Human Resources
Skills Economy Report 2026: Diese Fähigkeiten entscheiden über die Jobs der Zukunft

Skills Economy Report 2026: Diese Fähigkeiten entscheiden über die Jobs der Zukunft

Marié Detlefsen | 06.01.26

Die Nachfrage nach KI- und Machine Learning Skills überholt erstmals traditionelle Skills auf dem Arbeitsmarkt. Gefragt sind künftig hybride Profile, die technologische Kompetenz mit menschlicher Stärke verbinden. Wir zeigen dir, welche Skills 2026 unverzichtbar sind.

Was noch vor wenigen Jahren als Zukunftskompetenz galt, ist heute vielerorts Grundvoraussetzung für eine Bewerbung. Gleichzeitig verlieren klassische Tätigkeiten rasant an Bedeutung. Eine aktuelle Studie von Cornerstone zeigt, wie stark sich die Nachfrage nach Skills weltweit verschoben hat und warum technisches Know-how allein künftig nicht mehr ausreicht.

Die dominierenden Skills der vergangenen Jahre

Über Jahre hinweg galten Kommunikationsfähigkeit, Organisationsstärke und klassische Fachkenntnisse als stabile Währungen auf dem Arbeitsmarkt. Insbesondere kommunikative Kompetenzen führten lange Zeit das Ranking der meistgefragten Skills an. Parallel dazu dominierten Tätigkeiten mit hohem Routineanteil viele Berufsbilder, von administrativen Aufgaben bis hin zur Datenpflege.

Doch genau diese traditionellen Fähigkeiten scheinen nicht mehr auszureichen. Die Studie zeigt, dass Skills, die sich leicht automatisieren lassen, massiv an Relevanz verlieren. Laut der Studie ist die Nachfrage nach Datenpflege um 75 Prozent eingebrochen, einfache Buchhaltungsaufgaben verzeichnen ein Minus von 65 Prozent und juristische Recherchetätigkeiten liegen 28 Prozent unter dem bisherigen Niveau. Diese Zahlen markieren einen klaren Wendepunkt: Wiederholbare Arbeit wird zunehmend von Systemen übernommen, während menschliche Arbeitskraft sich neu positionieren muss.

Technische Skills gewinnen an Gewicht

Der wohl deutlichste Einschnitt zeigt sich in der aktuellen Skill-Nachfrage. Erstmals steht nicht mehr die Kommunikationsfähigkeit an der Spitze, sondern Kompetenzen rund um Künstliche Intelligenz und Machine Learning. Innerhalb von drei Jahren ist die Nachfrage nach diesen Skills um 245 Prozent gestiegen. KI-Know-how ist damit längst kein Nischenskill mehr. Die Fähigkeit, KI-Tools sicher und produktiv im Arbeitsalltag einzusetzen, entwickelt sich laut Studie zu einer Art Basisqualifikation für nahezu alle Rollen – unabhängig von Branche oder Hierarchieebene.

Auch andere technische Kompetenzen gewinnen deutlich an Gewicht. Cybersecurity Skills legen um 31 Prozent zu, während grüne Technologien einen Zuwachs von 156 Prozent verzeichnen. Besonders stark steigt die Nachfrage nach nachhaltigem Management (plus 180 Prozent) sowie Know-how rund um erneuerbare Energiesysteme (plus 165 Prozent). Der Arbeitsmarkt reagiert damit unmittelbar auf Klimaziele, regulatorische Vorgaben und den gesellschaftlichen Druck zur Transformation.


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© Anthropic (Änderungen vorgenommen via Canva)


Soft Skills: Menschliche Fähigkeiten erleben ein Comeback

Trotz der technologischen Dynamik zeigt die Studie ein klares Gegengewicht: Menschliche Kompetenzen sind keineswegs auf dem Rückzug – im Gegenteil. Emotionale Intelligenz gehört mittlerweile zu den gefragtesten Soft Skills und verzeichnet ein Wachstum von 95 Prozent. Auch kreatives Denken (plus 18 Prozent) sowie Resilienz und Flexibilität (plus 42 Prozent) gewinnen deutlich an Bedeutung.

Auffällig ist zudem, dass sich das Verständnis von „Arbeitsbereitschaft“ verändert. Skills wie eigenständiges Arbeiten (plus 850 Prozent), sorgfältiges Vorgehen (plus 780 Prozent) oder virtuelle Zusammenarbeit (plus 220 Prozent) steigen rasant, obwohl sie noch nicht zu den globalen Top-50-Skills zählen. Besonders sticht die Begeisterungsfähigkeit mit einem Zuwachs von 999 Prozent heraus, was unter anderem ein Indikator dafür ist, dass Motivation, Haltung und Selbststeuerung künftig messbare Erfolgsfaktoren werden.

Das sind die wichtigsten Skills für 2026 (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht; die Grafik wurde anhand der Cornerstone Studie mithilfe von ChatGPT erstellt)
Das sind die wichtigsten Skills für 2026 (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht; die Grafik wurde anhand der Cornerstone Studie mithilfe von ChatGPT erstellt)

Gleichzeitig verlieren klassische Aufgabenfelder an Gewicht: Kund:innenservice (minus 45 Prozent), administrative Tätigkeiten (minus 38 Prozent) sowie Vertrieb und Marketing (minus 22 Prozent) sind rückläufig. Nicht, weil sie verschwinden, sondern weil sich ihre Anforderungen grundlegend verändern.

Alle Branchen befinden sich im Wandel: Das Ende klarer Jobprofile

Doch in welchen Bereichen verändern sich die Skill-Anforderungen am meisten? Laut der Studie macht die Transformation vor keiner Branche halt. In der Tech-Industrie steigt die Nachfrage nach AI Engineers um 245 Prozent, nach Security Specialists um 95 Prozent und nach Cloud Architects um 85 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an Junior Developern (minus 45 Prozent), QA-Tester:innen (minus 70 Prozent) und Basis-IT-Support (minus 55 Prozent).

Ähnliche Muster zeigen sich im Finanzwesen, im Gesundheitssektor, im Handel sowie in Logistik und Fertigung: Einstiegs- und Routinerollen werden seltener, während spezialisierte und hybride Profile entstehen. KI ersetzt dabei keine Jobs im klassischen Sinne, sondern verschiebt Tätigkeitsprofile und kombiniert technologische mit sozialen Kompetenzen. Die größte Herausforderung bleibt laut Studie die wachsende Skill-Lücke. Neue Anforderungen entstehen schneller, als Arbeitnehmer:innen und Organisationen entsprechende Kompetenzen aufbauen können.

Die Studie zeigt deutlich, dass die Nachfrage nach KI-bezogenen Skills und Soft Skills inzwischen nahezu ausgeglichen ist. Wer langfristig wettbewerbsfähig bleiben will, muss daher nicht nur in Technologien investieren, sondern vor allem in Menschen. Weiterbildung, Umschulung und kontinuierliches Lernen entwickeln sich somit vom „Nice-to-have“ zur strategischen Notwendigkeit.


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© cottonbro studio – Pexels

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