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Clubhouse: Wie viel Potential hat die Hype App mit Exklusiv-Charakter?
© Clubhouse, Screenshot App Store

Clubhouse: Wie viel Potential hat die Hype App mit Exklusiv-Charakter?

Aniko Milz | 18.01.21

Clubhouse landete über das Wochenende in den Download Charts des App Stores. Wir erklären, was es mit der App auf sich hat und wie groß ihr Erfolgspotential ist.

Am vergangenen Wochenende launchte die Social App Clubhouse in Deutschland und sorgte für einigen Trubel. Clubhouse zeigt dabei einige interessante Mechanismen auf, die der App zu großem Erfolg verhelfen können. Zum einen verspricht die App interessante Unterhaltung, an der man aktiv teilnehmen oder auch nur passiv zuhören kann. Zum anderen sind die Teilnehmer:innen derzeit noch eine sehr exklusive Gruppe, denn nicht alle können sich einfach anmelden.

Podcasts im Fernsehprogramm mit Mitmach-Charakter

Seit März 2020 gibt es Clubhouse in den USA. Die App funktioniert über Audio only und bietet die Möglichkeit, Gesprächen anderer Nutzer:innen wie bei einem Podcast live zuzuhören und selbst Kommentare beizusteuern. Dabei gibt es keine Bildübertragung und keine Likes, sondern lediglich Räume, denen man beitritt oder die man verlässt. Diese werden einem vorgeschlagen, doch man kann die Räume auch nach ihren Themen suchen.

Screenshot Clubhouse, © Meedia

Tritt man einem Raum bei, kann man dort dem live laufenden Gespräch zuhören. Währenddessen werden einem die Speaker angezeigt sowie alle anderen Teilnehmer:innen. Diese können sich auch an dem Gespräch beteiligen, indem sie sich über das Hand-Symbol „melden“. Ähnlich einem Fernsehprogramm können User von Clubhouse zwischen verschiedenen Sendern hin- und herschalten und die nächsten interessanten Programmpunkte ausfindig machen.

Die Vorteile der App: Exklusivität und prominente Mitglieder

Screenshot eBay-Kleinanzeigen

Der User-Zirkel ist derzeit sehr exklusiv. Nicht nur können ausschließlich Apple User die App herunterladen, zusätzlich brauchen alle, die die App nutzen möchten, die Einladung eines anderen Users. Schon werden die Invites auf eBay-Kleinanzeigen und in Telegram-Gruppen gehandelt, so berichtet das Handelsblatt. Der exklusive Charakter macht den Clubhouse-Beitritt für viele interessanter. Doch als Magnet ziehen besonders die prominenten Speaker in den Räumen. So diskutierten bereits Caro Daur, Joko Winterscheidt, Christian Lindner, Frank Thelen, Mario Götze und viele weitere in den Clubhouse-Räumen.

Kritikpunkte: Was wird bei dem Clubhouse Hype übersehen?

In den USA feierte die App schon einige Erfolge. Grund dafür dürfte zum einen sein, dass User dazu angehalten werden, die Diskussionen auf anderen Netzwerken zu kommentieren. Dadurch steigt die Reichweite, viele lesen von der App und schließlich spielt FOMO (Fear of Missing Out) eine ganz entscheidende Rollen, wenn mehrere Freund:innen Mitglied einer App sind und man selbst noch nicht. Doch Clubhouse musste auch schon viel Kritik wegstecken. Das fängt damit an, dass die App für Gehörlose nicht geeignet ist. Auch der Umgang mit User-Daten ist noch nicht geklärt. Um jemanden einzuladen, müssen User ihre komplette Kontaktliste hochladen. Ein Umstand, den einige der Eingeladenen nicht unterstützen können. So machen bereits einige ihrem Unmut auf Twitter Luft:


Außerdem werden die Gespräche nicht moderiert. Nichts wird archiviert, was es Usern erlaubt, alles zu sagen, was sie möchten – ohne Konsequenzen. Die Journalistin Taylor Lorenz sammelte in einem Twitter-Thread viele Beispiele für eine fehlende Moderation.


Clubhouse: Launch im richtigen Moment

Derzeit hat Clubhouse den richtigen Moment erwischt, um erfolgreich zu sein. Viele Nutzer:innen verbringen den Großteil ihrer Zeit zu Hause und suchen nach einer neuen Beschäftigung. Fraglich bleibt jedoch, wie lange sich das Modell halten kann. Schließlich arbeitet Twitter derzeit an einem ähnlichen Feature: Audio Space ist ähnlich wie Clubhouse ein Chat Room Feature, das jedoch direkt in Twitter integriert ist. Damit hat sich Twitter schon eine deutlich größere potentielle User-Gruppe gesichert. Es bleibt abzuwarten, wie sehr Clubhouse sich langfristig durchsetzen kann.




Zu den Kommentaren
Henning am 19.01.2021 um 08:13 Uhr

„Das fängt damit an, dass die App für Gehörlose nicht geeignet ist….“

Korrekt. Aber auch: Endlich eine funktionale Social Media Plattform für blinde Menschen, die derzeit eine neue Dimension von Isolation erleben?

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