Unternehmenskultur
Meta entlässt Mitarbeitende wegen Leaks – und erwartet weitere Entlassungen

Meta entlässt Mitarbeitende wegen Leaks – und erwartet weitere Entlassungen

Larissa Ceccio | 28.02.25

Der Tech-Konzern Meta verschärft den Kampf gegen Leaks und feuert zahlreiche Mitarbeitende. Doch die Entlassungen offenbaren ein viel größeres Problem: Das Vertrauen in den Konzern bröckelt.

Die Lage bei Meta spitzt sich zu: Interne Informationen gelangen immer wieder an die Öffentlichkeit, und das hat Konsequenzen. Laut einem Bericht von The Verge hat der Konzern bereits „etwa 20 Personen“ entlassen und geht davon aus, dass weitere Kündigungen folgen werden. Die Maßnahmen sind Teil einer verschärften Strategie gegen Leaks, nachdem nicht angekündigte Produkte und interne Meetings wiederholt in den Medien landeten.


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© cottonbro studio – Pexels


Wenn Kritik selbst zum Leak wird

We tell employees when they join the company, and we offer periodic reminders, that it is against our policies to leak internal information, no matter the intent,

erklärt Meta-Sprecher Dave Arnold gegenüber The Verge. Diese klare Haltung verdeutlicht, wie ernst der Konzern den Schutz interner Daten nimmt. Doch die jüngsten Entlassungen werfen die Frage auf, ob striktere Regeln und Sanktionen allein ausreichen oder ob das eigentliche Problem tiefer liegt – etwa in einer Konzernkultur, die Transparenz und Vertrauen zunehmend infrage stellt.

Ironischerweise wurde ein besonders brisanter Leak von Meta CEO Mark Zuckerberg selbst zur Nachricht: In einem internen Meeting beschwerte er sich über die Vielzahl der durchgesickerten Informationen. Doch auch diese Äußerung wurde prompt öffentlich. The Verge zitiert den Technischen Direktor (CTO) Andrew Bosworth mit den Worten, dass Leaks oft als Druckmittel auf Meta gesehen würden – der Konzern jedoch eher das Gegenteil davon spüre.


Zuckerberg bei Joe Rogan:
Meta überlässt Desinformation dem „freien Markt“

Mark Zuckerberg und Joe Rogan im Interview
Mark Zuckerberg und Joe Rogan vor Podcast-Hintergrund, Rebecca Lai of Glasgow, Sweden: ©– Wikipedia.de, CC BY 2.0, Meta (Änderungen wurden vorgenommen via Canva)


Der Konzern im Stimmungstief: Warum Zuckerberg auf konservative Muskeln setzt

Die internen Spannungen bei Meta nehmen weiter zu. Laut Berichten eines US Publishers sorgt der Konzern mit drastischen Änderungen in der Content-Moderation und einer sichtbar veränderten politischen Ausrichtung für Unmut – sowohl intern als auch extern. Besonders auffällig ist dabei die zunehmende Annäherung an das konservative Lager in den USA.

Ein deutliches Signal in diese Richtung setzte Meta mit der Umstrukturierung seines Lobby Teams. Im Zuge von Donald Trumps Amtseintritt als US-Präsident installierte das Unternehmen gezielt Trump-freundliche Interessensvertreter:innen in Washington, um die eigenen politischen Beziehungen auszubauen. Eine dieser Personalentscheidungen war die Berufung von UFC-Chef Dana White in den Verwaltungsrat. White, ein enger Vertrauter von Trump, verstärkt damit Metas Verbindungen zur republikanischen Elite.

Parallel dazu übernahm Joel Kaplan die Position des Chief Global Affairs Officers von Nick Clegg. Kaplan, ein ehemaliger White House Deputy Chief of Staff unter George W. Bush und Lobbyist für Energieunternehmen, ist bekannt für seine konservative Haltung. Seine Ernennung deutet darauf hin, dass Meta seine strategische Position in der neuen, republikanisch geprägten US-Regierung weiter festigen möchte. Dass der Konzern bereits zur Amtseinführung Trumps eine Million US-Dollar gespendet hat, unterstreicht diesen Kurs zusätzlich.

Metas politischer Kurswechsel spiegelt sich auch in der öffentlichen Kommunikation von Zuckerberg wider. In einem aufsehenerregenden Interview mit Podcast Host Joe Rogan verteidigte er die Entscheidung, Faktenchecks auf der Plattform abzuschaffen, mit den Worten: „Soziale Netzwerke sollten keine Gatekeeper der Wahrheit sein.“ Zudem äußerte er sich kritisch über die aktuelle Unternehmenskultur und betonte, dass die Wirtschaftswelt „kulturell ziemlich kastriert“ sei und von mehr „maskuliner Energie“ profitieren würde – eine Aussage, die vielerorts auf scharfe Kritik stieß.

Zuckerbergs Leak-Problem: Wer Kontrolle will, sollte erst Vertrauen schaffe

Meta steht nicht nur wegen interner Leaks unter Druck – auch die politische Neuausrichtung des Konzerns sorgt für wachsende Kritik. Die gezielte Annäherung an konservative Kreise und die bewusste Schwächung von Faktenchecks werfen Fragen zur Verantwortung eines Konzerns mit globaler Kommunikationsmacht auf.

Zuckerberg spricht von einem freien Markt der Meinungen, doch in der Praxis bedeutet das eine Plattform, auf der Desinformation leichter Verbreitung findet.

Meta geht mit aller Kraft gegen Leaks vor, doch dabei werden tiefere strukturelle Probleme immer offensichtlicher. Der Konzern entfernt sich zunehmend von Transparenz und unabhängiger Moderation – ein Kurs, der nicht nur das eigene Ansehen beschädigt, sondern auch die öffentliche Debatte weiter polarisiert.

Während Zuckerberg sich mit Leaks und Lobbyismus herumschlägt, haben Personaler:innen ganz andere Sorgen – nämlich, wie sie die besten Talente anlocken und halten. Denn der Arbeitsmarkt schläft nicht! Wer die Trends verpasst, verliert schneller Mitarbeitende als der Meta-Konzern seine Geheimnisse.


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