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iOS 15: Apple fragt jetzt auch selbst um Erlaubnis für personalisierte Ads
© Laurenz Heymann - Unsplash

iOS 15: Apple fragt jetzt auch selbst um Erlaubnis für personalisierte Ads

Niklas Lewanczik | 03.09.21

Nun müssen nicht nur Entwickler:innen User um Targeting-Erlaubnis bei iOS fragen, auch Apple setzt eine Anfrage für die eigenen Ads ein. Die sieht allerdings anders aus.

Als Apple im Frühjahr 2021 mit iOS 14.5 das IDFA Update und die App Tracking Transparency einführte, sorgte das in der Marketing-Welt für Furore. Einerseits, weil diverse Marktteilnehmer:innen starke Umsatzeinbrüche befürchteten, sobald die User vor einem Tracking einen obligatorischen Opt-in vollziehen müssen. Facebook warnte medienwirksam vor den Folgen und tatsächlich war die Prozentzahl der Nutzer:innen, die den Opt-in wählten, zunächst gering. Andererseits gab es Beschwerden, weil Apple selbst für das eigene Targeting und Daten-Tracking keine vergleichbare Abfrage bei den Usern integrierte. So hatten diverse Verbände der deutschen Werbe- und Medienbranche beim Bundeskartellamt Beschwerde wegen unlauteren Wettbewerbs eingereicht.

Nun reagiert Apple mit einer grundlegenden Änderung hinsichtlich der eigenen Werbung. Mit der Einführung von iOS 15 wird das Unternehmen ebenfalls eine Erlaubnis der User erbitten, um Targeting zu betreiben. Das Pop-up von Apple unterscheidet sich jedoch von denen der Entwickler:innen.

iOS 15: Apple stellt sich auf ein Level mit den Entwickler:innen – zumindest beinahe

Bis dato sind personalisierte Ads von Apple bei iOS per Default eingeschaltet. Künftig aber wird das Unternehmen Nutzer:innen aktiv per Pop-up fragen, ob sie diese personalisierten Ads sehen möchten. Das berichten 9to5Mac und The Verge. Wer die aktuelle iOS 15-Betaversion nutzt, sollte das Pop-up im App Store sehen können. Darin erklärt Apple, dass durch das Einschalten der Einstellung relevantere Werbung angezeigt werden kann. Dazu nutzt das Unternehmen dann Daten wie solche zu Einkäufen, Account-Informationen, gelesenen Stories und dergleichen mehr. Dabei wird aber betont, dass Apple über das Gerät generierte Identifier nutzt und Werbeinformationen nicht mit der Advertising ID verknüpft.

Apples Pop-up zu personalisierter Werbung bei iOS
Apples Pop-up zu personalisierter Werbung bei iOS (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Apple

User können dann direkt entscheiden, ob sie die personalisierten Ads ein- oder ausschalten möchten. In dem Wording liegt aber ein großer Unterschied zu den obligatorischen Pop-ups der Entwickler:innen bei iOS begründet. Denn während Apple auf die Vorteile von „personalisierten Ads“ hinweist, müssen die App-Entwickler:innen im Rahmen der App Tracking Transparency konkret fragen, ob User ein „Tracking der Aktivitäten“ erlauben.

Pop-up zur App Tracking Transparency bei iOS
Pop-up zur App Tracking Transparency bei iOS, © Apple

So verweist Apple ebenfalls auf die Privatsphäre- und Datenschutzoptionen für iOS User, allerdings weit weniger deutlich als von den App-Betreiber:innen gefordert. The Verge-Reporter Alex Heath weist ebenfalls auf diesen Unterschied hin:

Apples Targeting ist nicht mit dem der Entwickler:innen gleichzusetzen

Da iOS und der App Store jedoch Apples eigenen Unternehmenskosmos darstellen, handelt es sich beim Targeting des Unternehmens um eine quasi geschlossene First-Party-Strategie. Und die ist nicht auf dem gleichen Level wie die Third-Party-Datengenerierung von Apps Dritter im App Store. Somit hat Apple eine Legitimation für diese etwas andere Darstellung der Tracking-Abfrage.

Ohnehin macht das Unternehmen die Regeln für den eigenen App Store selbst. Auch deshalb werden häufig Beschwerden gegen das Unternehmen eingereicht, die auf einen unlauteren Wettbewerb hindeuten. Die Ankündigung des Pop-ups zur Frage zu den personalisierten Ads ist ein kleines Bekenntnis Apples zu zumindest ähnlichen Rechten und Pflichten verschiedener Player eines Ökosystems. Wenn ein Unternehmen dieses aber führt, hat es wohl oder übel auch die Möglichkeit, unikale Privilegien wahrzunehmen. Und ob diese von anderer Seite – wie Aufsichtsbehörden oder der Politik – beschnitten werden können, muss sich erst noch beweisen.

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