Video Marketing

YouTube zieht Bilanz: Starke Features und 40 Prozent mehr Top-Verdiener

Die Videoplattform stellt Zahlen zu letztem und Pläne für dieses Jahr vor. Im Zentrum steht der Erfolg der YouTuber, aber auch der Kampf gegen Artikel 13.

YouTubes Susan Wojcicki zieht Bilanz, Screenshot, © YouTube

Bei YouTube ist Wachstum vorprogrammiert, die Plattform ist weiterhin das Non-Plus-Ultra für Bewegtbild-Content. Trotzdem ist sie nicht vor dem Unmut der Nutzer gefeit, wie die negative Rezeption des Rewind Videos zeigte. Während die Zahl großer Kanäle und sehr gut verdienender YouTuber deutlich stieg, soll nun insbesondere für und mit den YouTubern gearbeitet werden. Dazu gehört ebenfalls der Einsatz gegen Artikel 13 der EU-Urheberrechtsreform.

YouTubes Jahr 2018: Starke Zahlen und ein ungewollter Rekord

Susan Wojcicki, CEO von YouTube, gab im Creators Blog eine ausführliche Zusammenfassung der Leistungen der Plattform im vergangenen Jahr und der Ziele für das laufende. Dabei wurden zunächst einige starke Zahlen vorgestellt. 2018 verdoppelte sich die Zahl der Kanäle mit über einer Million Abonnenten beinahe. Zudem wuchs die Zahl der YouTuber, die über die Plattform fünf- oder sogar sechsstellige Beträge einnahmen, um ganze 40 Prozent.

Grafik zu YouTubes Wachstum, Zahlen und Figuren

YouTube macht Kanäle groß und Creator teilweise sogar reich, © YouTube

You’re creating the next generation of media companies and we’re thrilled to see how much the YouTube creator economy is thriving,

kommentiert Wojcicki. Allerdings knackte die Plattform auch einen Rekord, den man nicht für sich beanspruchen wollte. Das Video YouTube Rewind 2018 hat bei 2,5 Millionen Likes ganze 15 Millionen Dislikes gesammelt – ein Spitzenwert. Das Unternehmen hat anerkannt, dass der Rückblick im Video, das als „peinlich“ bezeichnet wird, weder die zentralen Momente aus 2018 noch YouTubes Image besonders gut wiedergibt.

Schaden kann auf das Ökosystem der Videoplattform auch durch Bad Actors zukommen; ein Beispiel wäre Logan Paul. So gibt es immer wieder Updates zu den Richtlinien und neue Features. Zum Beispiel werden seit Kurzem keine Verschwörungsvideos mehr empfohlen und gefährliche Challenges wie die Tide Pod Challenge sind nicht mehr zulässig.

Für 2019 bringt Susan Wojcicki nun drei große Ziele vor:

  • den Erfolg der Creator und Künstler stärken
  • die Kommunikation und das Engagement verbessern
  • der eigenen Verantwortung bewusst werden

Die YouTuber stehen im Fokus

Die Monetarisierung ist und bleibt ein zentrales Thema für die YouTuber und die Plattform selbst. Bedenken im Kontext von Brand Safety hatten Advertiser zeitweise von dieser ferngehalten – doch fast alle sind nunmehr zurück. Sie sind für die Stars und Sternchen auf YouTube extrem wichtig, um Geld mit ihren Videos zu verdienen. Die Genauigkeit des Monetarisierungssymbols wurde um 40 Prozent gesteigert. Zudem können YouTuber nun leichter gegen Entscheidungen des Unternehmens vorgehen.

Des Weiteren sind YouTube Music und Premium als potentielle Monetarisierungskanäle inzwischen in 29 Ländern verfügbar. Und es gibt zahlreiche weitere Optionen, Geld zu machen. Da wären der Super Chat, Channel-Mitgliedschaften, das Ticketing oder die Merchandisingordner, die seit wenigen Monaten auf YouTube präsentiert werden können. Für eine Channel-Mitgliedschaft als Option brauchen Kanäle nun nur noch 30.000 statt wie bisher 100.000 Abonnenten.

Damit die Vielfalt der YouTuber und Inhalte auch in der EU bestehen bleibt, spricht sich Wojcicki gegen Artikel 13 der EU-Urheberrechtsreform aus und verweist auf die Petition SaveTheInternet. YouTube hatte erst kürzlich demonstriert, wie das Videoportal im Falle des Inkrafttretens eines solchen Paragraphen aussehen könnte.

Die Vorteile, die YouTuber der Gesellschaft und der Wirtschaft bringen, sollten über die Urherrechtsreformbestrebungen also nicht vergessen werden.

Auch das Engagement soll optimiert werden

YouTube Studio ist die Benutzeroberfläche für YouTuber und noch in der Betaphase. In diesem Jahr sollen die Tools und Statistiken aber für alle verfügbar gemacht werden. Die Plattform hat bereits neue Features wie CTRs zu Thumbnails oder neue Widgets eingeführt.

Die Kommunikation zwischen YouTube und den Creators ist ebenfalls ein Aspekt, an dem stetig gearbeitet wird. 150 Prozent mehr Antworten an YouTuber gab es in Social Media, die Antwortzeit wurde um 50 Prozent optimiert. 2018 wurden bei über 480 Events aber ebenso Konversationen mit mehr als 18.000 Creators geführt. Die Zahlen zeigen, welch großes Interesse YouTube an den Meinungen der Macher auf der Plattform hat.

Features, die den YouTubern dabei helfen, Views und Follower – und damit schließlich wohl auch Einnahmen – zu generieren, sind etwa Premiere oder Stories. Premiere funktioniert ähnlich wie eine Filmpremiere und gibt Zuschauern die Chance, ein neues Video gemeinsam mit dem Macher zu erleben.

Wer mehr als 10.000 Follower hat, kann zudem auf das populäre Stories-Format zurückgreifen. Darüber hinaus können Kanäle mit 1.000 Followern und mehr nun Community-Beiträge zur Interaktion nutzen.

Zudem wurde das Ranking von Kommentaren verbessert; bei unangemessenen Beispielen können die YouTuber eine Review in zehn Sprachen ansetzen. Und schließlich wurden @Mentions für die Kommentare eingeführt; ein wichtiges Feature für die direktere Kommunikation.

Der eigenen Verantwortung gerecht werden

Da viele Menschen YouTube längst nicht mehr nur für die Unterhaltung, sondern auch News usw. nutzen, setzt die Videoplattform ebenfalls einen Fokus auf seriöse Berichterstattung. Teil dieses Bestrebens ist die Google News Initiative, in deren Rahmen bei YouTube Investitionen in News-Inhalte gemacht wurden. 87 Organisationen aus 23 Ländern wurden dabei Ende letzten Jahres mit Geldern bedacht, um ihre Präsenz bei YouTube zu steigern.

 

Übersicht der Projekte der Google News Initiative, die von YouTube unterstützt werden, © YouTube

Die Projekte der Google News Initiative, die von YouTube unterstützt werden, © YouTube

Zusätzlich wurde der Breaking News-Bereich auf 31 Länder ausgeweitet. Doch es sollen 2019 weitere folgen.

Im Sinne der Verantwortung ist auch, dass, wie bereits erwähnt, gefährliche Challenges und Streiche nicht mehr eingestellt werden dürfen. Insgesamt hat YouTube seine Richtlinien etwas verschärft. So werden Thumbnails und externe Links bei Videos deutlich genauer unter die Lupe genommen; und Verstöße gegen die Richlinien führen zu Strikes. Nach dem Erhalt drei solcher Strikes kann ein Account von Google entfernt werden.

Grafik mit Wegweiser für Inhalte bei YouTube, Figur und Hund, © YouTube

YouTube macht gefährdende Inhalte zum Problemfall, © YouTube

Wohltätigkeit und Lernen werden stark befürwortet

Bei YouTube können seit einiger Zeit auch wohltätige Zwecke begünstigt werden, mit YouTube Giving. Mit dem Hahstag #YouTubeGiving setzt die Plattform seit 2018 auf die stärkere Adaption des Prinzips.

Neben den Spenden, die die Community generieren kann, ist das Wissen natürlich ebenso wertvoll. Daher hat das Unternehmen 65 YouTuber unter 1.000 ausgewählt, um für den Learning Fund zu operieren. Sie sollen mit der Zuwendung Multi Session-Lerninhalte für die Plattform erstellen. Diese werden demnächst ausgerollt und veröffentlicht.

YouTube steht also vor weiteren Veränderungen; die Konzentration auf  Verantwortung, nutzernahe Kommunikation und vor allem die Unterstützung der YouTuber spricht dafür, dass die Community bei und rund um die Plattform dieses Jahr weiter wächst – und noch mehr Top-Verdiener hervorbringt.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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