SEO - Suchmaschinenoptimierung

Voice Search: So geht SEO für die Sprachsuche

Die Voice Search wird in vielen Bereichen an Gewicht gewinnen, weshalb eine darauf ausgerichtete SEO spezifische Potentiale für Websites birgt.

© Jacek Dylag - Unsplash

Die Optimierung der Suchergebnisse bei der Voice Search wirkt deshalb so vielversprechend, weil sie noch keinen Standard darstellt. Doch was sind Rankingfaktoren und welche Strategien sind für diese SEO sinvoll? Wir haben einen Blick auf Ansätze für effektive Voice Search SEO geworfen.

Wie verbreitet ist Voice Search überhaupt? 

Voice Search ist noch längst nicht das bevorzugte Element der Ergebnissuche von Nutzern. Das zeigt beispielhaft eine Zusammenstellung von Wix, bei der deutlich wird, dass „nur“ 40 Prozent angeben, dass Geräte, die bereit für Voice Search oder ähnliche Sprachfunktionen sind, für ihr Leben wichtig sind. Allerdings wird deutlich, dass der größere Teil (55 Prozent) der Nutzer der Sprachsuche Teenager sind. Diese wachsen beinah mit der Option „Ok, Google“ auf und werden sie tendenziell auch künftig vermehrt nutzen.

Fakten zur Voice Search-Nutzung 2017 (bei einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Wix

Doch es zeigt sich ebenso, dass schon für 2020 erwartet wird, dass die Hälfte aller Suchanfragen auf Voice Search basieren werden. Diese Vermutung gibt ebenso Branded3s Stephen Kenwright ab.

Während die meisten Werte aus Analysen sich auf die USA beziehen, dürften die Verwendungsweisen der Sprachsuche sich hierzulande jedoch nicht groß unterscheiden. Es ist womöglich aber davon auszugehen, dass Entwicklungen zur umfassenderen Nutzung derselben etwas zeitversetzt in Europa ankommen, da die USA prinzipiell einen kleinen Vorsprung in Sachen Aneignung technologischer Funktionen zu haben scheinen – was auch mit den dort zuerst auftretenden Updates etc. vonseiten Googles und Co. zusammenhängt.

Nun zeigt eine Grafik Stone Temples solche Entwicklungen bei der Nutzung von Voice Search auf.

Außer Haus wird Voice Search stetig relevanter, (bei einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Stone Temple

Sie verdeutlicht vor allem die Bedeutung der Nutzungsumgebung. Nur Zuhause wurde demnach 2017 häufiger Voice Search genutzt als im Vergleich dazu 2018. Doch in anderen Umgebungen wird laut Stone Temples Studie diese Option deutlich häufiger gewählt. Im Restaurant, im Theater, bei Parties oder im öffentlichen Nahverkehr: überall dort steigt die Nutzung prozentual stark an. Damit wird die Relevanz der Sprachsuche etwa für lokale Anbieter mehr als deutlich. Doch mit dem erwarteten starken Anstieg von Smart Speakern in vielerlei Haushalten wird die Voice Search zum umfassenden Faktor für Seitenbetreiber überhaupt.

Was sind Rankingfaktoren für Voice Search? 

Wenn also die Ergebnisse für die Sprachsuche optimiert werden sollen, steht ein Verständnis und Bewusstsein für Rankingfaktoren in diesem Bereich an erster Stelle. Wir haben in einem Beitrag bereits dargestellt, was Googles John Mueller für ratsam hält, um die SEO für die Sprachsuche fit zu machen. Darunter:

  • mit Schema.org strukturierte Daten
  • Voice Snippets, beschleunigt durch AMP
  • das Verwalten der für die Ergebnisse relevanten Inhalte
  • ein natürlicher Schreibstil
  • die Konzentration auf die Erwartung der Suchenden

Nun hat außerdem Greg Sterling auf Search Engine Land eine Analyse Backlinkos aufbereitet und nennt Rankingfaktoren, die bei Google für die Sprachsuche von Belang sind. Diese Faktoren stimmen mit Muellers Angaben meist überein. So benennt Sterling Page Speed als wichtigen Faktor. Die Ergebnisse der Voice Search kommen meist von schnell ladenden Seiten. Doch auch die Autorität der Seiten scheint eine Rolle zu spielen. Fast drei Viertel der Ergebnisse bei Google Home kommen aus den Top 3 der Desktop SERPs zu diesem Keyword.

Wo ranken Ergebnisse der Sprachsuche beim Desktop, © Backlinko

Darüber hinaus fand Backlinko heraus, dass nur 36 Prozent der Ergebnisse auf Schema beruhen. Dennoch ist es ein gutes Instrument, um dem Algorithmus zu erklären, in welchem Kontext Inhalte stehen. Weiterhin kommen 41 Prozent der Ergebnisse der Backlinko-Studie aus Featured Snippets. Das beweist deren Kompatibilität mit Ergebnissen für die Sprachsuche. Die Implementierung von HTTPS ist ebenfalls elementar.

Zusätzlich erfahren wir von Search Engine Lands Dave Davies mit Bezug zur Backlinko-Studie mehr über die Struktur optimierter Suchergebnisse. So sind diese für die Sprachsuche im Schnitt 29 Wörter lang. Zudem liegt das sprachliche Level der untersuchten 10.000 Ergebnisse etwa im Bereich der neunten Klasse. Demnach sollten Inhalte, die für die Sprachsuche optimiert werden sollen, keine zu komplexe Darstellung erfahren.

Entitäten beeinflussen Googles Voice Search Ergebnisse

Dave Davies setzt in seinem Beitrag weiterführend ein Beispiel an, dass uns zeigen soll, wie zentral Entitäten für Google sind, um Sprachsuchergebnisse darzustellen. Er präsentiert dazu eine ausschnitthafte Grafik der Entitäten im Kontext seines Namensvetters Dave Davies von der Band The Kinks.

Dave Davies Entitäten im Ausschnitt, © Dave Davies

Google nutzt die Beziehungen zwischen den Entitäten und die Referenzen im Web, um für die suchenden Nutzer die besten Ergebnisse liefern zu können. Mit der Frage nach Dave Davies können also das Kinks Bandmitglied und zum Beispiel sein Bruder, Ray Davies, schnell gefunden werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach ihnen gesucht wird ist größer, als dass nach dem SEO Dave Davies gesucht wird.

Das heißt, dass die Optimierung für Voice Search auch auf das Verständnis um die Referenzen abzielt, die deine Inhalte aufweisen. Daher scheinen längere Artikel etc. in der Sprachsuche besser zu ranken, denn sie liefern meist Antworten auf die Eingangs-, aber genauso auf etwaige Folgefragen.

Google gewichtet nach bestimmten Metriken

Die Suchergebnisse bei Google werden nach bestimmten Metriken präferiert. Diese finden sich im betreffenden Patent der Suchmaschine. Dazu gehört die Verwandtschaft zwischen Entitäten, wie wir sie oben gesehen haben. Doch auch die Relevanz der Entität und des Metiers, in dem sie sich befindet, spielt eine Rolle. Bereiche wie Musik oder Fußball werden als besonders relevant für die Suche angesehen. Daher werden Fußballer oder Musiker, die einen gesuchten Namen tragen, eher gefunden als gleichnamige Personen aus anderen Branchen, die womöglich weniger Preise, Errungenschaften etc. vorzuweisen haben.

Letztlich bewertet Google die Entitäten zudem nach Reviews, Rankings der Beliebtheit usw. Das heißt für Seitenbetreiber, dass sie zwar zunächst die Kernantwort für eine bestimmte Suchanfrage abzudecken versuchen sollten. Doch etwaige Folgefragen sollten dabei ebenso im Fokus stehen. Für eine gute Platzierung bedarf es schlussendlich nach Dave Davies, dem SEO, neben starkem Content, der gut verständlich ist, eine zuverlässige Domain und die Einteilung von Inhalten in leicht nachvollziehbare Segmente.

Um die Voice Search SEO voranzutreiben, bieten sich einige Ansatzpunkte. Und dass dieses Bestreben zukunftsträchtig ist, sollten die Schätzungen zur künftigen Nutzung der Sprachsuche belegen. Um die eigene Seite und gegebenenfalls auch die Marke für die Sprachfunktionen hervorzuheben, sind verschiedene Möglichkeiten vorhanden. Sonic Branding ist ein Aspekt, der in diesem Kontext noch eine Rolle spielen könnte. So oder so, Seitenbetreiber und Marketer, die frühzeitig gute Voraussetzungen für ihre Ergebnisse in der Voice Search schaffen, könnten dadurch effektiv Wettbewerbsvorteile erlangen.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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