Marketing Strategie

Der große Marketing Cloud Check: Was kann Mapp?

Unsere Artikelserie betrachtet die Marketing Cloud Landschaft im Detail und schafft so einen Überblick. Für wen eignet sich Mapp?

Rolf Anweiler, Senior Vice President Mapp

Eines der ganz großen Themen der Branche ist die Marketing Cloud. Jeder kann mit diesem Begriff etwas anfangen, doch niemand ist in der Lage konkret zu sagen, welcher Anbieter was genau leistet. Es gestaltet sich als äußerst schwierig, in diesem undurchsichtigen und sehr technischen Markt den Durchblick zu behalten. Vor allem wenn man bedenkt, dass die einzelnen Komponenten der Clouds regelmäßig weiterentwickelt werden.

Wir möchten daher mit einer Artikelserie Licht ins Dunkle bringen und die Landschaft der Marketing Clouds beleuchten. Dabei soll deutlich werden, wie sich die großen Player positionieren und wem mit welcher Cloud am besten geholfen ist. In unserer Übersicht stellen wir die Anbieter nacheinander vor. Dafür haben wir die Experten der Marketing Clouds einzeln interviewt und die Fragen gestellt, die für die Wahl der passenden Technologie ausschlaggebend sind. Heute im Gespräch: Mapp. Das Unternehmen entstand aus der Teradata Marketing Cloud, deren Teilbereiche nach dem Verkauf an einen Investor Mitte 2016 ausgegliedert wurden. Seitdem fungiert Aprimo mit dem Schwerpunkt Marketing Ressource Management unter dem ursprünglichen Markennamen, während sich Mapp auf das Digitale Marketing konzentriert und das Know-how der vorherigen Akquisitionen in diesem Bereich von Teradata bündelt.

Interview mit Rolf Anweiler, Senior Vice President Mapp

OnlineMarketing.de: Aus welchen einzelnen Komponenten setzt sich die Marketing Cloud zusammen?

rolf-anweiler-mappDie Mapp Customer Engagement Plattform ist zu 100% für digitales Marketing konzipiert. Sie gliedert sich in drei Bereiche: Orchestrierung, Umsetzung und das Ecosystem. Im Bereich Orchestrierung sitzt das ‚Gehirn‘ der Plattform, d.h. die gesamte Intelligenz und Funktionalität rund um Kampagnenmanagement, Marketing-Automation, Content-Management, Analytics und Data Management (DMP). Schaltzentrale ist das ‚Automation Whiteboard‘, auf dem der Kampagnen-Manager per Drag&Drop sämtliche Kampagnen-Schritte, Datenquellen und Kanäle im wahrsten Sinne des Wortes ‚orchestrieren‘ kann. Der Bereich Umsetzung steht für die Auslieferung der Kampagnen über Email, Mobile, SMS, Social und Web. Das Ecosystem sorgt für die flexible Anbindung weiterer digitaler Kanäle wie Display, Search oder Facebook Ads und anderer, für das Marketing entscheidender Systeme, z.B. CRM oder Ecommerce.

Welche Teildisziplinen des Marketings lassen sich auf der Plattform orchestrieren?

Manche Anbieter beantworten diese Frage pauschal mit „alle“. Das ist uns zu allgemein, denn für Marketing-Anwender ist neben der Frage, welche Kanäle integriert sind, vor allem entscheidend, welche Aufgaben ihres Jobs konkret vereinfacht werden. Denn, wie gut die unterschiedlichen Kanäle integriert sind, ist einer der wesentlichen Unterschiede der Marketing-Clouds. Die Mapp Plattform bietet in diesem Punkt zwei entscheidende Mehrwerte:

1.) Alle Arbeitsschritte der ‚owned‘ Media Kanäle, sprich Email, Mobile, SMS und Social werden von A bis Z in der Software durchgeführt, d.h. vom Management des Contents über Automation und Selektion bis hin zur Analyse.

2.) Über die Data Management Plattform werden all die unterschiedlichen Datentöpfe aus verschiedenen Systemen und Kanälen zusammengeführt, z.B. ‚paid Media‘ wie Display, Search, Social-Ads, aber auch Email und Mobile oder Webanalytics- und Ecommerce-Daten. Dadurch können die Marketing-Anwender alle Werbebotschaften zentral koordinieren und sicherstellen, dass sie für Bestands- oder Neukunden relevant sind, zum richtigen Zeitpunkt kommen und in dem Format sind, das die höchste Conversion verspricht.

Das Automation Whiteboard von Mapp

Das Automation Whiteboard von Mapp

Was kann eure Cloud, was andere Anbieter nicht leisten?

Das Prunkstück unserer Plattform ist mit Sicherheit das Email-Marketing. Das entwicklen wir seit 17 Jahren konsequent weiter und wir gehören weltweit zu den führenden Anbietern. Alleine am Black Friday diesen Jahres wurden knapp 300 Millionen Emails über unsere Plattform versendet. Es gibt nicht viele Marktteilnehmer, die ein derartiges Volumen an einem einzigen Tag sicherstellen können. Der zweite wesentliche Vorteil ist die Einfachheit unseres Produktes. Im Gegensatz zu anderen Marketing-Clouds ist unsere Vision nicht ‚irgendwie alles zu machen‘, sondern das weltweit beste Paket in den Bereichen Email- / Multi-Channel-Marketing und Data Management zu bieten, d.h. die Zusammenführung von Daten über alle Kanäle.

Für wen eignet sich eure Cloud? Welche Branche arbeitet damit hauptsächlich?

Unsere Customer Engagement Lösung eignet sich für Unternehmen, die mit einer hohen Zahl von Endkunden kommunizieren oder die sehr schnell wachsen, also immer dort, wo die Skalierbarkeit und Flexibilität der Plattform ein maßgeblicher Faktor ist. Das sind im Fall von Mapp die Branchen Handel, Medien und Telekommunikation. Den zweiten Schwerpunkt bilden Branchen, die nicht nur ein Tool, sondern vor allem Leute und Services benötigen, die im Sinne einer ‚erweiterten Werkbank‘ ihre eigene Marketing-Abteilung entlasten und das entsprechende digitale Marketing Know-how mitbringen. In diesem Bereich arbeiten wir vor alllem für Unternehmen aus dem Konsumgüterbereich, der Industrie und der Finanzbranche.

Wie helft ihr Neukunden dabei, Einstiegshürden zu überwinden?

Vier Maßnahmen stellen sicher, dass der Kunde so schnell wie möglich vom Käufer zum Experten wird: 1. kümmert sich ein persönlicher Ramp-Up Manager um das Aufsetzen der Plattform; 2. unterstützt dieser den Kunden per Web-Konferenz bei den ersten Kampagnen; 3. bieten wir dedizierte Schulungen für den Kunden; und 4. verfügt die Plattform über eine kontextbezogene Online-Hilfe, so dass der Anwender immer direkt die passenden Informationen zu der Funktion, die er gerade nutzen will, angezeigt bekommt.

Ein Blick in den Kalender der Customer Engagement Platform von Mapp

Ein Blick in den Kalender der Customer Engagement Platform von Mapp

Wie viele Cloud-Kunden betreut ihr national und international?

Über 3000 Kunden weltweit vertrauen auf Mapp, davon mehr als 300 aus Deutschland. Deutschland ist neben den USA, Großbritannien und Frankreich einer unserer wichtigsten Märkte. Über 160 Mitarbeiter arbeiten von den Standorten München und Hamburg aus für Kunden aus der DACH-Region.

Wie teuer ist die Verwendung? Welche Preismodelle bietet ihr an?

Bei Mapp zahlt der Kunde nur das, was er tatsächlich nutzt – egal ob es sich um Funktionalität, den Traffic oder Services handelt. Die Plattform selbst gliedert sich in Module, die separat beauftragt werden können, je nachdem wieviel Funktionalität der Kunde gerade benötigt. Dazu kommt die Abrechnung der Transaktionen / Versendungen auf CPM-Basis. Gegenüber von Preismodellen, die sich an der Größe der Datenbank orientieren, hat der Kunde somit den Vorteil, dass er nur dann zahlt, wenn er Kampagnen über die Plattform umsetzt.

Wie viel Umsatz generiert ihr mit eurem Produkt?

Seit der Ausgründung aus Teradata sind wir ein Privatunternehmen und veröffentlichen keine Umsatzzahlen. Als wir 2015 – als Teradata Marketing Applications – noch Teil von Teradata und somit börsennotiert waren, lag der Gesamtumsatz über alle Marketing-Anwendungen und Services bei knapp unter 200 Millionen US-Dollar.

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Dashboard der integrierten Data Management Plattform von Mapp

Was wollt ihr zukünftig noch verbessern? Wo liegt der Fokus in der Weiterentwicklung des Angebots?

Es gibt drei Themen, die unsere Kunden beschäftigen: Datenkonsolidierung, Mobile und Ausbau der Email-Plattform. Hierzu werden wir im ersten Quartal 2017 unsere Data Management Integration ausbauen, so dass z.B. Audiences direkt über die Schaltzentrale ‚Automation Whiteboard‘ auswählbar sind. Mobile ist ein weiteres Thema für 2017, zunächst im Q1 mit einem verbesserten Editor für responsive Design und später im Jahr mit einer Erweiterung unser Cross-Device-Tracking Möglichkeiten.

Was machen andere Anbieter eurer Meinung nach derzeit noch falsch?

Die Frage ist weniger, was andere Anbieter falsch machen, sondern was wir glauben, richtig zu machen. Im Wesentlichen sind das 2 Punkte:

1.) Lösungen statt Tools: Kunden wollen keine Tools oder Software, sondern eine Lösung für eine konkrete Marketing-Aufgabe. Die Mitarbeiter von Mapp – hervorgegangen aus dem Zusammenschluss von Teradata Marketing Applications (vormals eCircle) und BlueHornet – unterstützen seit 17 Jahren Kunden aktiv dabei bessere digitale Kampagnen zu machen. Ich bin der festen Überzeugung, dass es ein riesiger Vorteil ist, nicht nur Leute zu haben, die Technologie-Experten sind, sondern vor allem Marketing-Experten. Wie überall im Leben – die Mischung macht’s.

2.) Einen klaren Fokus zu haben:  Marketing-Clouds kranken daran, dass sie auf dem Papier alles können, aber nicht klar ist, was davon richtig gut. Bei Mapp haben wir einen klaren Fokus auf einen Bereich des digitalen Marketings und in dem wollen wir unseren Kunden das beste Produkt bieten – nicht mehr, aber vor allem auch nicht weniger.

Vielen Dank für das Interview!

Das war der fünfte Teil unserer Serie über die Landschaft der Marketing Clouds. In den kommenden Tagen erwarten euch die nächsten Anbieter.

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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