Digitalpolitik
Meta schließt sich EU-Kodex für mehr Transparenz bei KI-Inhalten an

Meta schließt sich EU-Kodex für mehr Transparenz bei KI-Inhalten an

Larissa Ceccio | 29.07.26

Meta unterzeichnet den EU AI Act Code of Practice. Der freiwillige Verhaltenskodex soll einheitliche Standards für KI-Kennzeichnungen schaffen und KI-Anbieter:innen auf die ab August geltenden Transparenzpflichten des AI Acts vorbereiten.

Der regulatorische Druck auf die großen Tech-Konzerne in Europa nimmt weiter zu. Während gegen Meta weiterhin ein Verfahren nach dem Digital Services Act (DSA) läuft und dem Konzern wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Kinder- und Jugendschutz auf Facebook und Instagram eine weitere Milliardenstrafe droht, verschärft die EU ihr Vorgehen auch gegen andere Digitalkonzerne. So verhängte die EU-Kommission am 24. Juli ihre bislang höchste Strafe nach dem Digital Markets Act (DMA) gegen Google. Frankreich beschloss zudem als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige.

Vor diesem Hintergrund will Meta nun den freiwilligen EU AI Act Code of Practice zur Transparenz KI-generierter Inhalte unterzeichnen. Das kündigte der Konzern in einem Beitrag im eigenen Newsroom an. Der Verhaltenskodex soll die Umsetzung der Transparenzvorgaben des AI Acts erleichtern und gemeinsame Standards für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte etablieren. Meta begrüßt den Schritt grundsätzlich, fordert jedoch, dass die technischen Anforderungen praktikabel und europaweit einheitlich bleiben. Unterschiedliche Kennzeichnungs- und Offenlegungspflichten könnten nach Ansicht des Konzerns eher für Verwirrung als für mehr Transparenz sorgen.



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Hand hält Smartphone. Hier sind die App Icons von Meta drauf zu sehen.
Foto von Julian Christ auf Unsplash (Änderungen vorgenommen via Canva)


Meta baut Kennzeichnung KI-generierter Inhalte weiter aus

Mit der Unterzeichnung reiht sich Meta in die Gruppe der Unternehmen ein, die den EU AI Act Code of Practice anwenden wollen. Neu ist das Thema für den Konzern allerdings nicht: Bereits Anfang 2024 kündigte Meta erste KI-Labels für Inhalte auf Facebook, Instagram und Threads an und führte zudem Gen AI Prompts für Captions ein. Im weiteren Verlauf weitete der Konzern die Kennzeichnung schrittweise aus und führte AI Labels für Stories und Facebook Posts ein, über die Creator KI-generierte Inhalte transparent kennzeichnen konnten. Nachdem das bisherige Label Made with AI vielfach missverstanden wurde, ersetzte Meta es später durch die Bezeichnung AI info, um Nutzer:innen mehr Kontext über den tatsächlichen Einsatz von KI zu geben. Instagram testet inzwischen ein neues AI Info Label für Posts. Parallel stellte der Konzern einen Forschungsprototypen vor, mit dem Nutzer:innen prüfen können, ob ein Bild mit Meta AI erstellt wurde.

Mit dem Code of Practice verfolgt die EU das Ziel, technische Standards für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte zu harmonisieren und die Umsetzung der Transparenzvorgaben über verschiedene Plattformen und KI-Systeme hinweg zu vereinheitlichen. Meta unterstützt diesen Ansatz grundsätzlich, wirbt jedoch für interoperable Lösungen. Aus Sicht des Konzerns könnten unterschiedliche nationale oder unternehmensspezifische Kennzeichnungssysteme die Umsetzung erschweren und zusätzliche technische Hürden schaffen.

Der Code of Practice bereitet Unternehmen auf den AI Act vor

Der freiwillige Verhaltenskodex soll KI-Anbieter:innen dabei unterstützen, die Transparenzanforderungen des EU AI Acts bereits vor deren verbindlicher Anwendung umzusetzen und die Vorgaben europaweit möglichst einheitlich zu erfüllen. Freiwillig ist dabei lediglich der Code selbst – die Transparenzpflichten des AI Acts sind verbindlich. Der Verhaltenskodex dient Anbieter:innen von General-Purpose-AI-Modellen (GPAI) – also KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck wie Meta AI, ChatGPT oder Gemini – als von der EU anerkanntes Instrument, mit dem sie die Einhaltung der Transparenzvorgaben des AI Acts nachweisen können. Dazu zählen unter anderem die Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte nach Artikel 50, die ab dem 2. August 2026 gelten.

Mit der Unterzeichnung schließt sich Meta einer wachsenden Zahl von KI-Anbieter:innen an, die den Code of Practice als Grundlage für die Umsetzung der europäischen Transparenzvorgaben nutzen wollen. Ob sich der Code of Practice als gemeinsamer Branchenstandard etabliert, dürfte sich mit dem schrittweisen Inkrafttreten der Transparenzpflichten des AI Acts zeigen.



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