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Technologie
Lensa App und Co. im Trend – deshalb siehst du überall AI-Avatare

Lensa App und Co. im Trend – deshalb siehst du überall AI-Avatare

Caroline Immer | 08.12.22

Viele Nutzer:innen und Influencer präsentieren in den sozialen Medien aktuell virtuelle Versionen ihrer selbst. Wir zeigen dir, was hinter dem Trend und der beliebten Lensa App steckt.

Wer in den vergangenen Wochen auch nur ein paar Stunden auf Social Media verbracht hat, dürfte auf den AI-Selfie-Trend bereits aufmerksam geworden sein. Immer mehr User und Creator nutzen KI-generierte Bilder von sich selbst, um sich in verschiedenen Apps zu präsentieren. Hoch im Kurs ist aktuell insbesondere die Lensa App. Mithilfe von künstlicher Intelligenz verwandelt die App gewöhnliche Selfies in Bilder mit Avataren, die den Usern mal mehr, mal weniger ähneln. Wir stellen dir die Lensa App und Alternativen mit Beispielen vor und erklären, welche Potenziale, aber auch Probleme der Trend mit sich bringt.

Boom der Avatare

Die Option, Avatare in Posts und Profilbildern zu verwenden, bieten verschiedene Social-Apps, darunter etwa Facebook und Instagram, ihren Usern bereits seit einiger Zeit an. Lange wurde diese Möglichkeit insbesondere von der jüngeren Generation jedoch eher belächelt. Mehr Anklang konnten die bereits seit Jahren verfügbaren Bitmojis von Snapchat finden, an welche auch TikToks im Juni 2022 gelaunchter Avatarfilter erinnert. Seit kurzem können Nutzer:innen auch bei WhatsApp virtuelle Alter Egos erstellen.

Obwohl viele Plattformen die Erstellung eigener Avatare ermöglichen, verwenden viele User aktuell Bilder, die mit der Lensa App kreiert wurden. Da stellt sich die Frage: Was hebt die App von den Avatar-Features anderer Plattformen ab? Auffällig ist, dass ein Großteil der Avatare von Facebook, Instagram und Co. an Bitmojis angelehnt zu sein scheinen und dementsprechend ein zwar amüsantes, aber nicht unbedingt realistisches Abbild der User schaffen. Die mit der Lensa App erstellten Bilder sind zwar mitunter nicht weniger realitätsfern, jedoch deutlich schmeichelhafter und erinnern an mit Beauty-Filtern kreierte Fotos aus den sozialen Medien.


Wer das Magic Avatars Feature in der Lensa App selbst ausprobieren möchte, muss hierfür lediglich einige Fotos von sich selbst hochladen. Diese sollten idealerweise das Gesicht deutlich zeigen und eine Vielfalt an Gesichtsausdrücken und Winkeln wiedergeben. Andere Personen, insbesondere Kinder, sowie Tiere sollten auf den Bildern nicht zu sehen sein. Im folgenden TikTok erklärt die Lensa App im Detail, worauf User für beste Ergebnisse achten sollten:

@lensa A couple of tips to help you get the best results with Magic Avatars feature 😊 #Lensa #LensaApp #MyLensaAvatar ♬ original sound – Lensa Photo Editing

Alternativen zur Lensa App

Aktuell ist die Lensa App die unangefochtene Nummer eins unter den AI-Generator-Apps und ist im App Store in den USA unter der Kategorie Photo & Video sogar an erster Stelle zu sehen – noch vor Instagram, YouTube und Snapchat. Der Haken: Die Lensa App ist kostenpflichtig. User müssen demnach ein Jahresabonnement abschließen, um die AI-Filter nutzen zu können. Auch im Rahmen der kostenlosen Testversion kostet das Erstellen von Avatarbildern Geld. Alternativen zur App sind beispielsweise die Text-to-Image-Plattformen DALL-E 2 und pixray. Ein Feature wie die Magic-Avatars-Funktion bieten die Plattformen jedoch nicht. Eine interessante, allerdings ebenfalls kostenpflichtige Alternative ist die AI Time Machine von My Heritage:

@wildassbih Some of the Ai Heritage filters were a little janky I won’t lie in the results but I’m kinda obsessed 😮‍💨 #aiheritage #foryoupage #fypage ♬ Who Is She ? – I Monster

Potenziale und Probleme

Dass sich die mit der Lensa App kreierten Avatare derart großer Beliebtheit erfreuen, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass KI-basierte Features und Virtual Reality die Social-Welt der Zukunft maßgeblich prägen werden. Auch das Metaverse wird in diesem Kontext immer greifbarer. Einige Brands wagen bereits erste Schritte in der virtuellen Welt und immer mehr Unternehmen stellen Chief Metaverse Officers ein. Marken und Werbetreibende sollten nicht davor zurückschrecken, die Potenziale, die virtuelle Welten bieten können, frühzeitig zu nutzen – und gegebenenfalls auch Trends wie die Avatare der Lensa App in ihrer Social-Strategie aufgreifen.

Da User, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, so viele Fotos wie möglich in der App hochladen sollen, stellt sich unweigerlich die Frage, wie diese in Sachen Datenschutz aufgestellt ist. Auf der Website der Lensa App heißt es, dass die hochgeladenen Bilder anonymisiert verarbeitet und nur so lange gespeichert werden, bis die Ergebnisse der AI-Filter erstellt wurden:

We collect and store your Face Data for online processing function. We also share and transfer the Face Data off the User devices to our cloud providers (Google Cloud Platform and Amazon Web Services) for the same purpose in which case, the photos: (i) become available to us in an anonymised manner (we get information about your pose, orientation and the topology on your image and/or video frame) and (ii) are automatically deleted within 24 hours after being processed by Lensa. In case of using Magic Avatars feature, the photos are automatically deleted after the AI results are generated.

Auch nach dem Upload einer Vielzahl an Bildern besteht keine Garantie, dass die App realistische Avatare kreiert. So klagen viele, insbesondere weibliche, User aktuell über Ergebnisse in der App, die ihre Avatare halbnackt und sexualisiert darstellen – obwohl nur Bilder des eigenen Gesichts hochgeladen wurden:


Prisma Labs, das Unternehmen hinter der Lensa App, erklärte nun, dass es an dem Problem bereits arbeite. Sollte dieses in naher Zukunft nicht gelöst werden, dürften sich viele User verständlicherweise gegen eine Nutzung der App entscheiden.



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