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Social Media Marketing
Instagram plant Rückkehr zum Fotofokus: 2022 zu viele Videos gezeigt

Instagram plant Rückkehr zum Fotofokus: 2022 zu viele Videos gezeigt

Niklas Lewanczik | 24.01.23

Head of Instagram Adam Mosseri bestätigt, dass die Plattform 2023 Fotos wieder mehr in den Mittelpunkt der Experience stellen wird. Im vergangenen Jahr habe man sogar zu viele Videos gezeigt. Eine bessere Balance zeige für das Unternehmen bereits Wirkung.

Adam Mosseri erkennt an, dass sich die Plattform im vergangenen Jahr zu sehr auf Videos fokussiert hat. Das führte eine Zeitlang so weit, dass sich Instagram in den Augen vieler User extrem an die Trend-App TikTok annäherte – und dabei die eigenen USPs und Prinzipien vernachlässigte. Gegen die TikTokification der App gingen im Sommer 2022 sogar hunderttausende Nutzer:innen vor, die dem Unternehmen mit der Petition „Make Instagram Instagram again.“ einen Denkzettel verpassten. Daraufhin stoppte Instagram einige Entwicklungen, die die App wie TikTok 2.0 wirken ließen – unter anderem einen Full-Screen-Feed-Test sowie die umfassende Ausspielung von Empfehlungen im Stile von TikToks For You Page. Mosseri sagte vor einigen Monaten:

I’m glad we took a risk — if we’re not failing every once in a while, we’re not thinking big enough or bold enough. But we definitely need to take a big step back and regroup. [When] we’ve learned a lot, then we come back with some sort of new idea or iteration. So we’re going to work through that.

Inzwischen hat Instagram allem Anschein nach eine Menge Lehren aus dem vergangenen Jahr gezogen. Die Meta-Tochter hat 2023 bereits einige große Veränderungen angekündigt. Jetzt bestätigt Adam Mosseri zudem, dass die Plattform gewissermaßen zu ihren Wurzeln zurückkehren und Fotos wieder deutlich mehr Raum geben möchte.

Das sagt Adam Mosseri zur Neuausrichtung: „Too many videos and not enough photos“

Kürzlich wurde der Plattformchef in einem Q&A in seiner Instagram Story sehr deutlich. Er sagte, dass der Videofokus 2022 zu stark gewesen sei; und dass 2023 wieder mehr Fotoinhalte im Mittelpunkt stehen sollen. Adam Mosseri erklärte:

I think we were overfocused on video in 2022 and pushed ranking too far, and basically showed too many videos and not enough photos. We’ve since balanced, so things like how often someone likes photos versus videos, and how often someone comments on photos versus videos, are roughly equal, which is a good sign that things are balanced.

Da auch Fotos auf Instagram das Engagement vorantreiben, so Mosseri weiter, werden sie fortan auch wieder mehr auftauchen und gefördert.

And so to the degree that there is more video on Instagram over time, it’s going to be because that’s what’s driving overall engagement more. But photos are always going to be an important part of what we do.

Chris Welch berichtet für The Verge über die Angaben Mosseris und hat ein Transkript der Story-Erklärung veröffentlicht (da die Story inzwischen nicht mehr verfügbar ist). Daraus geht jedoch auch hervor, dass Video-Content weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Instagram-Strategie bleiben wird. So sagte Mosseri:

We definitely have a number of photographers who have been upset. I want to be clear: though we are leaning into video, we still value photos. Photos will always be a part of Instagram.

Derzeit testet Instagram beispielsweise einen CTA für Reels, der User dazu aufruft, auf die Kurzvideos zu reagieren. Der Social-Media-Experte Hammod Oh zeigt auf Twitter, wie die „Ask to react”-Funktion aussehen könnte.

Außerdem könnten Nutzer:innen möglicherweise bald Alben, die sie zusammen mit Freund:innen auf Instagram kreieren, im Gruppen-Feature auch als Reel teilen. Allerdings geht es bei diesen Alben vornehmlich um Fotos und Verbindungen zwischen Usern – zwei Aspekte, die die Plattform 2023 besonders stärken möchte.

So stellt sich Instagram 2023 auf: Neue App-Navigation und ein Fokus auf Verbindungen und Kreativität

Direkt zu Beginn dieses Jahres stellte Adam Mosseri die drei Kernelemente vor, auf die sich Instagram 2023 fokussieren möchte.

  1. Inspire Creativity
  2. Discover New Things
  3. Spark Connections

Hinsichtlich der Unterstützung bei der Kreation, der Bereitstellung von mehr Explore-Momenten für Nutzer:innen und dem Fokus auf Verbindungen zwischen Usern und Creatorn möchte die Plattform mit verschiedenen Features Hilfestellung leisten. Gegen Ende des vergangenen Jahres wurden gleich fünf neue Funktionen eingeführt, die diesen Zielen entgegenkommen. Die Candid Stories etwa – die stark an BeReal erinnern – könnten für mehr Verbindungen und Engagement zwischen Nutzer:innen sorgen. Auf dieses Ziel zahlt auch das neue Feature Instagram Notes ein und könnte die Nutzungszeit in der App erhöhen. Notes sind kurze Beiträge mit bis zu 60 Zeichen, die nur Text und Emojis enthalten.

Mit weiteren Funktionen wie Collaborative Collections, neuen Stickern in der Story und Gruppenprofilen haben User auf Instagram zudem eine Reihe an neuartigen Möglichkeiten an die Hand bekommen, um sich kreativ und kommunikativ auszuleben. Auch Features wie die neuen Trendings Badges für Unternehmen und die Location Sticker, die beim Boosten der Story Performance helfen sollen, unterstreichen, wie wichtig der Faktor Kreation für Instagram ist. 

Dass die Kreation sogar wortwörtlich in den Mittelpunkt gerückt wird, zeigte sich kürzlich dann, als Mosseri die neuartige App-Navigation vorstellte. Die größte Neuigkeit dabei war, dass der Shop Tab aus der App entfernt wird (ab Februar 2023). Instagram bestätigte die Neuordnung in der Navigationsleiste im unteren Bildschirmbereich. Auf die Position des Shop Tabs in der App rückt der Reels Tab. Ins Zentrum der Navigationsleiste wiederum wird ein Shortcut zur Content-Erstellung gesetzt. Adam Mosseri erklärte:

[…] So we’re bringing create down to the bottom, front and center, and we’re removing the Shop Tab. But you’ll still be able to shop on Feed, in Stories, in Reels and in Ads. And this will launch in February. Now the idea here is to simplify Instagram and focus it more on what we’re trying to do. We’re trying to bring people together over what they love […].

Der neue Quiet Mode gönnt dir eine Pause

Darüber hinaus setzt sich die Plattform auch vermehrt für den Schutz von insbesondere sehr jungen Usern ein. Eine Reihe neuer Features sollen dazu beitragen, dass die Interessen, die auf der Instagram verfolgt werden, und die Zeit, die auf der Plattform verbracht wird, besser verwaltet werden können. Neben den Funktionen Hidden Words (als Filterfunktion für DMs und Kommentare) und Not Interested Multi-Select (als Option, um mehrere Beiträge auf einmal im Entdecken-Feed auszublenden) ist vor allem der neue Quiet Mode von Interesse. Dieser soll Usern eine Pause gönnen können. User, die den Quiet Mode aktivieren, erhalten in dem ausgewählten Zeitraum keine Benachrichtigung mehr und auch der Aktivitätsstatus im Profil ändert sich in dieser Zeit auf „in quiet mode“. Kontakte, die Personen im Quiet Mode eine Direct Message senden, erhalten außerdem eine automatische Antwort von Instagram, dass derjenige User zurzeit eine Instagram-Pause einlegt. In Deutschland ist diese Funktion aber noch nicht verfügbar.

Für alle, die sich unabhängig von den neuen Funktionen und der Ausrichtung Instagrams dafür interessieren, wie die Plattform eigentlich Content ausspielt und rankt, hat Adam Mosseri in einem Video auf Instagram eine Zusammenfassung bereitgestellt.


Instagram-Chef Adam Mosseri definierte zum Start ins neue Jahr die drei wichtigsten Themen für die Social-Plattform. In unserem Beitrag erfährst du mehr darüber.

Das sind 2023 die 3 wichtigsten Entwicklungen auf Instagram

© Imagesrouges, Meta via Canva, Adam Mosseri vor Like-Symbol
© Imagesrouges, Meta via Canva

Kommentare aus der Community

Markus Tippner am 25.01.2023 um 14:44 Uhr

Ach was?! Hätt‘ ich den Idioten auch gleich sagen können, wenn man mich nur mal gefragt hätte…

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