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Social Media Marketing
Influencer Marketing: 3 Trends, die uns 2022 begleiten werden

Influencer Marketing: 3 Trends, die uns 2022 begleiten werden

Ein Gastbeitrag von Alexander Frolov | 29.11.21

Social Commerce, Virtual Influencer und der Aufstieg der Berufsgruppe der Creator: Was steckt hinter den spannendsten Trends im Influencer Marketing?

300 Millionen Euro – so viel werden Marken in Deutschland voraussichtlich im kommenden Jahr ins Influencer Marketing investieren (eine Schätzung, die auf Angaben aus dem Business Insider Intelligence Report basiert). Doch genauso wie Social Media selbst sind auch die Möglichkeiten, die diese bieten, äußerst wandelbar. Erfahre im Folgenden, welche Trends das Influencer Marketing 2022 prägen werden.

1. Neue Möglichkeiten im Social Commerce

Die Zeiten, in denen sich die Möglichkeiten im Social Commerce auf Anzeigen oder Promo-Aktionen konzentrierten, sind längst vorbei. Grund dafür ist das Bestreben der Plattform-Betreiber:innen, mehr als bloß Awareness für eine Marke und deren Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Ihr Ziel besteht stattdessen darin, eine Position im Funnel einzunehmen, die direkt am Ende – also mit unmittelbarer Verbindung zum Kaufabschluss – angesiedelt ist. Hierfür launchen sie immer mehr innovative Verkaufslösungen, die die Customer Journey potenzieller Kund:innen maßgeblich erleichtern soll. So kündigte beispielsweise Google an, YouTube mit einer Shopify-Integration in eine E-Commerce-Plattform verwandeln zu wollen. Und auch Instagram hat neue Shopping Features eingeführt, die es ermöglichen, Käufe direkt innerhalb der App abzuwickeln.

Welchen Gamechanger das vor allem für das Shopping während Live Events bietet, zeigt ein Blick nach Großbritannien, wo Instagram während der letzten Love Island-Staffel ein neues Shoppable TV Feature herausbrachte. Diese Funktion erlaubte der TV Show und dem Einzelhandelsunternehmen Boots eine Kooperation auf einem völlig neuen Level: Zum ersten Mal hatten Zuschauer:innen die Chance, die in der Sendung gezeigten Produkte direkt in der App über den Boots Online Shop zu kaufen. Dieses Beispiel beweist: In Zukunft sind die Möglichkeiten im Social Commerce nahezu grenzenlos. Um von diesen profitieren zu können, ist es für deutsche Marken schon jetzt wichtig, ihre bisher genutzten Vertriebskanäle zu überdenken und neu zu bewerten, inwiefern diese auf soziale Netzwerke ausgeweitet werden könnten.

2. Virtual Influencer – jetzt auch aus Deutschland

Bisher waren virtuelle Influencer vor allem in Asien und Amerika ein großer Trend, doch dieser ist inzwischen auch nach Deutschland geschwappt: @noonoouri gehört derzeit zu den bekanntesten deutschen Accounts, der inzwischen knapp 385.000 Followern zählt. Optisch unterscheidet sich die Influencerin zwar deutlich von anderen virtuellen Kolleg:innen, die möglichst realistisch wirken sollen. Doch was ihre Ziele betrifft, steht Noonoouri ihnen in nichts nach. Vor allem gesellschaftspolitisch ist die virtuelle Influencerin äußert engagiert und kämpft dabei nicht nur gegen Homophobie. Auch beim diesjährigen One Young World Summit war sie vertreten und unterstützte das Ziel, junge Talente aus allen Ländern zusammenzubringen, um sich gemeinsam für einen nachhaltigen sozialen Wandel einzusetzen.

Dieser Ansatz scheint nicht nur Stars wie Kim Kardashian zu imponieren, für deren Beautymarke die virtuelle Influencerin auf Youtube warb. Auch bekannte Marken wie Marc Jacobs, Dior und Versace haben bereits mit Noonoouri kooperiert. Große Markendeals wie diese führen dazu, dass virtuelle Influencer ihre Position im Markt weiter ausbauen können – so erhielt nicht nur Rozy aus Südkorea erst kürzlich Sponsorengelder in Höhe von rund einer Million US-Dollar.

Gründe für die Zusammenarbeit mit virtuellen anstatt mit „echten“ Influencern gibt es viele: Zum einen verfügt Noonoouri über eine sehr gute Follower-Qualität, wobei die Engagement Rate mit 1,92 Prozent deutlich über der menschlicher Influencer liegt, die im Schnitt nur auf 1,07 Prozent kommen [Daten von HypeAuditor, Anmerkung der Redaktion]. Zum anderen können sie und ihre virtuellen Kolleg:innen den Marken jeden noch so verrückten Wunsch erfüllen – völlig egal ob im Weltall oder im Eis der Antarktis. Auch Noonoouri war für den Launch der Netflix-Doku Seaspiracy, welche die ökologischen Auswirkungen des Fischfangs thematisiert, in den Tiefen des Meeres zu sehen – ein Motiv, das sich mit Kooperationspartner:innen aus Fleisch und Blut nicht so einfach umsetzen ließe.

3. Influencer suchen neue Einnahmequellen

Dass auch im Influencer Marketing nicht alles Gold ist, was glänzt, ist längst bewiesen: Eine HypeAuditor-Umfrage hat aufgedeckt, dass gerade einmal vier Prozent der Influence tatsächlich vom Betreiben ihrer Accounts leben können. Die Abhängigkeit von Plattformen wie YouTube, TikTok, Instagram und Co. kommt erschwerend hinzu. Fallen diese aus, so wie es erst im Oktober 2021 geschah, können die Influencer kein Geld verdienen.

Aus diesen Gründen ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr von ihnen nach Alternativen suchen, um ihre Follower auf anderem Wege zu monetarisieren. Fitness Star Pamela Reif macht vor, wie genau das in der Praxis aussehen kann: Die 25-Jährige designt nämlich nicht nur für Modelabels wie NA-KD ihre eigene Kollektion, sondern hat neben diversen (Koch-)Büchern inzwischen sogar eine eigene Food-Marke und die dazu passende App herausgebracht. Mit diesem Unternehmergeist schaffte es Pamela Reif, die ursprünglich durch Fitness-Videos auf YouTube bekannt wurde, im vergangenen Jahr sogar auf die „30 unter 30“-Liste bei Forbes.

Doch auch für kleinere Accounts lohnt es sich, ein zweites oder sogar drittes Standbein aufzubauen. So hat beispielsweise @vanezia_blum, deren Instagram Account derzeit rund 336.000 Abonnent:innen zählt, neben einem eigenen Parfum auch das Modelabel Vanezia auf den Markt gebracht. @zweidiereisen veröffentlichten einen Reiseführer für nachhaltige Urlaube und auch @charlotte_weise, die für Marken wie Kauf dich glücklich oder Stilnest bereits ihre eigenen Kollektionen designt hat, schreibt gerade an ihrem ersten Kochbuch.

Zusammenarbeit mit kleineren Accounts kann sich lohnen

Die Zusammenarbeit mit kleineren Accounts wie diesen hat für Marken einen großen Vorteil, denn im Influencer Marketing gilt, dass kleinere Accounts sehr viel nischigeres Publikum haben, das engagierter ist und mehr auf Beiträge reagiert. Die durchschnittliche Engagement Rate für Influencer aus Deutschland vermittelt, dass die Engagement Rate mit der Anzahl der Follower abnimmt (Zahlen von HypeAuditor):

  • 1.000 bis 5.000 – 5,86 Prozent
  • 5.000 bis 20.000 – 2,73 Prozent
  • 20.000 bis 100.000 – 1,94 Prozent
  • 100.000 bis eine Million – 1,72 Prozent
  • Über eine Million – 1,69 Prozent

Je geringer die Zahl der Follower, desto besser ist häufig das Engagement. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit verhältnismäßig größer ist, dass die Follower dieser Accounts ein Produkt am Ende wirklich kaufen. Was die zusätzliche Monetarisierung ihrer Follower betrifft, stehen die meisten jedoch noch ganz am Anfang. Deshalb werden sie auch 2022 noch den Großteil ihres Einkommens aus klassischen Kooperationen generieren.

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