Video Marketing

Gegen lebensgefährliche Challenges: YouTube verschärft Richtlinien

YouTube hat verschiedene Richtlinien überarbeitet und verbietet gefährliche Streiche und Challenges. Bei unangemessenen Thumbnails droht bald ein Strike.

Die Bird Box Challenge, benannt nach dem Netflix Film, sorgte für Verletzungen und Unfälle, Screenshot YouTube, © Netflix

Die Bird Box Challenge hat schon für Unfälle und eine Warnung von Netflix gesorgt, die Tide Pod Challenge ist lebensgefährlich und zahlreiche Streiche bei YouTube zeugen eher von der Benachteiligung Beteiligter als von Ideenreichtum. Deshalb werden die Richtlinien beim Videoportal nun entsprechend angepasst, sodass gefährdende Challenges nicht mehr gezeigt werden dürfen. Zudem droht YouTube Strikes an, wenn Thumbnails oder Links gegen Vorgaben verstoßen.

Manche Challeges sind gern gesehen, andere nicht

YouTube gibt auf einer FAQ-Seite an, dass die Richtlinien zu gefährlichem und schädigendem Content erweitert wurden. Dabei wird betont, dass man bestimmte Challenges, die viral gehen, gern auf der Plattform sieht, etwa die Water Flip Challenge.

Allerdings sollen gefährdende Challenges – und gewalttätige oder gefährliche Inhalte überhaupt – in Videos bei YouTube keinen Platz mehr haben.

Our Community Guidelines prohibit content that encourages dangerous activities that are likely to result in serious harm, and today clarifying what this means for dangerous challenges and pranks.

Als Beispiele werden in den FAQs die Fire Challenge oder die Tide Pod Challenge genannt. Letztere sieht vor, dass die Nutzer eine Waschmittelkapsel zerbeißen. Dieser virale Trend ist nicht nur inhaltlich fragwürdig, sondern gleichzeitig lebensgefährlich. Die giftigen Stoffe der Waschmittel haben bereits zahlreiche Verletzungen hervorgerufen. Nun warnt etwa Hersteller Tide auf Twitter, dass die Kapseln nur zu einem Zweck bestimmt sind: zum Waschen.

Um den Punkt zu verdeutlichen, hatte man sogar NFL-Superstar Rob Gronkowski eingespannt. Netflix hatte auch vor den Gefahren gewarnt, die die sogenannte Bird Box Challenge birgt, bei der die Menschen alle möglichen Handlungen mit verbundenen Augen vollziehen.

YouTube möchte keine beängstigenden Streiche

Während keine Challenges, die den Tod oder schwere Verletzungen verantworten können, bei YouTube toleriert werden, sind auch bestimmte Streiche nicht mehr erlaubt. Insbesondere solche, die Menschen glauben machen in Gefahr zu sein oder die Kinder emotionalem Stress aussetzen und zu Traumata führen könnten. Als Beispiele werden Drive-By-Shooting-Streiche genannt. In Bezug auf emotionalen Stress sind vorgetäuschte Todesfälle oder dargebotenes Bloßstellen infolge von Fehlern ein Tabu. Um die Richtlinien dahingehend zu optimieren, arbeitete YouTube eigens mit Kinderpsychologen zusammen.

Innerhalb der nächsten zwei Monate werden derlei Videos entfernt; in dieser Zeit müssen die Account-Eigner noch keine Maßnahmen wegen Verletzung der Richtlinien – oder Strikes – fürchten. Nach dieser Zeit allerdings schon. Solche Strikes könnten künftig auf YouTuber auch dann zukommen, wenn sie bei Thumbnails oder Links gegen die Vorgaben verstoßen.

Externe Links, die auf „unerhörte Weise“ die Richtlinien verletzen, werden bei Videos entfernt und führen zum Strike. Das gleiche gilt für Thumbnails, wenn beispielsweise pornographische oder gewaltverherrlichende Bilder eingesetzt wurden.

Inhalte, die vor dieser Änderung eingestellt wurden, werden im Zweifel entfernt, die YouTuber erhalten aber keinen Strike. Nach dem Erhalt drei solcher Strikes kann ein Account von Google entfernt werden.

Andere Videos, welche nicht erlaubt sind, beinhalten etwa das Bauen von Bomben oder Drogenmissbrauch. Wer als Nutzer Videos findet, die gegen diese Regeln verstoßen, kann sie direkt melden. Mit den überarbeiteten Richtlinien könnten einige äußerst gefährliche Trends im digitalen Raum eingedämmt und Verletzungen und Tode verhindert werden. Dazu bedarf es aber einer rigorosen Durchsetzung derselben. Wer Videos für YouTube erstellt, die derlei Inhalte oder ähnlich gelagerten Content aufweisen, sollte sich nunmehr genau mit den Vorgaben auseinandersetzen. Immerhin gibt es mehr als genug kreative Ideen für Videos, die kein solch umfassendes Gefahrenpotential haben.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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