwelle in Kraft. Dieses Paket soll den E-Commerce und europäischen Handel insbesondere stärken, stellt Händler:innen aber auch vor Herausforderungen wie den Wegfall der Steuerbefreiung von Kleinbetragssendungen.

Am 1. Dezember wiederum trat das Gesetz zur Regelung des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre in der Telekommunikation und bei Telemedien (TTDSG) in Kraft. Es regelt vor allem die Consent-Bestimmungen beim Einsatz von Third Party Cookies und Targeting-Maßnahmen. Vielfach kritisiert, vor allem weil es Tracking- und Targeting-Probleme hervorrufen könnte, soll das Gesetz langfristig eine Anpassung an geltendes EU-Recht und die innereuropäischen Datenschutzbestrebungen ermöglichen.

In Europa gewinnt unterdessen auch der Ansatz an Gewicht, die ganz großen Tech-Konzerne stärker zu regulieren. Daher verständigten sich die EU-Mitgliedstaaten zuletzt auf einen Gesetzestext zum sogenannten Digital Markets Act, der eine Regulierung von Google, Apple, Microsoft und Co. anstrebt. Das Gesetz über digitale Dienste beinhaltet Gebote und Verbote. So heißt es dazu:

Das Gesetz über digitale Märkte soll das Wettbewerbsrecht ergänzen. Danach soll die EU-Kommission zentrale Online-Plattformen wie zum Beispiel Suchmaschinen, soziale Netzwerke oder Online-Vermittlungsdienste als Torwächter (Gatekeeper) einstufen können. Für diese sollen künftig strengere Regeln gelten: So sollen sie zum Beispiel im Ranking nicht mehr eigene Angebote bevorzugen dürfen.

Laut den jüngsten Beschlüssen der Mitgliedstaaten wird sogar eine Interoperabilität von Social-Media- und Messaging-Diensten beispielsweise von WhatsApp, Facebook, Twitter und Co. gefordert. Das würde bedeuten, dass User künftig Nachrichten bei WhatsApp, Signal, Threema und Co. untereinander austauschen könnten. Auch die Kombination von Social-Media-Inhalten wie Posts von Twitter und Instagram – mit den zuletzt gelaunchten Preview Cards sind vonseiten Instagrams Kooperations-Posts mit Twitter wieder möglich – oder Facebook ist im Bereich des Möglichen. Auch sogenannten „Killer-Übernahmen“ – wie etwa der Zukauf von Instagram und WhatsApp durch Meta – möchte die EU mit dem Digital Markets Act prüfen und gegebenenfalls unterbinden.

Jeff Bezos geht, Jack Dorsey auch

Im Bereich der Personalentwicklung bei den großen Marketing- und Tech-Unternehmen gab es wie jedes Jahr viel Bewegung. Zu den größten Überraschungen dabei dürften die Rücktritte von Jack Dorsey von seiner Rolle als Twitter CEO und von Jeff Bezos als CEO von Amazon gehört haben. Auf Dorsey folgt Parag Agrawal als neuer Twitter-Chef, bei Amazon ist inzwischen Andy Jassy, der zuvor für den Bereich AWS tätig gewesen war, als CEO tätig.

Doch auch bei TikTok und dem Mutterunternehmen ByteDance gab es Personalwechsel. TikTok benannte Shouzi Chew als neuen CEO, Vanessa Pappas übernahm die Rolle des COO. Bei ByteDance wird Mitgründer Zhang Yiming Ende 2021 eine neue Rolle einnehmen und den CEO-Posten verlassen. Dieser wird dann vom HR Head und Mitgründer Liang Rubo besetzt.

Während hier überwiegend Männernamen gefallen sind, hat bei HubSpot Yamini Rangan den CEO-Posten von Brian Halligans übernommen. Spannend im Personalumfeld dürfte auch die Einstellung von Henry Moniz bei Meta sein – denn er bekleidet dort als erster die Rolle des Chief Compliance Officers (CCO).

Ein spannendes neues Jahr liegt vor uns

2021 hat mannigfaltige Neuigkeiten für die gesamte Online-Marketing-Szene, für den Digital Bash und auch für OnlineMarketing.de mit sich gebracht. Und schon in einigen Tagen startet ein neues Jahr, auf das wir gespannt blicken. Vom Metaverse über neue Datenschutzbestimmungen bis hin zum gefürchteten Ende der Third Party Cookies bei Chrome hält das Jahr viele spannende – und sicher zahlreiche unerwartete – Entwicklungen bereit. Vielleicht kann sich eine neue Social-Plattform oder App etablieren, vielleicht kommt es zu einer starken Regulierung von Tech-Konzernen.

Auf jeden Fall wird das enorme Wachstum verschiedener Digitalbereiche anhalten und neue Perspektiven und Potentiale aktivieren. Wie die gesamte Branche darauf reagiert und wie das Digital Marketing 2022 aussieht, kannst du wie gewohnt bei OnlineMarketing.de nachlesen und beim Digital Bash und im Digital Bash Podcast nachvollziehen. Wir hoffen, dich weiterhin begleiten zu dürfen und wünschen dir schöne Feiertage, einen guten Jahreswechsel und einen tollen Start ins neue Jahr. Für die hoffentlich freie Zeit bis Neujahr haben wir genügend Content für dich bereitgestellt, damit du immer up to date bleibst.

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