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SEO - Suchmaschinenoptimierung
SEO Tutorial: Auf diese Google Updates und Ranking-Faktoren musst du achten

SEO Tutorial: Auf diese Google Updates und Ranking-Faktoren musst du achten

Ein Gastbeitrag von Robert Nabenhauer | 17.08.21

Zeitgemäße SEO muss sowohl die grundlegenden Ranking-Faktoren als auch jede neue Entwicklung bei Suchmaschinen miteinbeziehen. Hier folgt eine Bestandsaufnahme mit wichtigen Eckpunkten und Updates bei Google.

Wer eine Website erstellt, der will Leser:innen etwas mitteilen. Doch bei der Masse an Seiten, die im Internet  vorhanden sind, wird es sehr schwer, Besucher:innen auf sich aufmerksam zu machen. Suchalgorithmen können in diesem Fall eine Hilfe sein. Indessen muss man genau darauf achten, welche Spezifika insbesondere bei Google zu berücksichtigen sind. Ohne die Beachtung wesentlicher Faktoren wird die Website nicht den erwünschten Erfolg bringen. Auch das neue Google Update zur Page Experience und den Core Web Vitals ist für die User Experience von entscheidender Bedeutung und sollte von SEO-Expert:innen in die Strategie miteinbezogen werden.

Einige zentrale Ranking-Faktoren

Die Google-Ranking-Faktoren bestimmen, wie hoch eine Seite tatsächlich rankt. Ohne die Kriterien für die Bewertung einer Seite zu kennen, gestaltet sich SEO schwierig und wird zu einem Lotteriespiel. Je mehr Ranking-Faktoren bekannt sind, umso besser und schneller können Rankings optimiert werden. Google führt keine öffentliche Liste der Faktoren, welche in den Algorithmus der Suchmaschine einfließt. Dennoch lassen sich durch Studien und Äußerungen von Google-Mitarbeiter:innen, zudem durch von Google veröffentlichte Dokumenten einige Faktoren herausstellen:

  • Auswahl des Domainnamens
  • SEO-freundliche URLs
  • Seitenmenü und Sitemap
  • Interne Links
  • Breadcrumb-Navigation
  • Meta Tags
  • Title
  • Meta Description
  • Meta Keywords
  • Mobile Friendly URL
  • Snippet
  • Backlinks

Google Update: Core Web Vitals

Google ermöglicht seit kurzem mithilfe von qualitativen Signalen die Widerspiegelung der User Experience auf einer Webseite. Dabei geht es um die Einstufung und Bewertung der Ladevorgänge und die Interaktivität auf den Seiten. Denn die Nutzer:innenfreundlichkeit ist mittlerweile ein sehr wichtiger Ranking-Faktor. Aus diesem Grund werden seit Juni 2021 die Core Web Vitals zur Bewertung herangezogen.

Im Rahmen der Core Web Vitals wurden drei neue Kennzahlen eingeführt: 

  • Largest Contentful Paint (LCP)
  • First Input Delay (FID)
  • Cumulative Layout Shift (CLS)

Largest Contentful Paint (LCP)

Hier handelt es sich um eine benutzerzentrierte Metrik, bei der die Seitenladegeschwindigkeit gemessen wird. Es bezieht sich auf das Laden des größten (sichtbaren) Elements auf dieser Seite beim Laden derselben. Die zugrundeliegende Idee der Metrik ist diese: Die Wahrnehmung der Benutzer:innen, dass eine Seite geladen wird, entsteht durch das Laden des größten visuellen Elements auf der Seite. Als Zielwert wird hierfür von der Suchmaschine 2,5 Sekunden vorgegeben. LCP wertet die mit bestimmten Tags auf der Seite präsentierten Bild- und Videoelemente aus.  

Wichtige Faktoren, die die LCP-Werte beeinflussen und welche optimiert werden müssen, sind:

  • Langsame Server-Antwortzeiten 
  • JS und CSS, das das Rendern der Seite blockiert
  • Client Side Rendering
Beispielgrafik LC
Beispielgrafik LCP, © Google

First Input Delay (FID)

First Input Delay (FID) misst die Zeit von der ersten Interaktion von Benutzer:innen mit der Website (das heißt wenn diese auf einen Link klicken, auf eine Schaltfläche tippen oder ein benutzer:innendefiniertes, JavaScript-gesteuertes Steuerelement verwenden) bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der Browser tatsächlich in der Lage ist, auf diese Interaktion zu reagieren. Bei der Interaktion kann es sich um das Scrollen oder Klicken handeln.

Die Verfügbarkeit der experimentellen Metrik FID im Chrome UX Report ermöglicht es den Software-Entwickler:innen, eine Basislinie der Interaktivitätserfahrungen zu erstellen. Anhand dieser Basislinie können sie die Veränderung in zukünftigen Versionen beobachten oder einzelne Ursprünge bewerten.

Beispielgrafik FID
Beispielgrafik FID, © Google

Cumulative Layout Shift (CLS)

CLS ist ein Maß für die größte Anzahl von Layout-Verschiebungspunkten für jede unerwartete Layout-Verschiebung, die während der gesamten Nutzungsdauer einer Seite auftritt.

Der CLS drückt die visuelle Stabilität einer Seite aus. Hierbei wird auch beschrieben, wie stark sich diese im Ladeprozess verändert. Eine Layout-Verschiebung tritt immer dann auf, wenn ein sichtbares Element seine Position von einem gerenderten Frame zum nächsten ändert. Eine Häufung von Layout-Verschiebung, bekannt als Sitzungsfenster, liegt vor, wenn eine oder mehrere einzelne Layout-Verschiebungen in schneller Folge auftreten, wobei zwischen den einzelnen Verschiebungen weniger als eine Sekunde liegt und die Gesamtdauer des Fensters maximal fünf Sekunden beträgt. Um ein gutes Nutzer:innenerlebnis zu bieten, sollten Websites einen CLS-Wert von 0,1 oder weniger anstreben. 

Beispielgrafik CLS
Beispielgrafik CLS, © Google

Messung der Core Web Vitals

Es gibt zwei verschiedene Ansätze zur Messung von Core Web Vitals: Labordaten und Felddaten. Für eine zuverlässige Messung sollten beide Methoden kombiniert werden. Seitenbetreiber:innen können hierfür Tools wie zum Beispiel die Google Search Console, PageSpeed Insights, Lighthouse, Chrome DevTools oder neuerdings die Google Search Console Insights nutzen. Ein ausführliches FAQ zu diesem Tool hat Google jüngst veröffentlicht:

Googles Doppel-Core-Update

In den beiden vergangenen Monaten hat es gleich zwei Core Updates hintereinander gegeben. Google hat sich entschieden, im Juli noch ein Core Update an das aus dem Juni anzuschließen, um eine Vielzahl von Verbesserungen in einem Update unterbringen zu können. Dabei konnte es jedoch auch zu Ranking-Schwankungen in beide Richtungen kommen.

Signed Exchanges

Da Google Seiten vor dem Klick auf ein Suchergebnis laden kann, ergeben sich daraus vorstellbare Verbesserungen der Ladezeit. Zu diesem Zweck müssen auf einer Website auf ebendiese Weise bezeichnete Signed Exchanges eingerichtet sein. Google wird Signed Exchanges nutzen, um ein Prefetching (englisch: Vorabruf) von Websites durchzuführen. Die Seiten werden dabei innerhalb der Darstellung einer Suchergebnisseite im Browser des Users gesichert, damit sie beim Klick auf ein Suchergebnis fast sofort zugänglich sind. Dazu werden Googles Cache Server genutzt, die international verteilt sind. Das kann sich positiv auf die Core Web Vitals und somit auf den Largest Contentful Paint auswirken.

Disavow Tool

Das Disavow Tool von Google wurde entwickelt, um Usern die Möglichkeit zu geben, die Auswirkungen bestimmter eingehender Links manuell zu reduzieren und so die Website vor der schlechten Einflüssen zu bewahren. Es ermöglicht das Abwerten kompletter Top Level Domains. Die Abwertung einer ganzen Top Level Domain durch Disavow ist jedoch riskant. Die Gefahr dabei ist, dass bei einer großen Anzahl von (mutmaßlichen) Spam Links aus dem eigenen Land auch gute Links abwertet werden, was das Ranking der verlinkten Website benachteiligen kann. Außerdem hat Google längst erklärt, dass eine Abwertung von Links weitgehend unnötig ist, da Google Spam Links erkennen und ignorieren kann.

Link Spam Update

Das sogenannte Link Spam Update ist für die Qualitätsverbesserung der Suchergebnisse gedacht. Das Ziel dabei ist, Link Spam einfacher und für viele verschiedene Sprachen erkennen und entfernen zu können. Websites, die an Link Spam beteiligt sind, werden Änderungen in der Suche und bei ihrem Ranking erkennen, da eine Neubewertung der Links durch die Algorithmen stattfindet.

Das Link Spam Update erinnert an die Penguin Updates vergangener Jahre, mit denen Google gleichfalls gegen unnatürliche Links vorgegangen ist. Jedoch existieren jene Aktualisierungen seit einigen Jahren nicht mehr – wenigstens nicht mit entsprechender Transparenz gegenüber Öffentlichkeit.

Fazit

Das Ziel der Google-Suche besteht darin, Nutzer:innen zu helfen, die relevantesten und qualitativ hochwertigsten Websites im Internet zu finden. Daher zielen diese Updates darauf ab, die benutzer:innenfreundlichsten Websites hervorzuheben, damit die User die klarsten und hilfreichsten verfügbaren Informationen erhalten, die ihrer Suche entsprechen.  

Abschließend stellen wir fest, dass Geschwindigkeit und insbesondere die Benutzer:innenerfahrung im digitalen Leben extrem schnell an Bedeutung gewonnen haben. Tatsächlich wird ersichtlich, dass der Punkt hinter dem Verständnis von „Mobile-First“ oder „Core Web Vitals“ ein nutzer:innenorientiertes Internet-Erlebnis ist. Aus diesem Grund sollten Marken, Agenturen für digitales Marketing und Web-Entwickler:innen ihre Geschäftsmodelle im Rahmen der User Experience überprüfen, entsprechende Aktionspläne erstellen und mit endlosen Optimierungen mit der Konkurrenz Schritt halten, indem sie die Outputs ständig testen. Insights dazu finden sie auf Googles Developer Website und auch im News-Bereich diverser Fachmedien.

Kommentare aus der Community

SEO Marketing GmbH am 29.03.2022 um 10:47 Uhr

sehr gut

Antworten
SEO Marketing GmbH am 28.03.2022 um 14:03 Uhr

sehr informativ

Antworten
Harry Frey Marketing am 07.09.2021 um 19:00 Uhr

Hallo Robert,

das ist ein wirklich interessanter Beitrag. Ich finde beim Optimieren einer Webseite sollte man es nicht allzu verbissen und aus Sicht des technischen SEO betrachten. Viele „Seokraten“ versuchen teilweise durch komplexe, techn. Maßnahmen den Algorithmus quasi zu „überlisten“. Das ist z.T. sehr aufwendig und man muss kritisch hinterfragen, ob sich das in der Relation bzgl. Aufwand und Nutzen überhaupt lohnt.

Es ist im Prinzip viel einfacher SEO zu betreiben, wenn man den Content und das Format einer Seite optimiert, – und zwar so, wie es sich Google bzgl. UX für die Nutzer vorstellt und den Algorithmus entsprechend verändert. Das Ranking spiegelt letztlich das Nutzerverhalten und die Nutzererfahrung wieder.

In der Übersicht der Ranking-Faktoren am Anfang des Beitrags könnte man übrigens noch ein bzw. zwei wesentliche und immer wichtiger werdende Faktoren ergänzen: Bilder und Videos. Ist von Google glaube ich auch bestätigt.

Antworten
Robert Nabenhauer am 17.08.2021 um 08:59 Uhr

Danke für die Veröffentlichung des Gastbeitrages!
Beste Grüsse Robert Nabenhauer

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