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Google Analytics 4: Tracking in der Zukunft
© Edho Pratama - Unsplash

Google Analytics 4: Tracking in der Zukunft

Ein Gastbeitrag von David Zielonka | 15.02.21

Das neue Google Analytics 4 ist 2020 ausgerollt worden. Im Fokus steht das User-Verhalten. Dazu gibt es eine ganze Reihe neuer Funktionen, die das Tracking in der Zukunft verändern werden.

Seit dem 14. Oktober 2020 ist sie verfügbar, die neue Version von Google Analytics. Sie nennt sich Google Analytics 4 (GA4) und bietet zahlreiche neue Features. Das ereignisbasierte User-Verhalten steht dabei im Fokus. Bereits im vergangenen Jahr waren viele Funktionen als Beta-Version der Web und App Property verfügbar – jetzt stehen sie als fester Bestandteil zur Verfügung.

Neue Möglichkeiten zur Datenverarbeitung mit Google Analytics 4

Machine-Learning

Neben der Modellierung (Attribution), Data-Streams (eventbasiertes Tracking) und einer erweiterten Visualisierung (zum Beispiel in Form von Pivot-Tabellen, Trichtern, Customer Journeys) dürfte wohl die Integration von Machine-Learning-Prozessen die größte Neuerung sein. Auch bietet GA4 eine Prognose, welchen Umsatz du mit einer bestimmten Nutzer:innengruppe generieren kannst. Im Mittelpunkt steht die Customer Centricity.

Mehr Daten durch App + Web in einer Property

Zudem bringt GA4 eine neue Verknüpfungsmöglichkeit mit Firebase. Sofern es sich bei deiner mobilen App um ein Firebase-Projekt handelt, kannst du es mit der neuen Analytics-Version verknüpfen. Die Datenströme fließen aus Firebase automatisch in GA4 ein. Die Daten der App lassen sich so einfach in Google Analytics einsehen. Um eine App zu tracken, ist eine Verknüpfung zwischen GA4 und Firebase unentbehrlich, aber auch ein gemeinsames Tracking von Web und App ist nun möglich.

Direkte Integration von Google BigQuery

Die Möglichkeit, GA4 mit BigQuery zu verknüpfen, erlaubt dir weitere Detailanalysen. Weitere Vorteile von BigQuery sind Auswertungen und Analysen zu Geschäftsvorgängen in Echtzeit. Die Ergebnisse können durch Machine Learning prognostiziert werden. Die Verbindung von Analytics und BigQuery war bisher nur über den kostenintensiven „Umweg“ Google Analytics 360 möglich. GA4 lässt sich kostenfrei mit der Datenbank für Rohdatenanalyse verknüpfen. Man kann davon ausgehen, dass GA4 immer mehr als reiner Datensammelpunkt genutzt wird. Die echten Analysen finden dann im eigenen Business Intelligence Tool statt, in welchem auch weitere Daten zum Beispiel aus dem CRM hinzugezogen werden können.

In der neuen Analytics-Version findet vor allem die von einigen Tracking-Fans gefürchtete „Cookie-Problematik“ Beachtung. Der Plan: Die noch vorhandenen Daten werden statistisch hochgerechnet.

Wie lassen sich Zielvorhaben ohne den Einsatz von Cookies auf User-Basis tracken?

Aktuell ist ungewiss, wie lange Cookies noch für das Tracking von Websites genutzt werden können. Die User können frei wählen, ob sie beim Seitenbesuch ein Tracking zulassen wollen oder nicht. Aber nicht nur die zunehmend ausfallenden Cookies sind ein Problem, auch das häufige Wechseln der User zwischen verschiedenen Endgeräten erschwert die Erfassung von Transaktionen. Die Lösung von GA4 lautet Conversion-Modellierung und basiert auf maschinellem Lernen. Es gilt, potenzielle Datenlücken zu füllen, indem Algorithmen aussagekräftige Messwerte berechnen, ohne dass eine konkrete Zuordnung zum User erfolgt. Genutzt werden hierfür unter anderem Verlaufsdaten, die ausgewertet und in Form von anonymisierten Berichten bereitgestellt werden. Du kannst dein Marketing somit auch ohne Cookies zuverlässig tracken und jederzeit auf Änderungen im Nutzer:innenverhalten reagieren.

Vereinfachung des Trackings

Anders als bei Universal Analytics beruht bei GA4 sämtliches Conversion-Tracking auf Ereignissen. Standard-Ereignisse können automatisch getrackt werden. Du kannst zudem für jedes Projekt eigene „Events“ definieren, die dir besonders wichtig sind. Pro Projekt kannst du bis zu 500 unterschiedliche Ereignisse festlegen. Jedem einzelnen Ereignis können wiederum 25 Parameter zugeordnet werden. Neu ist zudem, dass du deinen Kund:innen/Besucher:innen User Properties (Nutzer:inneneigenschaften) zuordnen kannst. Das Ganze geht relativ einfach über den Google Tag Manager.

Daten direkt nach Google Analytics schicken

Egal ob Datenbank, Shop-System oder CRM mit dem sogenannten Measurement-Protokoll hast du die Möglichkeit, Messdaten an deinen GA4 Account zu senden. Dies können beispielsweise Transaktionsberichte aus deinem E-Commerce-System, Callcenter-Interaktionen oder Informationen über den Kund:innenlebenszyklus sein. Neu ist zudem die Umsatzmessung einzelner Abonnenten, bei der wiederkehrende Umsatzdaten an GA4 gesendet werden und du so einen genauen Überblick über den Effekt deiner Werbe- und Marketing-Maßnahmen bekommst.

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Die Berichte bei Google Analytics, (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Google

Fazit

Schnell wird klar, dass die Fortschritte von GA4 umfangreich sind und sich nur schwer in einer gemeinsamen Formel zusammenfassen lassen. Der Fokus liegt insgesamt mehr auf der Interaktion der Nutzer:innen. Die Customer Journey steht im Mittelpunkt des modernen Trackings. Es gilt, Nutzer:innen und ihr Verhalten selbst zu analysieren. Das ist umso erstaunlicher, da Cookies künftig mehr und mehr der Vergangenheit angehören. Chrome beispielsweise hat angekündigt, Werbe-Cookies ab 2022 in seinem Browser nicht mehr zuzulassen. Mit GA4 wird das aber nicht das Ende des Trackings sein.

Im Gegenteil: Die Daten, die du erhältst, geben dir wertvolle Informationen über das Verhalten deiner Kund:innen und somit über den Wert deines Online Marketings, natürlich für Web und App. Hierfür gibt dir GA4 die Möglichkeit, Ereignisse und Parameter so zu definieren, dass du die Nutzer:inneneigenschaften deiner Kund:innen möglichst präzise tracken und auf Bedürfnisse beziehungsweise Änderungen im User-Verhalten rasch reagieren kannst. Ein weiterer Vorteil: GA4 kann hervorragend mit weiteren Tools wie BigQuery und Firebase verknüpft werden. Sofern du schon über einen Universal Analytics Account verfügst, kannst du einfach zusätzlich das neue GA4 implementieren und die alte Version parallel weiternutzen. Wie seine Vorgängerversion wird GA4 weiter ausgebaut und sukzessive mit neuen Berichten und Features ausgestattet.


Zu den Kommentaren
Lothar Wölfel am 20.02.2021 um 17:53 Uhr

Nach dem Genderquatsch hörte ich auf zu lesen.

Antworten
Burim am 17.02.2021 um 09:15 Uhr

Schade wie der Political Correctness Genderwahn um sich greift. Aber irgendjemand wird sich immer „diskriminiert“ fühlen, wir leben schliesslich im Empörungszeitalter.

Antworten
Aaron am 15.02.2021 um 16:50 Uhr

Ich helfe mal kurz:

Nutzer:innen = Nutzern und Nutzerinnen

Kund:innen = Kunden und Kundinnen

Besucher:innen = Besuchern und Besucherinnen.

Vielleicht bin ich ja ein bisserl Altmodisch aber ich möchte Männer auch mit tracken. Wenn angedacht ist das Tracking nur für Frauen zu gestalten kann man die Doppelpunkte gleich weglassen.

Das gibt Grammatikalisch und Optisch keinen Sinn den angedachten Teil der Männer darstellen soll so zu zerstören das man das nicht mal als Keyword brauchen kann.

Antworten
Niklas Lewanczik am 16.02.2021 um 08:15 Uhr

Hallo Aaron,

danke für dein Feedback. Natürlich kannst du das Wording, gerade bei Keywords, so gestalten, wie du möchtest.

Wir versuchen unsere Texte behutsam an eine gendergerechte Sprache anzupassen. Hierbei wird auch das generische Maskulinum unterlaufen, um eine Reproduktion nicht-diverser Zuschreibungen einzuschränken. Dabei steht der Doppelpunkt eben auch für diverse Zuschreibungen, sodass wir nicht allein eine binäre Geschlechtertrennung annehmen. Deshalb wäre Nutzer und Nutzerinnen hier auch nicht das Äquivalent.

Du hast recht, dass die Schreibweise grammatikalisch nicht so korrekt ist wie Nutzer und Nutzerinnen, da sie aber mehr meint, gehen wir diesen Weg (bisher ist die Grammatik noch nicht mit der gendergerechten Sprache gewachsen).

Das Ziel ist keinesfalls, bestimmte Gruppen als Keyword oder anderweitig auszuschließen. Im Gegenteil.

Beste Grüße

Antworten
Aaron am 17.02.2021 um 17:10 Uhr

Auch wenn sie es nicht vorhaben werden damit faktisch Kunden ausgesperrt.

Gerade hier sollte man es besser wissen.

Was sind denn die Suchintentionen?

Es such doch sicher keiner nach:

„Wie kann ich meine Kund:innen tracken“ selbst ohne Doppelpunkt also „Wie kann ich meine Kundinnen tracken“ wird nur in verschwindend geringer Menge vorkommen.

Ich suche nach „Wie wann ich meine Kunden tracken“ und meine damit völlig diskriminierungsfrei alle denn ich käme niemals auf die Idee irgendwen mutwillig ausschließen zu wollen, nur das kommt in ihren Text einfach nicht mehr vor.
Das Google diesen Irrsinn irgendwann mal anpasst ist doch auch nur ne Vermutung.

Es macht schlicht keinen Sinn die Grammatik so zu verhunzen wenn man damit Menschen inkludieren will die in ihrer Streuung faktisch kaum eine Rolle spielen.
Würde ich da jede Strömung einzeln targetieren werde ich nie fertig. Mal abgesehen davon das spezielle Texte oder Produkte für diese Gruppen relativ sinnlos sind wenn sie sich nicht ums direkt Gendern drehen(aber selbst die hat jedes Magazin jetzt in ausreichender Menge publiziert).

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