Künstliche Intelligenz

Amazons Alexa wird zum sprachbasierten Knowledge Panel für Geschäfte

Alexa bietet nun die Möglichkeit, Öffnungszeiten, Adressen oder Telefonnummern von lokalen Geschäften direkt per Sprachbefehl in Erfahrung zu bringen.

Alexa mit lokalen Businessinformationen, © Amazon

Künstliche Intelligenzen in Form von Sprachassistenten sind längst in der digitalen Gesellschaft angekommen. Auch Amazons Alexa wird über zahlreiche Smart Speaker des Versandriesen zum Objekt des Alltags. So ist es nur folgerichtig, dass diese KI nun eine Art auditives Knowledge Panel zu lokalen Geschäften liefern kann. Per Sprachbefehl lassen sich einfach die gewünschten Businessdaten übermitteln.

Alexa: Geschäftsservice über Voice Search

Amazons Sprachassitenz Alexa ist inzwischen weltbekannt und entwickelt sich zu einem Synonym für die Nutzung von Smart Speakern. Dass Voice Search und dementsprechend sprachbasiertes Marketing eine immer größere Rolle spielen, haben viele Marken begriffen. Alexa wird als zentraler Bestandteil künftiger Datenverarbeitung akzeptiert. Daher ist die Sprachassistenz nicht nur bei Autos oder womöglich bald in der Xbox One integriert, sondern dient nunmehr in vielen Hotels den Besuchern mit ihrem Wissen.

Dabei wird dieses nun erweitert. Und zwar derart, dass sich Unternehmen auf eine sprachbasierte SEO gefasst machen müssen. Denn laut Bloombergs Spencer Soper kann Alexa jetzt die Kerndaten von lokalen Geschäften auf eine Anfrage hin vermitteln. Das heißt, dass auf die Frage nach der Zeit für den Ladenschluss etwa eines IKEA die nächstgelegene Filiale mit den Öffnungszeiten auditiv dargestellt wird. Nach Soper werden für Alexa Daten von mehr als einer Million Unternehmen im Hinblick auf Geschäftszeiten, Adressen oder Telefonnummern hinzugefügt. Damit gleicht die optimierte Fähigkeit der Sprachassistenz dem Knowledge Panel für Unternehmen bei Google.

Googles Knowledge Panel für Unternehmen, © Google

Die Informationen zu den Geschäften der Unternehmen erhält Amazons Alexa aus einer Partnerschaft mit der Digital Knowledge Management-Plattform Yext. Diese Plattform bezieht Daten zu Unternehmen aus der Suchmaschine Google, von Apples Sprachassistenz Siri und Facebook.

Bislang konnten Alexa-Nutzer dank einer Kooperation mit dem Bewertungsportal Yelp bereits Fragen wie diese Stellen:

Utterance 2

Frage an Alexa, © Amazon

Die Daten von Yext aber vermitteln dem Nutzer mehr konkrete Einsichten zum Unternehmen. Hierbei kann Alexa jedoch (vorerst) nur solche Daten angeben, die über Yext verwaltet werden. Unternehmen wie McDonald’s gehören zu den Kunden. Tatsächlich kann die Sprachassitenz sogar Angaben zu einzelnen Gerichten der Fast Food-Kette geben.

SEO und Daten für die Sprachsuche bereit machen

Mit diesem weiteren Fortschritt bei der Voice Search geht eine Notwendigkeit des Handelns bei vielen Unternehmen einher. Diese haben sich jahrelang mit der SEO beschäftigen müssen; aber nun kommt der Aspekt einer sprachbasierten SEO hinzu. Denn dass Angaben zu Geschäftsdaten und näheren Informationen zu Produkten den Nutzer vermehrt über Sprachassistenten erreichen werden, zeigen Studien zum Nutzerverhalten. Einer Grafik von Seotribunal zufolge sind bereits zwischen 20 und 25 Prozent aller mobilen Suchanfragen sprachbasiert. Mehr noch: einer weiteren Umfrage nach verwenden knapp 53 Prozent der Nutzer die Sprachsuche beim Fahren, 21 Prozent bei anderen Aktivitäten wie dem Spazieren mit dem Hund. Dabei wird schon deutlich, welche Relevanz die für die Sprachsuche aufbereiteten Daten haben können; vor allem im lokalen wirtschaftlichen Bereich.

Interessante Einblicke dazu, wann User die Sprachsuche nutzen, © Seotribunal

Außerdem suchen 39 Prozent der Befragten konkret nach Businessinformationen wie Standorten von Geschäften. Diese Daten beziehen sich zunächst ebenso wie die Neuerung für Alexa auf die USA. Dennoch sollten Unternehmen global an eine SEO für die Sprachsuche denken. Denn nicht nur viele Millennials – ebenso wie die jüngsten User – nutzen schon jetzt diese Option und das natürlich vor allem mobil. Daher werden die Geschäfte, die sich künftig per Sprachbefehl finden lassen und über welche darüber hinaus wichtige Informationen auditiv vermittelt werden können, definitiv Wettbewerbsvorteile erhalten.

Das bedeutet: es gilt, auszuloten, wo die marktführenden Sprachassistenzen ihre Daten ermitteln. Zum einen ist der Google Assistant auf die Daten der Suchmaschine angewiesen. Aber wie sich zeigt, referiert Alexa auch auf Yelp und Yext. Eine Investition in einen Transfer von Geschäftsdaten kann sich in diesem Kontext langfristig auszahlen. Denn ob Googles Assistant, eine vielleicht wiedererstarkende Siri oder Alexa: die Sprachassistenten und damit die Sprachsuche sind gekommen, um zu bleiben. Sie werden in Zukunft eine Schnittstelle zur situationsbezogenen Wissensvermittlung, aber genauso zum (lokalen) Marketing sein.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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