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SEO - Suchmaschinenoptimierung
Google reagiert auf Studie zu No Click Searches: Jedes Jahr mehr Traffic ins Open Web geleitet

Google reagiert auf Studie zu No Click Searches: Jedes Jahr mehr Traffic ins Open Web geleitet

Niklas Lewanczik | 24.03.21

Eine aktuelle Analyse zeigt, dass inzwischen fast zwei Drittel aller Google-Suchanfragen mit No Click bedient werden. Die Zahlen verzerren aber das Bild davon, wie Menschen Google nutzen, so das Unternehmen.

Die Entwicklung hin zu mehr No Click Searches bei Google ist seit Jahren im Gange. Dafür sorgen immer mehr Informationen in den SERPs, in hochqualitativen Knowledge Panels und Snippets, aber auch Updates wie das Passage Ranking. Gerade für Mobile User ist das nützlich, für Publisher aber zumindest potentiell problematisch. Obwohl diese Entwicklung mit dem Nutzer:innenverhalten korreliert, war die jüngste Analyse von SEO-Experte Rand Fishkin ein Paukenschlag: Er analysierte gut ein Jahr lang über fünf Billionen Suchanfragen weltweit. Und kam zu dem Ergebnis, dass 2020 gut 65 Prozent all dieser Anfragen bei Google mit No Click bedient werden.

Nun scheint Google das mediale Echo, das seine Analyse hervorgerufen hat, nicht besonders gut aufgenommen zu haben. Denn der Head der Google SearchLiaison, Danny Sullivan, reagierte prompt mit einem Blogpost. Darin weist er darauf hin, dass die Diskussion um No Click Searches häufig die Nutzungsrealität der Suchmaschine außen vor lässt. Sullivan zeigt anhand erstaunlicher Zahlen, wie Google immer mehr Menschen mit Unternehmen, Publishern und Informationen zusammenbringt. Dabei werden täglich Milliarden von Klicks an Websites geleitet.

Kontext für die Analyse: Google erklärt Gründe für No Click Searches

Google sendet in jedem Jahr seit seiner Gründung mehr Traffic ins Open Web als im Jahr zuvor. Inzwischen sind es täglich Milliarden von Klicks, die zu Websites führen. Darüber hinaus verbindet Google Menschen mit zahlreichen Unternehmen. Direkt in der Suche können diese schließlich bei einem Business anrufen oder es digital kontaktieren.

Die Erkenntnis, dass immer mehr Suchanfragen aber mit No Click bedient werden, beunruhigte die Digitalbranche aufgrund der Vermutung, dass diese Entwicklung zu Traffic-Einbußen führen könnte. Während das durchaus im Bereich des Möglichen ist, möchte Danny Sullivan einige Missverständnisse zu den No Click Searches ausräumen. So nennt er Gründe, warum es zu Suchanfragen kommt, die derart bedient werden. Dabei kann es dazu kommen, dass User ihre Suchanfrage nachjustieren – das dürften wir alle schon einmal gemacht haben. In dem Fall wäre die erste Anfrage mit No Click bedient; bei der zweiten könnten User aber trotzdem zu einer Website gelangen, dort sogar etwas kaufen oder Relevantes finden. Hier bedeuten vorangegangene No Click Events also nur Daten ohne Kontext.

Sullivan gibt im Blopost auch an, dass Nutzer:innen an schneller Information zu einigen Themen interessiert sind. Lizenzierte Daten von etwa  Wikipedia, Johns Hopkins University CSSE COVID-19 Data oder dem Data Commons Project helfen Google dabei, wichtige Quick Facts in den SERPs darstellen zu können. Auch hier kommt es zu No Click Searches, die vom User intendiert sein können, aber von den Daten-Providern ebenfalls so erwartet werden.

Direkte Interaktion und der Gang in die App als weitere Gründe

Ein weiterer Grund für No Click Searches sind laut Sullivan die direkten Interaktionen von Suchenden mit Unternehmen, die bei Google präsentiert werden. Jeden Monat generiert Google im Schnitt vier Milliarden Verbindungen von Menschen und Unternehmen über die lokale Suche. Dabei kommen über zwei Milliarden Website Visits zum Tragen. Darüber hinaus werden aber auch über 120 Millionen Unternehmen pro Monat mit Usern verbunden, die gar keine Website haben. Wer nun über Google ein Unternehmen anruft, dort digital eine Reservierung vornimmt oder sich einfach über den Standort und Öffnungszeiten informiert, könnte ebenfalls ohne Klick zur Business Website auskommen; das schadet dem Unternehmen in dem Fall aber nicht.

Während viele Menschen bei ihrer Suche auf Websites weitergeleitet werden, gehen User auch häufig aus der Suche direkt in Apps. Ob Amazon, Instagram, Netflix oder Spotify, wer mobil sucht und passende Apps installiert hat, kann bei einigen Suchergebnissen direkt in eine App wechseln, generiert dann aber keinen Website Klick.

26 Website Links auf der mobilen Suchergebnisseite

Über die Jahre haben sich die SERPs bei Google deutlich verändert. Laut Danny Sullivan auch mit dem Hintergrund, dass User schnell finden, was sie suchen – etwa über Google Maps, Snippets oder Karusselle. Aber auch in Bezug auf die Möglichkeiten, Produkte und Dienstleistungen zu finden und mit Unternehmen zu interagieren. Google ist auch eine Plattform für Business-Interaktionen, Menschen finden hier Hotelpreise und können direkt buchen, sie können Produkte finden und kaufen und sie können immer mehr über einzelne, ebenso lokale, Unternehmen erfahren: Bilder, Videos, Bewertungen, Öffnungszeiten, Produktvorschauen etc. zeugen davon. So haben Businesses gute Chancen, über Google mit Menschen und potentiellen Kund:innen in Kontakt zu kommen, selbst wenn es von deren Seite zu No Click Searches kommt.

Dass die Möglichkeiten für Website Clicks auf den Suchergebnisseiten Googles aber gewachsen sind, zeigt eine Zahl an: 26. So viele Website Links finden User im Schnitt auf der Suchergebnisseite der mobilen Suche. Eine deutliche Veränderung zu den ehemals zehn blauen Links auf der Google-Seite. Sullivan ist aber auch der Ansicht, dass Website Links zwar wichtig, viele Informationen aber auch anders aufbereitet für die Nutzer:innen hilfreich sind. Daher wird Google auch weiterhin Features entwickeln, um in der Suche organisierte Informationen schnell zugänglich zu machen. Damit dürfte die Entwicklung der No Click Searches, gerade mobil, nicht gehindert werden. Gleichzeitig ist hier der Kontext aber relevant. Außerdem wächst bei all den No Click Searches die Zahl der Website Links, die Google generiert, aufgrund des immensen Wachstums der Suchanfragen ebenfalls.

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