Virales Marketing

Virales Marketing nutzt, anders als das Mundpropaganda-Marketing, vor allem Medien und soziale Netzwerke für die Verbreitung indirekter PR- und Werbebotschaften. Aus diesem Grund ist es auch in die Kategorie des Social Media Marketings einzuordnen. Durch die unkomplizierten Möglichkeiten der Verbreitung solcher Botschaften von Mensch zu Mensch kann diese Form des Marketings sehr effektiv sein. Dabei ist es aber von entscheidender Bedeutung, wie viral der geteilte Inhalt ist. In der Regel sind Inhalte, die starke Emotionen auslösen, viraler als andere. Von zu werblich gestalteten Spots ist daher abzuraten.

Da der Werbetreibende für seine Kampagne nur Anstöße geben und seine Botschaften nicht konstant präsentieren muss, ist der finanzielle Aufwand für eine virale Kampagne verglichen mit anderen Marketingmaßnahmen minimal. Ein simples “Like” bei Facebook kann einen Post mehreren Hundert Menschen zugänglich machen, wodurch die Reichweite einer Botschaft binnen kurzer Zeit enorme Höhen erreichen kann. Eine exakte Planung der Kampagne ist dabei aber nicht möglich, da die Verbreitung nicht vonseiten des Unternehmens erfolgt, sondern durch Nutzer sozialer Medien.

Weiterhin unterscheidet man zwischen passivem und aktivem viralem Marketing

Beim passiven viralen Marketing verbreitet sich die Botschaft automatisch z.B. durch die Nutzung eines Produktes oder einer Dienstleistung.

Das aktive virale Marketing setzt darauf, dass Nutzer die Nachrichten selber weiterverbreiten. Aus diesem Grund muss der Inhalt der Botschaften besonders viral sein, also gerne geteilt werden.

Beispiele für erfolgreiche virale Marketing Kampagnen

Ein erfolgreiches Beispiel für aktives virales Marketing ist der Edeka #Heimkommen Spot mit mittlerweile mehr als 55 Millionen Aufrufen auf YouTube (Stand 05/2017). Hierbei wird stark auf Emotionen gesetzt. Ein einsamer Rentner bekommt zu Weihnachten lediglich Absagen von seiner Familie. Um dennoch mit seinen Liebsten zu feiern, verschickt er seine eigene Todesanzeige. Es folgt ein emotionales Weihnachtsfest.

Screenshot YouTube Edeka

Ebenfalls sehr erfolgreich war die Kampagne von Old Spice, dessen Video „The Man Your Man Could Smell Like“ millionenfach geklickt wurde. Eine Besonderheit dieser Kampagne ist allerdings, dass Twitter-Nutzer dem Hauptdarsteller Fragen stellen konnten und dass dieser, innerhalb von 48 Stunden, mit knapp 200 weiteren Videos antwortete. Hier sorgten Interaktivität und das damit einhergehende Involvement der Konsumenten für eine erfolgreiche virale Kampagne.

Screenshot YouTube Old Spice

Ein weiteres populäres Beispiel ist das Oscar Selfie von Ellen DeGeneres mit Bradley Cooper, Jennifer Lawrence und weiteren Hollywood Größen, das dabei sogar den Retweet Rekord von Barack Obama übertraf. Es wurde mit über 3 Millionen Retweets zum damals erfolgreichsten Tweet. Das besondere an dem Oscar Selfie ist jedoch, dass es mit einem Samsung Galaxy Note aufgenommen wurde, dessen Hersteller Oscar-Sponsor war. Aufgrund dieser enormen Aufmerksamkeit stellte Samsung Ellen DeGeneres 3 Millionen US-Dollar für Spenden an wohltätige Einrichtungen zur Verfügung. (Aktueller Rekordhalter, mit 3,6 Millionen Retweets (05/2017), ist Carter Wilkerson, der sich mit seinem Tweet ein Jahr Gratis-Chicken Nuggets bei der Fastfood Kette Wendys sichern wollte.)

Screenshot Twitter Ellen DeGeneres