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Digitalpolitik
Google wartet mit Support-Ende für Cookies auf mögliche Bedenken der britischen Wettbewerbsbehörde

Google wartet mit Support-Ende für Cookies auf mögliche Bedenken der britischen Wettbewerbsbehörde

Niklas Lewanczik | 14.02.22

Das Suchmaschinenunternehmen kooperiert mit britischen Behörden, um datenschutzkonforme Alternativen im werbefinanzierten Internet bieten zu können. Im Zuge dessen wurden konkrete Verpflichtungen Googles durch die Behörden akzeptiert.

Die von Google geleitete Privacy Sandbox soll dazu beitragen, Website-Standards zu entwickeln, die den Datenschutz für User berücksichtigen und zugleich die Handlungsfähigkeiten von Seitenbetreiber:innen, Advertisern und Co. nicht zu sehr einschränken. Im Rahmen dieser Sandbox hat Google nach der Ankündigung zum Support-Ende für Third Party Cookies bei Chrome auch die Alternativlösungen FLoC und Topics hervorgebracht. Damit die Lösungen Googles und auch das Ende des Supports für Third Party Cookies sowohl dem Datenschutz als auch dem Wettbewerb im Digitalraum gerecht werden, hat Google die kommenden Entwicklungsschritte unter behördliche Aufsicht gestellt.

Support-Ende für Third Party Cookies erst nach Rückmeldung der britischen Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde

William MalcolmDirector, Privacy Legal EMEA und Oliver Bethell, Director, Legal bei Google, stellen in einem neuen Blogpost die Verpflichtungen vor, die das Unternehmen sich selbst auferlegt hat, um die Zustimmung der britischen Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (Competition and Markets Authority, CMA) und des Information Commissioner’s Office (ICO) bei der Weiterentwicklung der Privacy Sandbox zu erhalten. Diese Verbindungen sind laut Google rechtlich bindend und sollen insbesondere Wettbewerbsbedenken zerstreuen. Drei konkrete Prinzipien unterstützen das Suchmaschinenunternehmen bei der Umsetzung:

1. Die Änderungen, die wir im Rahmen der Privacy Sandbox-Initiative in Chrome vornehmen, finden in gleicher Weise auf die Werbeprodukte von Google wie auch auf die Produkte anderer Unternehmen Anwendung.

2. Wir werden die Privacy Sandbox unter behördlicher Aufsicht und Berücksichtigung von Anregungen der CMA und des ICO entwerfen, entwickeln und implementieren.

3. Google informiert die CMA im Voraus über unsere Absicht, Drittanbieter-Cookies zu entfernen, und wartet mit der Umsetzung auf eine Rückmeldung zu möglichen wettbewerbsrechtlichen Bedenken.

Demnach sollte das Ende der Third Party Cookies in Chrome erst final eintreten, wenn die Behörden darin keine wettbewerbsrechtlichen Probleme erkennen. Und auch die Implementierung von Topics, das interessenbasiertes Targeting ohne konkreten Personenbezug möglich machen soll, würde dann nur mit Zustimmung dieser Behörden vonstattengehen. Googles neue Tools sollen seitenübergreifendes Tracking vermeiden und Usern mehr Transparenz und Kontrolle bieten. Das fordert auch die jüngste Stellungnahme des Informationsbeauftragten zum Datenschutz und den Erwartungen an den Schutz der Privatsphäre bei Vorschlägen für Online-Werbung.

Die CMA hat die Verpflichtungen von Google angenommen

Die Verpflichtungen, die Google der CMA vorgelegt und die diese akzeptiert hat, werden vom Unternehmen weltweit angewandt. Im Blogpost erklärt Google zu den Kriterien, die an die eigene Privacy Sandbox-Entwicklung angesetzt werden:

Wir sind uns bewusst, dass viele Publisher und Werbetreibende auf Online-Werbung angewiesen sind, um ihren Online-Auftritt zu finanzieren und neue Kund:innen zu erreichen. Die Entwicklung von Tools, die darauf abzielen, die Privatsphäre der Nutzer:innen zu verbessern und gleichzeitig die Werbetreibenden zu unterstützen, ist daher der Schlüssel, um das Internet für alle zugänglich zu halten und zu ermöglichen, dass Unternehmen jeder Größe erfolgreich sein können.

Deshalb soll einerseits die Privatsphäre der User geschützt, andererseits der digitale Wettbewerb im werbefinanzierten Internet weiterhin unterstützt werden. Damit das gelingt, wird die Entwicklung der Privacy Sandbox an verschiedene Momente geknüpft. Zu berücksichtigen seien stets die Auswirkungen auf:

  • den Datenschutz und Datenschutzgesetze
  • den Wettbewerb zwischen Google und anderen Marktteilnehmer:innen (insbesondere mit Blick auf etwaige Wettbewerbsverzerrungen)
  • Publisher und Werbetreibende
  • auf das User-Erlebnis (relevante Ads und Kontrolle der Daten eingeschlossen)
  • die technische Umsetzbarkeit und Kosten

Um stets offizielles Feedback zu den eigenen Entwicklungen zu erhalten, wird Google die CMA und die ICO regelmäßig konsultieren. Eine neue Microsite, die bis Ende Februar 2022 fertiggestellt wird, bietet zudem „ein neues Feedback-Formular zur Einreichung von Vorschlägen für Anwendungsfälle und neue API-Funktionen“. Der gesamte Prozess der kriterienabhängigen Weiterentwicklung der Privacy Sandbox mit ihren Lösungen und der Kooperation mit den Behörden wird von einem unabhängigen Treuhandunternehmen überwacht. Google erklärt:

Wir glauben, dass diese Verpflichtungen sicherstellen werden, dass der Wettbewerb weiterhin floriert, während sie gleichzeitig Flexibilität bei der Gestaltung der Privacy Sandbox-APIs bieten, wodurch wiederum die Privatsphäre der Nutzer:innen im Internet verbessert wird.

Nun darf die Branche gespannt beobachten, inwieweit sich diese Kooperation auf die Entwicklung von Alternativen zum cookie-basierten Marketing – wie Topics – auswirkt; und ob es eventuell sogar noch zu Verzögerungen beim Support-Ende für Third Party Cookies kommt. Advertiser werden sich über kurz oder lang womöglich mit Googles Lösungen aus der Privacy Sandbox – zu denen auch FLEDGE gehört – beschäftigen (müssen), um in einer Post-Cookie-Ära weiterhin erfolgreich und datenschutzkonform werben zu können.

Alle näheren Informationen zur Zusammenarbeit von Google mit der britischen Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde und dem Information Commissioner’s Office findest du im erwähnten Blogpost auf The Keyword Deutschland.

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