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Amazon plant kostenloses Streaming in Deutschland – noch 2022

Amazon plant kostenloses Streaming in Deutschland – noch 2022

Niklas Lewanczik | 14.04.22

Neben Prime Video möchte Amazon noch in diesem Jahr ein kostenloses Streaming-Angebot nach Deutschland bringen. Doch es gibt einen Haken – Werbung.

Ein Ableger des kostenfreien Streaming-Angebots IMDb TV von Amazon soll 2022 nach Deutschland kommen. In den USA und Großbritannien gibt es die Option bereits. Das Angebot wird am 27. April 2022 in Freevee umbenannt. Amazon finanziert diesen Streaming-Dienst über Werbung und konnte die Zahl der User in den vergangenen Jahren verdreifachen. Nun ist sogar die Veröffentlichung eines ersten Original Movies geplant.

Neuer Player inmitten der Streaming Wars: Amazon setzt auf werbefinanziertes kostenloses Streaming

Amazon Prime Video ist in Deutschland knapp hinter Netflix der zweitgrößte Player auf dem Streaming-Markt. Während Disney+ stetig aufholt, konkurrieren Netflix, Amazon Prime Video, Apple TV+, Sky und Co. um die Gunst der Zuschauer:innen – und deren Zahlungswilligkeit. Denn insbesondere Bezahlabonnements fallen für die Unternehmen ins Gewicht.

Doch auch günstigere oder sogar kostenfreie Abonnements werden im hart umkämpften Streaming-Markt zur Alternative, um noch mehr User zu erreichen – und um Einnahmen von Advertisern zu generieren. In den vergangenen Monaten hatte Disney+ bereits mit dem Gedanken gespielt, ein kostengünstigeres Abonnement anzubieten. Dieses würde über Werbung finanziert und könnte als Alternative zur Standardvariante mehr Menschen ansprechen, die nicht gewillt sind, den vollen Abopreis zu bezahlen. Auch Netflix schloss Werbung auf der Plattform zuletzt nicht mehr aus. CFO Spencer Neumann hatte vor kurzem öffentlich erklärt:

It’s not like we have religion against advertising, to be clear. But that’s not something that’s in our plans right now. We have a really nice scalable subscription model, and again, never say never, but it’s not in our plan.

Während Disney+, Netflix, Amazon Prime Video und Co. hunderte Millionen zahlende User verzeichnen, ist insbesondere in den USA das Prinzip, werbefinanziertes kostenfreien Streaming anzubieten, gängig. Auch YouTube streamt dort nun kostenfrei populäre Serien und Filme – allerdings mit Werbung.

So können User in den USA via YouTube streamen, © YouTube
So können User in den USA via YouTube streamen, © YouTube

Wie Amazon bestätigt, kommt ein vergleichbares Angebot bald nach Deutschland.

Das ist Freevee

IMDb TV beziehungsweise Freevee soll noch vor Jahresende hierzulande verfügbar sein. Ashraf Alkarmi, Director von Freevee, erklärt:

Customers are increasingly shifting to streaming ad-supported premium content, and we have developed Freevee to deliver them highly sought content with half the commercials of traditional TV. Our new name clearly communicates who we are: An easy-to-navigate streaming service, available to users for free, whenever and wherever they choose to watch some of the greatest Original and licensed content available.

Im Jahr 2022 soll der Anteil der Originals auf der kostenfreien Plattform um 70 Prozent steigen. Im Mai kommt beispielsweise ein Spin-Off der erfolgreichen Amazon Prime Video-Serie Bosch mit dem Titel Bosch: Legacy heraus. Außerdem werden ab diesem Jahr auch eigens produzierte Filme gestreamt. Als erster Original-Film startet die romantische Komödie Love Accidentally. Diese Inhalte dürften dann schon bald auch für Zuschauer:innen in Deutschland zur Verfügung stehen. Diese erhalten damit eine weitere Streaming-Option, aber eine, für die sie nicht zusätzlich zahlen müssen. Allerdings dürfte es eine Zeit dauern, ehe Freevee sich in Sachen populäre Serien mit Netflix, Apple TV+, Disney+, Sky und Amazon Prime Video messen kann. Doch immerhin hat Amazon die Möglichkeit, erfolgreiche Formate von Prime Video auf Freevee zu übertragen.

Bei der Rezeption der Inhalte auf Freevee müssen User jedoch mit Werbung rechnen. Diese ermöglicht es einerseits Advertisern, gezielt Zuschauer:innen in bestimmten Kontexten anzusprechen, die für ihre Marke relevant sein könnten. Andererseits nutzt Amazon das Angebot als weiteren Umsatzzweig. Denn Advertiser könnten für die Inventare, die durch das Streaming-Angebot geschaffen werden und immer mehr Millionen Menschen potentiell ausgespielt werden können, viel Geld zu zahlen bereit sein.

Amazon holt auf dem Werbemarkt gegenüber Google und Meta auf

Auf Google, Meta und Amazon entfielen 2021 bereits über 70 Prozent der globalen digitalen Werbeausgaben. Für die USA prognostiziert eMarketer für das Jahr 2022, dass Amazon bereits 13,3 Prozent der digitalen US-Werbeeinnahmen aus sich vereinigen kann. Der Werbeumsatz wächst bei Amazon derzeit schneller als bei Google und Meta.

Allein im vierten Quartal 2021 konnte Amazon mit Advertising insgesamt über 9,7 Milliarden US-Dollar einnehmen. Das entspricht im Vorjahresvergleich einem Wachstum von 32 Prozent. Zum Vergleich: Das ist mehr als Google in Q4 mit YouTube Ads umgesetzt hat (8,6 Milliarden US-Dollar), aber deutlich weniger als Googles gesamter Werbeumsatz (61,2 Milliarden US-Dollar).

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