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YouTube Shorts boomen, aber Aufmerksamkeit der User sinkt

YouTube Shorts boomen, aber Aufmerksamkeit der User sinkt

Selina Beck | 04.08.26

Während die Views bei YouTube Shorts um 127 Prozent stiegen, ging die durchschnittliche Betrachtungsdauer eines Shorts deutlich zurück. Worauf Creator jetzt achten sollten.

Die Shorts in YouTube werden immer beliebter: So entstehen 61 Prozent aller YouTube Views über den Shorts Feed, während nur neun Prozent des Traffics über die YouTube-Suche läuft. Allerdings hält die Watchtime der Nutzer:innen nicht lange, zeigt die neue YouTube-Studie 2026, die Metricool veröffentlicht hat.

Metricool hat dabei knapp 800.000 Videos von über 71.000 YouTube-Kanälen weltweit analysiert. Die Analyse zeigt, dass Longform-Videos und Shorts zwar deutlich mehr Views als im Vorjahr erreichen, gleichzeitig aber Wiedergabedauer, Engagement und Werbeumsätze sinken. So steigen die Views von Shorts zwar um 127 Prozent, doch die Watchtime pro Short liegt durchschnittlich nur noch bei 16 Sekunden. Shorts sorgen für eine starke Sichtbarkeit, ob User jedoch danach dabeibleiben, entscheidet sich innerhalb weniger Sekunden.

Die meisten User kommen über die Shorts auf YouTube, © Metricool, Grafik, 61 Prozent Shorts, 11 Prozent Abonnent:innen, 9 Prozent YouTube-Suche etc.
Die meisten User kommen über die Shorts auf YouTube, © Metricool


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© olia danilevich – Pexels


Darauf sollten Creator jetzt achten

Generell steigen die Views um 76 Prozent, doch das Engagement fällt um 45 Prozent. Die durchschnittliche Wiedergabedauer sinkt insgesamt um 37 Prozent. Auch die Monetarisierung insgesamt bricht laut Analyse ein, denn Ad Impressions, monetarisierte Wiedergaben und geschätzte Werbeumsätze sinken jeweils um über 50 Prozent. Der durchschnittliche geschätzte Werbeumsatz pro Video sinkt im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent, monetarisierte Wiedergaben gehen um 59 Prozent zurück. Werbeeinblendungen (minus 51 Prozent) und YouTube Premium-Umsätze (minus 44 Prozent) nehmen ebenfalls ab. Dies liegt vor allem an der gesunkenen Watchtime.

Jedoch zeigen YouTubes Quartalszahlen von Alphabet keineswegs Probleme bei der Monetarisierung: Im zweiten Quartal lag der Umsatz mit YouTube Ads bei 11,1 Milliarden US-Dollar (im Vorjahreszeitraum dagegen nur bei 9,8 Milliarden). Auch die WM hat YouTube als Preferred Platform Milliarden Views eingebracht. Die Analysedaten geben auch nur einen Teileinblick in die tatsächliche Performance auf der Plattform – auch bezüglich Engagement und Views. Zwar ist der Untersuchungsrahmen mit 800.000 sehr hoch angesetzt, jedoch werden im Schnitt täglich über 20 Millionen Videos auf YouTube hochgeladen.

Analyst:innen empfehlen YouTubern clevere Strategien, die beide Formate kombinieren: Shorts helfen dabei, neue Zielgruppen zu bekommen, während Longform-Videos besser für ausführlichere Inhalte geeignet sind. Zudem bekommen Creator, die regelmäßig Shorts veröffentlichen, auch bessere Klicks bei ihren langen Videos. Metricool weist aber darauf hin, dass es sich um eine Korrelation und nicht um einen nachgewiesenen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang handelt. Lea Sindel, PR-, Events- und Education-Spezialistin bei Metricool, meint dazu:

Shorts schaffen mehr Chancen, von neuen Zielgruppen entdeckt zu werden. Doch Sichtbarkeit allein reicht nicht aus: Erst wenn Inhalte zum Dranbleiben, Interagieren und Weiterkommen anregen, entsteht aus Reichweite langfristige Bindung. Wer Shorts und Longform gezielt kombiniert, schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Für Marken und Creator ist es infolgedessen zentral, die Aufmerksamkeit nicht nur zu gewinnen, sondern auch längerfristig zu halten. Reichweite bleibt zwar wichtig, verliert jedoch an Aussagekraft, wenn Zuschauer:innen Inhalte immer schneller verlassen. Ein weiterer interessanter Fact für Creator: Die ersten zehn Tage nach Veröffentlichung eines Videos sind am wichtigsten, denn 83 Prozent der Interaktionen entstehen kurz nach der Veröffentlichung, bereits 58 Prozent aller Interaktionen sogar innerhalb der ersten drei Tage.


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