Marketing Strategie

Über 11 Milliarden US-Dollar bei US Advertisern: Werbeausgaben bei Amazon steigen immens

Gut zwei Drittel der Produktsuchen in den USA starten über Amazon. Demnach werden ins Werbenetzwerk immer mehr Budgets gesteckt. Amazon macht Milliarden.

Amazon Advertising, © Amazon

Der von Google und Facebook beherrschte Werbemarkt hat mit Amazon einen Player dazugewonnen, der immer mehr Advertiser anzieht. Zahlen von eMarketer für die USA bestätigen diesen Trend. Während dort zwei von drei Produktsuchen über Amazon starten, werden sich laut Prognose die Werbeausgaben bei der Plattform von 2018 bis 2021 fast verdreifachen – und das nur in den USA. Auf Amazons Werbelösungen setzen Advertiser aufgrund der Daten im Kontext von Produktinteressen mehr und mehr.

Zahlen, die Amazons Werberelevanz belegen

Schon im Herbst 2018 hatten wir darüber berichtet, dass Werbetreibende große Budgets von Google oder Facebook zu Amazon verschieben. Dabei ging es mitunter um 50 bis 60 Prozent der Budgets. Und wer sich inzwischen auf Amazon umsieht, wird nicht umhinkommen zu bemerken, dass Paid an Relevanz und an Inventar, also an Shelf Space, gewonnen hat.

Das Marktforschungsunternehmen eMarketer gab nun mit Bezug auf eine Feedvisor-Studie bekannt, dass in den USA 66 Prozent aller Produktsuchen auf Amazon beginnen.

Die Suche nach Produkten beginnt auf Amazon, © eMarketer

Damit hat das Unternehmen Googles lange Vorherrschaft auch auf diesem Informationsgebiet längst und inzwischen deutlich überwunden. Und selbst wenn ein Produkt schließlich anderswo – womöglich sogar im stationären Handel – gekauft wird, in den meisten Fällen wird Amazons äußerst umfassende Plattform für die Recherche miteinbezogen. Während in den USA noch 20 Prozent auf Suchmaschinen vertrauen, geben lediglich drei Prozent der Befragten an, auf anderen Marktplätzen unterwegs gewesen zu sein, um die Produktsuche zu starten. eMarketers Chef-Analyst Andrew Lipsman erklärt:

Google was the early leader in product searches by virtue of its dominance in all types of search behavior. But with Amazon now deeply ingrained into internet user habits, it has emerged as the primary destination for product searches when users are looking for specific items. Wide product selection, easy checkout and available ratings and reviews create a positive feedback loop that only encourages more product searching over time.

Diese Marktdominanz führt auch dazu, dass Marketer die Daten des Unternehmens als sinnvollen Startpunkt für die eigenen Werbekampagnen anerkennen.

Über 11 Milliarden US-Dollar Werbeausgaben 2019 bei Amazon allein in den USA

eMarketers Prognose geht davon aus, dass 2019 nur in den USA 11,33 Milliarden US-Dollar in Werbung bei Amazon investiert werden. Das bedeutet gegenüber 2018 einen Anstieg von 53 Prozent. Deutlicher wird der rasante Aufstieg der Plattform im Werbesegment aber mit Blick auf die kommenden zwei Jahre. Währen 2020 mit knapp 15 Milliarden US-Dollar Werbeausgaben in den USA gerechnet wird, sollen 2021 schon 19,22 Milliarden zu Buche stehen.

US-Werbeausgaben bei Amazon bis 2021, © eMarketer

Mit dem vorausgesagten Wachstum an Werbeeinnahmen wird Amazon auch seinen Anteil am US-Werbemarkt weiter steigern, von 6,8 Prozent im letzten Jahr auf 11,2 Prozent im Jahr 2021.

Laut Zahlen bei Statista ist Amazon neben Facebook das einzige große Unternehmen, dessen Marktanteil in diesem Jahr steigen soll. Und das deutlich. Infographic: Amazon Challenges Ad Duopoly | Statista © Statista

Immer neue Lösungen für Advertiser machen Amazon als Plattform für Marketer interessanter, während gleichzeitig die fortwährende und wachsende Frequentierung der Seite für Produktsuchen, Produktkäufe, Bewertungen usf. für noch mehr Grundlagen bei Targeting-Optionen und Ähnlichem sorgt. Eine Option für Advertiser sind etwa die im Sommer 2018 gelaunchten Video Ads in der Suche.

Suchergebnisse bei Amazon mit Video Ad und Landing Page des Advertisers (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Amazon

Amazon: Auch für Marketer immer wichtiger

Die Relevanz als (Produkt-)Suchmaschine erlaubt Amazon in den somit immer wertvolleren Suchergebnissen Werbung zu schalten, die den Nutzer genau dann erreicht, wenn er einer Conversion womöglich nahe ist. Erst im Januar wurden neue Targeting-Optionen vorgestellt. Zudem gibt es seit dem Monat auch Metriken für Neukunden einer Marke, die bei der Einschätzung der Kampagnen im Hinblick auf Kundengewinnung hilfreich sein können.

New-to-brand metrics determine whether an ad-attributed purchase was made by an existing customer or one buying a brand’s product on Amazon for the first time over the prior year.

Portfolio

© Amazon

Das Amazon Advertising wird nach den jüngsten Entwicklungen und Prognosen also zu einer Option, die Marketer nicht mehr vernachlässigen können.

Wie liefern in einem Gastbeitrag die fünf häufigsten Fehler beim Werben auf der Plattform und Best Practices. Eine gewinnbringende Praxis dürfte jedoch schon sein, sich auf die Möglichkeiten des wichtigsten Online-Marktplatzes einzulassen, um das Produkt an den Kunden zu bringen. Denn Kundendaten und Konversionsversprechen sind bei Amazon in besonderem Maße vorhanden.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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