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Schöne Scheinwelt? Nur 4 Prozent aller Influencer können von ihren Accounts leben
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Schöne Scheinwelt? Nur 4 Prozent aller Influencer können von ihren Accounts leben

Nadine von Piechowski | 15.07.21

5.000 Euro für ein Foto und im Restaurant gratis Essen abstauben – das ist das Klischee, das viele Menschen im Kopf haben, wenn es um das Einkommen von Influencern geht. Eine Studie zeigt jetzt: Die Wahrheit sieht deutlich weniger glamourös aus.

Ein großer Pool, teure Kleidung und das neuste Smartphone: Dass auf Instagram, TikTok und Co. nicht immer ganz die Wahrheit abgebildet wird, sollte mittlerweile den meisten Menschen klar sein. Ein Thema, das bis heute allerdings weitestgehend gemieden wird, ist der finanzielle Aspekt. Genauer: Wie viel Geld verdienen Influencer eigentlich so im Durchschnitt? Und können alle Creator von ihren Social Accounts leben? Die KI-Analyseplattform HypeAuditor veröffentlicht nun die erste Influencer Income Study. Für die globale Umfrage wurden insgesamt 1.865 Influencer mit mehr als 1.000 Followern befragt. Die Untersuchung gibt so Einblicke in die unterschiedlichen Einkommensstufen.

Knapp die Hälfte aller Influencer verdienen Geld mit ihrem Account

Im Rahmen der Umfrage gab knapp die Hälfte (49 Prozent) der befragten Influencer an, von ihrem Instagram-Account finanziell zu profitieren. Der durchschnittliche Verdienst liegt dabei bei circa 2.970 US-Dollar im Monat. Micro-Influencer, die zwischen 1.000 und 10.000 Follower zählen, nehmen monatlich im Durchschnitt 1.420 US-Dollar ein. Mega-Influencer verdienen mit über einer Million Follower durchschnittlich 15.356 US-Dollar im Monat. 47 Prozent der Befragten konnten seit dem Beginn der Pandemie einen Anstieg ihrer Einnahmen auf Instagram feststellen.

Trotz ihrer Einnahmen kann sich nur jede:r 25. Influencer (4 Prozent) über den Instagram Account vollständig finanzieren. Mehr als jede:r Vierte (26 Prozent) hofft allerdings, dass sich dies in Zukunft ändern wird. Markenwerbung macht den Großteil, nämlich 40 Prozent, ihres Einkommens aus, wobei die meisten Marken (56 Prozent) im Gegenzug ein Tauschgeschäft oder Geld anbieten. Tauschgeschäfte oder Geschenke sind dabei für die Creator meist keine guten Deals. Isabelle Mayer, Gründerin und Geschäftsführerin der Influencer-Marketing-Agentur Fab4Media, erklärt im Digital Bash Podcast:

Es ist immer schwierig mit den Giftings. Du musst die Geschenke natürlich alle versteuern und so gesehen müssen die Influencer drauf zahlen. Sie kriegen zwar ein Produkt geschenkt, müssen das aber dann in der Steuererklärung angeben und dann einen gewissen Prozentsatz abgeben und haben davon dann nicht wirklich viel.


Die Influencer, die zu den vier Prozent gehören, die von ihren Social-Media-Aktivitäten leben können, verdienen durchschnittlich 5.912 US-Dollar im Monat. Rechnet man die angegeben Einnahmen auf einen Stundenlohn herunter, bekommen Mikro-Influencer durchschnittlich 31 US-Dollar pro Stunde. Mega-Influencer verdienen rund 187 US-Dollar für 60 Minuten Arbeit.

Influencer investieren durchschnittlich 24 Stunden die Woche in ihre Accounts

Weiter zeigt die Studie von HypeAuditor, dass Influencer durchschnittlich 24 Stunden in der Woche in ihre Instagram Accounts investieren. Die meiste Zeit wird für Posts, Stories und die Kommunikation mit Followern aufgewendet. In das Teammanagement, die Marketingstrategie und die Kommunikation mit Partner:innenn fließt am wenigsten Zeit. Wer jetzt denkt „24 Stunden Arbeit in der Woche und ein Stundenlohn von wenigsten 31 US-Dollar? Das könnte ich mir auch gefallen lassen“, der lässt gedanklich außer Acht, dass die Influencer oft jahrelang ihren Account aufgebaut haben – ohne dabei irgendetwas zu verdienen. Wieso viele Menschen die Arbeit als Creator immer noch nicht wirklich ernst nehmen, erklärt Alex Frolov, CEO von HypeAuditor:

Obwohl die Branche erst vor einem Jahrzehnt entstanden ist, schätzen wir, dass sich inzwischen weltweit über 50 Millionen Menschen als kreative Content Creator bezeichnen. Leider herrscht immer noch wenig Transparenz. […] Weltweit gibt es kaum eine andere Branche, die vergleichbar schnell wächst und so viele neue Kleinunternehmen hervorbringt.

Vielleicht tragen Reports wie die Influencer Income Study dazu bei, dass der Verdienst als Influencer künftig etwas transparenter ist. Übrigens: Die nun bei Twitter und auch bei Facebook anlaufenden Abo-Modelle, wie beispielsweise das Super Follow Feature, sind für viele Creator (noch) unrelevant. Von den befragten Influencern gaben gerade mal acht Prozent an, über derartige Funktionen bei Instagram Geld zu verdienen. Es bleibt abzuwarten, ob sich dies im Laufe der Jahre ändert.

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