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Mobile Marketing
Google erschwert Android App Tracking – Update unterscheidet sich von Apple
© Denny Müller - Unsplash

Google erschwert Android App Tracking – Update unterscheidet sich von Apple

Niklas Lewanczik | 04.06.21

Später dieses Jahr wird Google Advertisern den Zugriff auf die Werbe-ID für Android Apps komplett entziehen, wenn User sich für einen Opt-out entschieden haben.

User, die ein Opt-out für personalisierte Werbung bei Google Play-Diensten auswählen, sollen von Android Apps künftig nicht mehr im gleichen Maße wie bisher getrackt werden können. Denn Google wird den Zugriff auf die entsprechende Werbe-ID im Falle des Opt-outs verwehren. Davon berichten die Financial Times und The Verge. Im Vergleichen mit Apples App Tracking Transparency Update in iOS 14.5 zeigt Googles neue Vorgabe Parallelen, aber auch einen deutlichen Unterschied. Dabei wird klar, dass Googles Ankündigung zum erschwerten App Tracking eine weitere große Veränderung für die Branche bedeutet.

Googles Werbe-ID: Bisher auch bei Opt-out noch für Analytics und Co. verfügbar

Im Verlauf des Jahres wird Google statt der Werbe-ID Advertisern nur eine Reihe von Nullen anzeigen, wenn die User den Opt-out für personalisierte Werbung gewählt haben. Das hatte Google in einer E-Mail an Play-Store-Entwickler:innen bekanntgegeben. Bisher führt dieser Opt-out zwar dazu, dass die User keine personalisierten Ads mehr erhalten. Sie wurden beim Öffnen von Android Apps dennoch mit der ID identifiziert und entsprechende Daten konnten von Entwickler:innen für Non-Advertising-Bereiche wie Analytics oder die Attribution verwendet werden. Das berichtet Ad Exchanger.

Nun möchte Google im Juli eine Alternative für die Werbe-ID bereitstellen, die für Zwecke wie Analytics oder Fraud Detection eingesetzt werden kann. Die Werbe-ID bleibt dabei bestehen, und Tracking ist bei Usern, die sich nicht aktiv für den Opt-out entscheiden, weiterhin möglich. Insofern unterscheidet sich Googles Variante zum datenschutzkonformeren Tracking auch deutlich von Apples. Dort müssen User aktiv per Opt-in dem Tracking durch Apps zustimmen. Das hatte kurz nach dem Start der App Tracking Transparency bereits zu geringen Opt-in-Raten geführt.

Mehr Datenschutz im Android-Kosmos: Erschwertes App Tracking ergänzt Safety Section bei Google Play

Erst im Mai hatte Google bekanntgegeben, bei Google Play eine neue Safety Section einzuführen. Diese soll Usern helfen zu verstehen, welche Daten Apps dort sammeln und speichern und auf welche Weise diese Daten geschützt werden. Dabei wird dann etwa angezeigt, ob eine App Verschlüsselung oder ob sie das Löschen von Daten nach dem Uninstall anbietet. Außerdem wird Google die Entwickler:innen auffordern transparent zu machen, welche Datentypen sie genau sammeln und wie diese im Detail verarbeitet werden.

Das Update wird aber erst in Q3 2021 eingeführt. Und erst ab dem ersten Quartal 2022 werden User diese Informationen sehen. Q2 2022 stellt schließlich die Deadline für alle App-Entwickler:innen dar, um die geforderten Angaben anzuzeigen. Neue Apps und App Updates müssen dann diese Informationen für Nutzer:innen anbieten.

Timeline für Googles Safety Section Update im Play Store.
Timeline für Googles Safety Section Update im Play Store, © Google

Im Frühjahr 2021 hatte Google ebenfalls angegeben, den Zugriff für Apps auf die Übersicht, welche Apps einzelne User installiert haben, deutlich einzuschränken, wie XDA Developers berichtete.

Parallel zu diesen Entwicklungen kommt nun also die Einschränkung der App-Tracking-Optionen. Laut Jon Porter von The Verge wird dieses Update graduell ausgerollt. So werden App-Entwickler:innen (und User) im Kontext von Android 12 womöglich erst im vierten Quartal 2021 die Veränderung wahrnehmen. Anfang kommenden Jahres soll die Einschränkung dann bei allen Geräte und Entwickler:innen Einzug halten. Die Google Play Services könnten Apps, die Zugriff auf die Werbe-ID von Usern haben, die sich später für einen Opt-out entscheiden, informieren, sodass diese die entsprechenden Daten nachträglich löschen können.

Das Ausmaß des Updates ist noch nicht absehbar

Ähnlich wie im Vorwege des Updates zur App Tracking Transparency bei Apple kann die Branche auch bei diesem Update für Android noch nicht absehen, wie sehr es den Mobile-Werbemarkt beeinträchtigen wird. Dabei ist aber von einem zunächst geringeren Effekt auszugehen. Immerhin setzt Google hier auf einen aktiven Opt-out, der für gewöhnlich eine gewisse Hürde für manche User darstellt. Nichtsdestotrotz ist diese Entwicklung hin zu mehr Datenschutz im Android-App-Ökosystem für Entwickler:innen und Mobile Marketer ein Alarmsignal. Auch hier gilt es, Transparenz zu schaffen und User frühzeitig darüber zu informieren, wofür die Apps den Datenzugriff benötigen. Dabei können die Entwickler:innen etwa auch anführen, dass eine starke kostenfreie App Experience mitunter nur durch eine Werbefinanzierung möglich ist.

Wenn User sich allerdings dennoch von personalisierten Ads bei Android befreien möchten, können sie ihre ID zurücksetzen oder personalisierte Werbung in Google Play Apps deaktivieren. Dazu müssen sie unter >Geräteeinstellungen auf >Google oder >Google-Einstellungen und dann unter >Dienste die Option >Anzeigen anwählen. Dort können Android User auch ihre eigene Werbe-ID einsehen. Über einen Schieberegler in diesen Einstellungen lässt sich dann die personalisierte Werbung deaktivieren. Beim Leeren des Caches wird die Einstellung zum Deaktivieren allerdings rückgängig gemacht.

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