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Neue Version: Googles Analytics 4 hilft auch in einer Zukunft ohne Cookie Tracking
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Neue Version: Googles Analytics 4 hilft auch in einer Zukunft ohne Cookie Tracking

Niklas Lewanczik | 15.10.20

Im Zentrum der neuen Google-Analytics-Variante steht Machine Learning, während das Tool privatsphärekonform für einen besseren ROI sorgen soll.

Millionen Unternehmen nutzen Googles Tracking Tool Analytics. Viele Marketer sind darauf aus, ihre Nutzung von Analytics zu optimieren – und jetzt liefert Google ihnen eine neue Version. Schon im vergangenen Jahr hatte Google App + Web Property Updates in die Beta-Version gebracht und darauf basierend wurde nun die neue Analytics-Version ausgerollt. Sie fokussiert vor allem Machine-Learning-Mechanismen, um schnell Informationen zum Verständnis von Entwicklungen und Kundenverhalten anzeigen zu können. Dabei ist sie laut Google „von Natur aus datenschutzorientiert“, sodass User auf Analytics setzen können, selbst „wenn Änderungen in der Branche wie Einschränkungen bei Cookies und Identifiern“ zu weniger Daten bei ihnen führen sollten.

Smarte Insights für einen besseren ROI

Die neue Version von Google Analytics ermöglicht automatische Benachrichtigungen zu verschiedenen Trends in deinen Daten. Während so sich verändernde Kundenbedürfnisse analysiert werden können, könnten auch künftige Nutzungsmuster dieser Kunden vorhergesagt werden. Beispielsweise hilft die Ermittlung der Abwanderungswahrscheinlichkeit von Kunden dabei, sich auf die Kundenbindung zu konzentrieren.

Die Churn Probability in Google Analytics
Die Churn Probability in Google Analytics (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Google

Google setzt auch immer neue vorausschauende Metriken ein. Zum Beispiel der potentielle Umsatz, der mit einer Gruppe von Usern generiert werden kann. Mit derlei Insights können die User ihre Audiences besser analysieren und herausfinden, wer mehr ausgibt und womöglich auch warum. Google möchte Marketern insbesondere dabei helfen, ihren ROI zu optimieren. So lassen sich durch eine stärkere Integration von Google Ads auch Zielgruppen erstellen, denen relevantere Inhalte basierend auf den Inisghts aus Analytics ausgespielt können werden. Mit diesem Ansatz sollen auch von Advertisern lange geforderte Optionen ermöglicht werden. Durch die Kombination von Web- und App-Interaktionen können etwa Conversions von YouTube Video-Views neben Conversions von Paid und organischen Channels – wie Search, E-Mail oder Social Media – betrachtet werden. Das hilft dabei, die Marketing-Maßnahmen holistisch zu betrachten.

Die YouTube Engaged Views Conversions in Analytics
Die YouTube Engaged Views Conversions in Analytics (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Google

Erste Erfolge mit dieser Kombination von Daten zeigten sich bereits bei Unternehmen, die die Web + App Property Updates in der Beta-Version getestet hatten. Jeff Kacmarek, Vice President von Domino’s Pizza of Canada, erklärt:

Linking the new Google Analytics to Google Ads enables us to optimize around the actions that matter most to our customers, regardless of how they interact with our brand.

Ein besseres Verständnis der Kundeninteraktion ist möglich

Google erklärt, dass die neue Version von Analytics kundenzentiert ist. Das heißt, dass verschiedene Identifikatoren eingesetzt werden. Zum Beispiel User IDs, die vom Marketer bereitgestellt werden, oder konkrete Google-Signale für die Web + App Properties, die User freischalten können. So können die Analysten etwa sehen, ob ein User ein Unternehmen durch eine Ad im Netz entdeckt, später dessen App installiert und dort einen Einkauf abschließt.

Außerdem soll Analytics dabei helfen, den Customer Lifecycle besser zu verstehen. Von der Akquistion über Conversions bis hin zur Retention. Basierend auf User Feedback hat Google die Berichte reorganisiert und vereinfacht. Marketer sollen nun intuitiver die Insights zu jeder Customer Journey finden, die sie gerade interessiert. So kann im Akquisitions-Bericht zunächst geprüft werden, welche Kanäle Kunden zum Unternehmen bringen. Dann kann in den Berichten zu Engagement und Nutzerbindung geschaut werden, welche Interaktionen noch von den Usern ausgehen – und ob sie als Kunden bestehen bleiben.

Die neuen Berichte bei Google Analytics, (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Google

Mehr Datenkontrolle in unsicheren Zeiten

Die neue Analytics-Version von Google setzt besonders auf eine Datenkontrolle, die Marketer haben sollen. Diesen soll ermöglicht werden, User-Daten nun einfacher zu sammeln, zu speichern und in Analytics zu verwenden. Sehr granulare Kontrollen lassen Marketer entscheiden, wann sie die Daten zur Optimierung von Ads einsetzen oder die Datennutzung limitieren. Web User haben bei Google die Möglichkeit, über ein Browser Add-On die Speicherung ihrer Daten zu Website-Aktivitäten für Google Analytics zu verbieten.

Noch wichtiger ist, dass Google sein Tool Analytics auf eine Zukunft vorbereitet, in der Third Party Cookies und andere Identifier von Marketern womöglich kaum oder gar nicht mehr genutzt werden können. Zukünftig soll Analytics ein Modeling enthalten, das etwaige Datenlücken aufzufüllen vermag. So soll Google Analytics Marketern auch in unsicheren Zeiten angesichts immer neuer Privatsphärevorgaben bei der Einschätzung ihrer Aktivitäten und der Messung von User-Interaktionen helfen.

Da Google sich darüber im Klaren ist, dass viele Marketer ihr Setup nicht von heute auf morgen ändern können, schlägt das Unternehmen vor, eine neue Analytics 4 Property (vorher Web + App Property) parallel zu den bereits vorhandenen Properties zu erstellen. So bleiben die aktuellen Implementationen in Analytics intakt, während die Marketer gleichzeitig von den Features und Datenverarbeitungsoptionen der neuen Version profitieren können. In einem YouTube-Video erhalten User eine Einführung zum Start mit dem Google Analytics 4 Property:

Eine Beta-Version der Analytics-360-Version für Enterprise Marketer ist ebenfalls eingesetzt worden. Hierzu wird Google in Kürze weitere News veröffentlichen.


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Philipp Hönigs am 20.10.2020 um 17:12 Uhr

super danke für den Hinweis

Antworten
Philipp Hönigs am 16.10.2020 um 13:56 Uhr

Hallo zusammen,

das klingt ja ganz gut aber laut unserem Datenschutzbeauftragten kann wegen dem EuGH Urteil schrems ii Analytics nicht mehr verwendet werden. Ich bin mir unsicher ob unser Datenschutzbeauftragte da etwas sehr genau ist oder ob die meisten das Risiko einfach in Kauf nehmen. Hat sich hier durch das Update etwas geändert?

Antworten
Niklas Lewanczik am 19.10.2020 um 10:24 Uhr

Hallo Philipp,

Google selbst gibt lediglich an, dass die neue Version „privacy-centric by design“ sei. Sobald es ohne Identifier oder Cookie Tracking arbeitet, könnte es weiterhin datenschutzkonform (auch in der EU) sein. Das Update hat aber grundlegend an der Funktionsweise von Analytics nicht allzu viel verändert. So ist es gut möglich, dass Analytics in seiner aktuellen Form nicht mit dem EuGH-Urteil Schrems ii kompatibel ist; davon geht auch Jake Thornton bei matomo aus:

https://matomo.org/blog/2020/07/storing-data-on-us-cloud-servers-dont-comply-with-gdpr/

Wir möchten und können allerdings keine datenschutzrechtlichen Hinweise geben und verweisen hierzu auf Fachkräfte aus dem Bereich.

Beste Grüße

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