SEO - Suchmaschinenoptimierung

Einmal Ente Orange, bitte: DuckDuckGo trackt nicht und bietet viel

DuckDuckGo verfolgt seine User nicht und spielt weniger Werbung aus als Google. Welche Vorteile die Search Engine bietet und worauf SEOs achten müssen.

© yiorgosgr | Fotolia.com

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Allein der Name macht schon Spaß, aber auch die Suche über DuckDuckGo hat einiges in petto: Infinite Scrolling bietet dem User eine angenehme UX und eine geringere Anzahl von Ads als bei Google könnte Werbetreibende erfreuen: Eine einzige Werbeanzeige auf der Ergebnisseite, ohne sich um die Konkurrenz scheren zu müssen, hat einige Vorteile. Ebenfalls interessant ist, dass die Suchmaschine ihre User nicht trackt. Welches Potential für Advertiser hinter der Suchmaschine steckt, zeigen wir in einem Vergleich zur großen Konkurrenz.

Das Unternehmen

Das Unternehmen aus der Nähe von Philadelphia, das im September 2008 online ging, nutzt mit seiner Mission, das Internetverhalten seiner User nicht nachzuverfolgen, fast ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt. Dabei bauen die Entwickler vor allem auf die Erkenntnis, dass Google sich (oftmals ohne deren Wissen) aus den Daten seiner User konstituiert. Mit der Nutzung von DuckDuckGo vermeidet der User demnach ein Ausspionieren seiner Privatsphäre seitens seiner bevorzugten Suchmaschine und bewahrt so Anonymität.

Obwohl die Suchmaschine den Fokus beim Design auf Funktionalität zu legen scheint, birgt sie großes Potential: bei dem Unternehmen, das sich noch immer in Privathand befindet, verdoppelten sich die Suchanfragen vergangenes Jahr im Vergleich zum Vorjahr. Zwar liegt die Suchmaschine mit 7,1 Millionen Suchanfragen täglich noch weit hinter Google, eine Verdopplung innerhalb eines Jahres allerdings und Googles Verlust an Marktanteilen könnte sie zur ernstzunehmenden Konkurrenz werden lassen.

Anzeige:

© DuckDuckGo.com

© DuckDuckGo.com

Zu sprunghaften Steigerungen der Suchanfragen kam es bei DuckDuckGo bisher etwa im Zusammenhang mit der Änderung der AGB von Google (B) oder dem Bekanntwerden der Überwachungsmethoden der NSA (C). Im vergangenen Jahr implementierten Apple sowie auch Firefox kurz nacheinander eine Suchmaschinenoption für DDG, worauf der Zuwachs zum Jahresende (D + E) zurückzuführen ist.

SEO und Features

DuckDuckGo verspricht eine hochwertige Suche. Dieses Ziel möchte das Unternehmen erreichen, indem von Wikipedia und anderen Crowdsourcing-Seiten zur Verfügung gestellte Daten verwendet werden und auf ein User-Tracking verzichtet wird. Infolgedessen werden auch keine personalisierten Ergebnisse auf den SERPs ausgespielt, so dass jedem User dasselbe Ergebnis angezeigt wird – was bei Google bekanntermaßen nicht der Fall ist.

Die radikale Abkehr von der Konkurrenz ist für SEOs interessant, denn auch die Suchmaschinenoptimierung folgt teilweise anderen Kriterien:

1. Groß- und Kleinschreibung

Am Beispiel Online Marketing vs. online marketing zeigen sich allein schon große Unterschiede auf der SERP.

Links Großschreibung, rechts Kleinschreibung © DuckDuckGo.com

Links Großschreibung, rechts Kleinschreibung © DuckDuckGo.co

Die SERP liefert unabhängig vom Ein- oder Ausschalten der Region völlig unterschiedliche Suchergebnisse above-the-fold. Beiden Seiten gleich ist jedoch der Wikipedia-Artikel in einer Art Knowledge Graph. Google trifft keinerlei Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung und liefert bei beiden Varianten exakt dieselben Ergebnisse.

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2. Relevanz

Beide Search Engines zeigen relevante Ergebnisse an, die in Social Media-Profilen, News und Rezensionen einen gemeinsamen Nenner finden. Die Gemeinsamkeiten deuten auf eine ähnliche Interpretation von Relevanz beider Suchmaschinen hin. Praktisch allerdings bei DDG ist die direkte Anzeige von Profilen above-the-fold, so dass die Suchmaschine nicht für eine Profilrecherche verlassen werden muss.

© DuckDuckGo.com

© DuckDuckGo.com

Dies funktioniert allerdings derzeit nur für Google Plus (Suchanfrage: „g+ Name“) oder Twitter („@name“). Ein weiteres sehr praktisches Feature, das hier kurz Erwähnung finden soll, ist die Möglichkeit über die DDG-Suche Produkte, Social Media-Profile und einiges mehr direkt auf den jeweiligen Webseiten angezeigt zu bekommen – ebenfalls ohne die Suchmaschine verlassen zu müssen. Was kompliziert klingt, ist eigentlich leicht zu verstehen:

© DuckDuckGo

© DuckDuckGo

Die Search Query zu „!m onlinemarketing.de“ führt auf direktem Wege zu Google Maps:

© Google.com

© Google.com

Auf diesem Wege lassen sich unzählige Webseiten schnell und effizient durchsuchen. Welche Seiten in diese Art der Suche eingebunden sind, lässt sich leicht herausfinden, indem du das Ausrufezeichen und einen Buchstaben in das Suchfeld eingibst.

3. Link von Wikipedia

DuckDuckGo empfiehlt Webseitenbetreibern eine Verlinkung von Wikipedia zu erhalten, damit die eigene Seite ein gutes Ranking erzielt. Dies ist jedoch nur in den seltensten Fällen eine einfache Challenge.

4. Hochwertige Backlinks

Qualitativ hochwertige Webseiten können verlinkt werden. Die Wahrscheinlichkeit, gute Backlinks von diesen zu erhalten, ist allerdings häufig gering. Es wird sich mit dem Generieren von Links demnach ähnlich gestalten wie mit den bereits von Google bekannten Linkbuilding-Strategien.

5. Hochwertiger Content

Ebenfalls schon von Google bekannt und sicherlich auch ähnlich zu erreichen, ist die Relevanz hochwertigen Contents.

6. Lokale Keywords

Bei einer geringen Reichweite von unter 10.000 Page Views monatlich, empfiehlt sich für DDG die Verwendung von Geo-Targeting Keywords. Für dein lokalbasiertes SEO kannst du beispielsweise Googles Keyword-Tool nutzen.

7. Mobile

Seit Apple mit dem Rollout von iOS 8 eine Option für DDG in Safari zur Verfügung stellt, sollte eine mobile Optimierung von Webseiten zum Standard gehören. Dies gilt im Übrigen auch für andere Suchmaschinen: Google „drohte“ jüngst mit einem Ranking-Abfall für Webseiten, die nicht für Mobile optimiert sind.

SEOs sollten überdies die schlichte Darstellung, die an ein Google in jungen Jahren erinnert, bei der Planung ihrer Kampagnen beachten.

Am Ende sind die Unterschiede gering – oder?

Aus SEO-Sicht unterscheiden sich Google und DDG wahrscheinlich nur in Nuancen. Aus der Perspektive der Endnutzer sind die Differenzen aber groß. Nicht nur, dass DDG die Suchergebnisse aufgrund des nicht vorhandenen Trackings nicht personalisiert sind, so dass die Suche nicht gefiltert wird. Die nützlichen Features sind hilfreich und erleichtern die Suche. Allein diese Attribute könnten dazu führen, dass DuckDuckGo sich in Zukunft zur bevorzugten Search Engine einer Userschar entwickelt, die nicht weiter getrackt werden möchte und dem Trend folgend wert auf Privatsphäre legt.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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2 Gedanken zu „Einmal Ente Orange, bitte: DuckDuckGo trackt nicht und bietet viel

  1. Andreas

    Hallo Tina,
    interessanter Beitrag über eine lohnenswerte Alternative zu G000gle.
    Hoffentlich bleibt diese Suchmaschine auch weiterhin so aufgeräumt und werbefrei.

    Zum Thema: 1. Groß- und Kleinschreibung. Habe Dein Beispiel mit Firefox und Safari nachgestellt.
    Ich kann beim besten Willen keine unterschiedlichen Suchergebnisse via DuckDickgo bei Groß- und Kleinschreibung feststellen. Bitte überprüfe das nochmal.
    Unter dem dazugehörigen Screenshot wird auf DuckDuckGo.co verwiesen.
    Schreibfehler oder gewollt? ;-)

    Gruß
    Andreas

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