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Facebook wehrt sich gegen Vorwürfe: Instagram sei nicht toxisch für Teens

Facebook wehrt sich gegen Vorwürfe: Instagram sei nicht toxisch für Teens

Nadine von Piechowski | 27.09.21

Nachdem das Wall Street Journal in den sogenannten Facebook Files veröffentlichte, dass Instagram selbst um die toxische Wirkung der App auf Teenager weiß, wehrt sich der Konzern nun.

Es ist gute zwei Wochen her, dass das Wall Street Journal (WSJ) einen Bericht veröffentlichte, in dem die verheerenden Auswirkungen von Instagram auf das Körperbild junger Mädchen dargestellt wurden. Besonders prekär: Der Artikel beruhte auf einer internen Untersuchung, die Mutterkonzern Facebook selbst durchführen ließ. In dem WSJ-Bericht der zu den sogenannten Facebook Files – einer Reihe von Artikel zu geleakten Dokumenten des Social-Konzerns –, wird daraus geschlussfolgert, dass das Unternehmen sich den toxischen Auswirkungen auf weibliche Teenager bewusst ist.




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Jetzt weist Facebooks Vice President und Head of Research Pratiti Raychoudhury die Vorwürfe zurück. Raychoudhury schreibt in einem Blogpost im Facebook Newsroom:

It is simply not accurate that this research demonstrates Instagram is “toxic” for teen girls. […]  In fact, in 11 of 12 areas on the slide referenced by the Journal — including serious areas like loneliness, anxiety, sadness and eating issues – more teenage girls who said they struggled with that issue also said that Instagram made those difficult times better rather than worse. Body image was the only area where teen girls who reported struggling with the issue said Instagram made it worse as compared to the other 11 areas.

Sie relativiert hiermit die in der geleakten Grafik sichtbaren negativen Auswirkungen, die Instagram auf Teenager-Mädchen hat. Der Statistik zufolge sagen circa 32,4 Prozent, der befragten Teilnehmerinnen im jugendlichen Alter, dass die Nutzung der Social App ihr Körperbild negativ beeinflusst hätte.

Grafik zur internen Studie von Facebook zu den Auswirkungen von Instagram auf Teenager, © Facebook
Grafik zur internen Studie von Facebook zu den Auswirkungen von Instagram auf Teenager, © Facebook

Weiter kritisiert Raychoudhury, dass die Studie nur für interne Zwecke gedacht gewesen sei. Die Anzahl der Teilnehmer:innen sei viel zu klein, um eine tatsächliche Auswirkung auf die User nachweisen zu können. Mit gerade mal 40 Befragten sei die Studie nicht repräsentativ.

Instagram ist nicht toxisch“: Erklärungsversuche vor der Senatsanhörung

Die Erklärungsversuche Facebooks zur mutmaßlich wissentlichen toxischen Auswirkung Instagrams auf Teenager kommen nur einige Tage bevor Antigone Davis, Head of Global Safety bei Facebook, vor dem US-amerikanischen Senate Commerce Subcommittee Rede und Antwort stehen muss. Das Thema: Der Social-Konzern plant eine Kinderversion von Instagram.


Das rief hauptsächlich Kritiker:innen auf den Plan. Über 40 Bundesstaaten unterzeichneten einen offenen Brief an Mark Zuckerberg. In diesem baten sie darum, Instagram for Kids einzustellen. Die Plattform sei gefährlich für das Selbstbild der Minderjährigen. Und die geleakte Studie zeigt, das sich auch der Social-Konzern womöglich diesem Umstand bewusst ist. Trotzdem betonen alle Beteiligten bei Facebook, dass die Kinderversion der App auch Vorteile mit sich bringen würde – mehr Sicherheit vor Cyber Grooming zum Beispiel.

Ob die Facebook Files die Entscheidung und Anhörung von Davis beeinflussen oder nicht, ist unklar. Klar ist allerdings, dass sich der Facebook-Konzern durch das Anvisieren einer jüngeren Zielgruppe weltweit in die Schusslinie vieler Kritiker:innen gebracht hat.  

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