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SEO - Suchmaschinenoptimierung
Google schreibt inzwischen Knowledge Panels selbst

Google schreibt inzwischen Knowledge Panels selbst

Niklas Lewanczik | 22.04.22

Die Knowledge Panels bei Google geben Suchenden auf einen Blick eine inhaltliche Übersicht zu Objekten ihrer Suchanfragen. Oft zieht Google dabei Inhalte von Wikipedia heran. Doch seit einiger Zeit erstellt das Unternehmen sogar selbst die Texte dafür.

Berlin und London sind zwei sehr unterschiedliche Hauptstädte. Die Knowledge Panels, die bei Google auftauchen, wenn du nach „Berlin“ oder „London“ suchst, sind hingegen gleich aufgebaut – und haben doch einen entscheidenden Unterschied: Die Informationen für das Berlin-Panel hat Google von Wikipedia übernommen. Die Website der Enzyklopädie wird direkt verlinkt. Die Insights zu London wiederum hat Google selbst erstellt. Denn seit wenigen Jahren kreiert die Suchmaschine für bestimmte Knowledge Panels selbst den Content. Damit bleiben Links zu Drittseiten allerdings aus.

Knowledge Panels von Google geschrieben – führt das zu mehr No Click Searches?

SEO-Experte Barry Schwartz weist auf Search Engine Roundtable auf die von Google selbst kreierten Knowledge Panels hin. Auch dem Autor und SEO-Experten Bill Neto war das Phänomen aufgefallen. Er teilte einen Screenshot bei Twitter. Daraufhin gab Danny Sullivan, Chef der Google SearchLiaison, an, dass Google bereits seit 2018 selbst Panels mit Informationen versieht. Seit 2020 steht dann auch Google als Quelle dabei.

Bei der Suche nach „Berlin“ und „London“ zeigt sich das Bild in den SERPs:

Screenshot vom Knowledge Panel zu Berlin bei Google
Screenshot vom Knowledge Panel zu Berlin bei Google
Screenshot vom Knowledge Panel zu London bei Google
Screenshot vom Knowledge Panel zu London bei Google

Ob sich diese Änderung bei Google auf die Klickzahlen bei Wikipedia und anderen Seiten, die als Grundlage für Knowledge Panels dienen, auswirkt, ist kaum nachzuvollziehen. Langfristig könnten jedoch vermehrt Klicks ausbleiben. Immerhin setzt Google zusehends darauf, Suchende schon in den SERPs mit zentralen Informationen zu ihrer Anfrage zu versorgen. Deshalb gibt es Knowledge Panels, Quick Answers, aber auch Bereiche wie „Ähnliche Fragen“ und „Things to know“ oder „Buying Guides“. Durch diese Elemente werden jedoch auch No Click Searches gefördert, was vielen Publishern und Shops Traffic verwehren könnte.

Google hält Studien zu No Click Searches oft für ungenau

2021 machte eine Erhebung von Rand Fishkin bei SparkToro Furore. Demnach endeten 2020 rund zwei Drittel aller Suchanfragen bei Google mit No Click. Als Reaktion erklärte Danny Sullivan, dass die Diskussion um No Click Searches häufig die Nutzungsrealität der Suchmaschine außen vor lasse. Denn tatsächlich werden täglich Milliarden von Klicks an Websites weitergeleitet.

Gründe für No Click Searches können unterdesse direkte Interaktionen mit Unternehmen über Google sein, also ein Anruf, eine Reservierung und dergleichen mehr. Zudem werden die vielen Male, bei denen User eine Suchanfrage neu stellen (weil sie vorher falsch geschrieben war) miteinberechnet. Und auch der Wechsel in die App direkt aus den SERPs kann ein Grund sein, warum No Click Searches in der Analyse zunehmen.

Dennoch könnten viele Suchende länger auf Googles Seite verweilen, wenn dort immer mehr Quick Answers, Kontextinformationen, Preisvergleiche und Co. abgebildet sind, die einen Klick auf eine Drittseite nicht mehr erforderlich machen. Durch ein besseres Verständnis der Suchintention – nicht zuletzt dank der Technologie Multitask Unified Model (MUM), die die ausführliche Beantwortung komplexer Suchanfragen fördern soll – möchte Google immer mehr gesuchtes Wissen direkt in den SERPs zur Verfügung stellen.

Werbeeinnahmen Googles könnten steigen

Suchenden profitieren in der Regel von Googles Bestreben, Informationen unmittelbar und snackable in den SERPs darzustellen. Doch die raumgreifenden Informationsdarstellungen und die Entwicklung hin zu weniger Klicks auf Seiten von Publishern und Retailern könnten sich für Google letztlich auch finanziell lohnen. Denn wenn Shops, Preisvergleichsportale oder Publisher, die hochwertige Inhalte zu spezifischen Suchanfragen bieten können, in den SERPs weniger ins Auge fallen, könnten sie versucht sein, die Sichtbarkeit im Paid-Kontext zu steigern. Search Ads könnten ihnen dann dabei helfen, mehr Aufmerksamkeit und Traffic zu generieren.

Kommt es bei einigen Suchanfragen zu dem Effekt, dass bestimmte Publisher auf Ads zurückgreifen, könnte Google also doppelt profitieren. Die User erhalten für sie relevante kontextuelle Informationen. Und die Werbeeinnahmen steigen. Im vergangenen Quartal konnte Google Werbeumsätze von 61,2 Milliarden US-Dollar verzeichnen. 43,3 Milliarden US-Dollar davon sind auf das Geschäft mit Anzeigen wie Search Ads zurückzuführen.

Wir dürfen gespannt verfolgen, ob Google zukünftig noch deutlich mehr Knowledge Panels inhaltlich selbst kreiert – und ob das langfristig Auswirkungen auf den Google Traffic bei Wikipedia und Co. hat. Die Tendenz hin zu No Click dürfte so oder so zunehmen. Dennoch haben Shops, Publisher und Creator viele Chancen, via Google auf sich aufmerksam zu machen. Es gilt allerdings, die zahlreichen Neuerungen im SEO- und SEA-Bereich aufmerksam zu verfolgen.

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