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Pinterest Marketing: Wie sich die Plattform in den Fokus der Marketer drängt

Pinterest Marketing bietet für die Branche nicht ausgeschöpftes Potential. Im Rennen mit den großen Plattformen etabliert sich Pinterest langsam aber sicher.

Pinterest. Screenshot YouTube, © Pinterest

In Sachen Marketing wird bei sozialen Plattformen meist auf Facebook, Instagram oder auch Snapchat referiert. Pinterest ist zwar jedem ein Begriff, Pinterest Marketing geht vielen Marketern jedoch nicht problemlos über die Lippen. Das scheint sich jedoch zu ändern, denn die Plattform bietet mit vielen neuen Produkten und Funktionen sowie seiner Konzentration auf Suchanfragen gute Voraussetzungen für effektives Marketing.

Pinterest Marketing: Die guten Voraussetzungen werden erkannt

Facebook, Google, Snapchat, hier werden Marketingbudgets en masse eingesetzt. Das galt für Pinterest, das all seine Einkünfte über Advertising generiert, bislang nur bedingt. Doch das dürfte sich rasch ändern. Schon in diesem Jahr rechnet man laut Recode mit über 500 Millionen US-Dollar Werbeeinkünften. Das ist zwar deutlich weniger als bei Snapchat mit seinen prognostizierten knapp 935 Millionen US-Dollar (Google und Facebook sind in ganz anderen Sphären zu finden), doch zeigt es eine starke Entwicklung. Denn noch 2015 waren es lediglich 100 Millionen an Einkünften für Pinterest.

Digiday UK berichtet, dass Pinterest eine besondere Stellung unter den Plattformen einnimmt. Nach Jill Sherman von Digitas LBi treffe Pinterest den User an einem speziellen Punkt der Customer Journey. Und dieser sei einzigartig. Tatsächlich kennen wir die Inspirationssuche über Pinterest. Sie kann sich durchaus auf einen Kaufwillen beziehen oder zu einem solchen hinführen. Doch was bietet das Pinterest Marketing unabhängig von seiner einzigartigen Positionierung für Marketer?

Features und Werbeformate, die Marketer ansprechen

Pinterest hat erkannt, dass die User besonders auf visuelle Reize reagieren. Im Oktober 2016 konnte es nach eigenen Angaben 150 Millionen monatliche User vorweisen. Davon waren 80 Millionen von außerhalb der USA. Der Seite zufolge seien von den damals 75 Milliarden gespeicherten Inhalten drei Viertel von Unternehmen generiert.

Pinterest Nutzerzahlen 2016, © Pinterest

Der Erfolg der Plattform verweist auf ihre Aktualität und einige Features machen Marketer aufmerksam. So kann die Pinterest Lens die visuelle Bildersuche der User optimieren. Das bindet Nutzer und ermöglicht noch mehr Viewability für einige Pins.

Aber da die Lens noch kein Marketing Produkt ist, bieten andere Optionen bei Pinterest mehr Anknüpfungspunkte für Marketer. Etwa die Promoted App Pins, die im User News Feed Werbeanzeigen für Apps positionieren.

Promoted App Pins© Ad Week

Doch auch der Conversion Tag von Pinterest, den Marketer auf ihrer Website verankern können, ist für Werbetreibende spannend. Hiermit können User auf ihrem Weg zu und bei Pinterest getrackt werden, sodass ein besseres Targeting möglich ist. Nach eigener Aussage ist:

The Pinterest tag […]  a piece of JavaScript code you put on your website to track conversions, and build and optimize audiences to reach valuable customers on Pinterest.

Wie Digiday erklärt, ist das Unternehmen daran interessiert mit Agenturen die Möglichkeiten der Marketing Optimierung auszuloten. Während Größen wie Amazon sich die Anziehungskraft von Pinterests Plattform für die Inspiration gern zu eigen machen würden, schielen auch andere Konkurrenten auf Pinterest. Google hat mit der Google Lens kürzlich ein Feature vorgestellt, das an die Pinterest Lens erinnert.

Ein Aufstieg zu einer Marketing Präsenz kann auch in einem erbitterteren Konkurrenzkampf enden. Das hat auch Snapchat längst erfahren, deren beliebteste Funktionen von Facebook und Instagram kopiert wurden.

Innovative Ansätze Pinterests

Noch muss die Plattform schauen, wo die Einnahmen konkret herkommen. Man möchte die vielen User nutzen, um ihr Interesse für den Verkauf von Ads zu instrumentalisieren. Daher hat Pinterest nun auch Autoplay Video Ads für den Feed der User zugelassen. Da diese Video Ads automatisch spielen, ist es wahrscheinlicher, dass sie auch mehr Views generieren. Wie Marketing Land berichtet, können sich Marketer, die wissen wollen, ob ihre Werbeanzeigen auch wirklich angesehen wurden, auf eine Einschätzung der Nielsen Group verlassen. Diese werde demnach deren Reichweite sowie Alter und Geschlecht der Viewer analysieren, sodass für Marketer auf Basis dessen gar ein Retargeting mit Ads bei Pinterest möglich ist.

Aber auch in Bezug auf die schon erwähnte Sonderstellung Pinterests hinsichtlich des Verständnisses von aktuellen Userinteressen und Kaufwünschen gibt es Fortschritte von Seiten der Plattform. So präsentiert Pinterest Pitch Decks für Specials an bestimmten Tagen. In den USA etwa für den 4. Juli. Nach Angaben von Advertising Age dienen diese Kampagnen, die zwischen 75.000 und 100.000 US-Dollar kosten, dazu, die User mit den richtigen Keywords zur richtigen Zeit zu erreichen.

Pitch Deck Pinterest 4th July Ausschnitt, © Ad Age

Für den 4. Juli etwa gilt, dass 2016 drei Millionen User nach Content zu diesem Thema auf Pinterest suchten. Grund genug für Marketer, die entsprechende Produkte an den Mann oder die Frau bringen wollen, eine Kampagne bei der Plattform in Betracht zu ziehen.

Fazit

Da Pinterest Trends wie kaum eine andere Plattform wahrnimmt, sollten Marketer hier genau hinsehen. Gerade saisonale Produkte lassen sich vermutlich gut vermarkten. Doch auch allgemein gilt: Pinterest als großer Ideenkatalog bietet mit mehr neuen Funktionen und Werbemöglichkeiten großes Potential, um den User schon während seiner Inspirationsphase an Produkte und Marken heranzuführen. Und damit macht sich Pinterest Marketing in der Branche mehr und mehr einen Namen. Aus Marketerperspektive kann Pinterest Gold wert sein.

Doch das Unternehmen muss schauen, dass andere Größen die einzigartige Position Pinterests im Entscheidungs- und Kaufprozess nicht gefährden, indem ähnliche Funktionen übernommen werden. Ob die User deutlich mehr Ads bei den Pins als negativ bewerten werden, bleibt abzuwarten. Innovationen müssen also weiterhin entwickelt werden; und zwar auch mit Blick auf die Nutzer. Das Interesse der Marketer dürfte dabei wohl dennoch im Vordergrund stehen, will man sich weiterhin mit Facebook, Snapchat und Co. messen.

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