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Traumjob statt Alltagstrott? Diese Berufe wünschen sich Arbeitnehmer:innen wirklich

Traumjob statt Alltagstrott? Diese Berufe wünschen sich Arbeitnehmer:innen wirklich

Marié Detlefsen | 03.03.26

Viele Beschäftigte in Deutschland träumen von einem ganz anderen Berufsleben, doch nur wenige wagen tatsächlich den Schritt dorthin. Erfahre, welche Traumjobs besonders beliebt sind.

Wer hat noch nie kurz während eines stressigen Arbeitstags darüber nachgedacht, alles hinzuwerfen und etwas völlig anderes zu machen? Vielleicht Tierpfleger:in werden, als Meeresbiolog:in am Meer arbeiten oder doch den sicheren Job im Staatsdienst wählen. Genau diese Frage hat der Adobe Dream and Change Index gestellt – und zeigt jetzt: Viele Arbeitnehmer:innen in Deutschland haben sehr klare Vorstellungen davon, wie ihr beruflicher Idealzustand aussehen würde. Gleichzeitig zeigt die Studie auch, warum dieser Traum für viele ein Traum bleibt.

Geld, Sinn oder Sicherheit – was den Traumjob ausmacht

Würden Arbeitnehmer:innen ihre Karriere komplett neu planen dürfen, würden viele offenbar andere Wege einschlagen als die, auf denen sie heute unterwegs sind. Besonders gefragt sind Berufe, die entweder gute Verdienstmöglichkeiten oder eine hohe Arbeitsplatzsicherheit versprechen. Ganz oben auf der Wunschliste stehen:

  • IT-Spezialist:in: 12,3 Prozent
  • Beamt:in: 4,7 Prozent
  • Ärzt:in: 4,5 Prozent
  • Ingenieur:in: 4,3 Prozent

Neben diesen klassischen Karrierewegen tauchen in den Antworten auch überraschend häufig Berufe auf, die stark mit Leidenschaft oder Natur verbunden sind. Viele Befragte nennen beispielsweise Tierpfleger:in oder Meeresbiolog:in als persönlichen Traumjob. Hier scheint weniger die Karriereleiter im Fokus zu stehen, sondern vielmehr das Gefühl, eine sinnvolle oder erfüllende Tätigkeit auszuüben.

​​Das sind die Traumjobs der Beschäftigten in Deutschland (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Adobe
​​Das sind die Traumjobs der Beschäftigten in Deutschland (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Adobe

Doch was genau macht einen Job eigentlich zum Traumjob? Auch darauf liefert die Studie klare Hinweise. Mehr als die Hälfte der Befragten nennt ein gutes Gehalt als entscheidenden Faktor. Konkret sagen 52,6 Prozent, dass ihre Wunschkarriere vor allem deshalb attraktiv ist, weil sie finanziell gut entlohnt wird. Allerdings spielt Geld nicht die einzige Rolle. Für viele geht es auch um persönliche Erfüllung und Stabilität im Berufsleben: 33,7 Prozent verbinden ihren Traumjob mit Selbstverwirklichung. Zudem sehen 33,3 Prozent vor allem Arbeitsplatzsicherheit als ausschlaggebend. Die ideale Kombination scheint also ein Job zu sein, der sowohl finanziell attraktiv als auch persönlich sinnvoll ist – und gleichzeitig langfristige Sicherheit bietet.

Der Traumjob wirkt für viele unerreichbar

Trotz klarer Vorstellungen glauben viele Deutsche jedoch nicht, dass ihr Traumjob tatsächlich erreichbar ist. Auf einer Skala von eins (sehr unrealistisch) bis fünf (sehr realistisch) bewerten die Befragten ihre Chancen, den Job zu erhalten, im Durchschnitt mit 2,7 Punkten – also eher skeptisch. Ein besonders interessanter Unterschied zeigt sich zwischen den Generationen. So schätzen Babyboomer ihre Chancen mit 2,3 Punkten deutlich pessimistischer ein, während die Gen Z sich dagegen wesentlich optimistischer zeigt und auf 3,2 Punkte kommt.

Jüngere Menschen scheinen also stärker daran zu glauben, dass ein beruflicher Neustart möglich ist – während ältere Generationen eher davon ausgehen, dass große Veränderungen schwieriger umzusetzen sind. Dies kann natürlich damit zusammenhängen, dass jüngere Menschen ihren Berufsstart erst noch vor sich haben und dadurch noch mehr Möglichkeiten sehen, sich zu entfalten.


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Für den Traumjob umziehen? Für viele kein Problem

Doch so groß der Wunsch nach Veränderung auch sein mag: Beim Thema Geld endet für viele die Kompromissbereitschaft. Die Studie zeigt, dass knapp zwei Drittel der Befragten selbst für ihren absoluten Traumjob kein geringeres Gehalt akzeptieren würden. Nur etwa ein Viertel wäre bereit, bis zu zehn Prozent weniger Einkommen in Kauf zu nehmen.

Auch hier unterscheiden sich die Generationen deutlich. Während rund die Hälfte der Gen Z bereit wäre, für den Wunschjob finanzielle Abstriche zu machen, gilt das bei älteren Gruppen deutlich seltener. Sowohl bei Boomer- als auch bei Gen-X-Befragten zeigt sich nur etwa ein Viertel kompromissbereit. Das verdeutlicht, dass selbst bei der idealen Tätigkeit die finanzielle Stabilität ein zentraler Faktor bleibt.

​​Fast sechs von zehn Befragten wären bereit, für ihren Traumjob die Stadt zu wechseln (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Adobe
​​Fast sechs von zehn Befragten wären bereit, für ihren Traumjob die Stadt zu wechseln (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Adobe

Nicht nur beim Gehalt, auch beim Wohnort stellt sich die Frage nach der Bereitschaft zur Veränderung. Und hier zeigt sich überraschend viel Offenheit:

  • Fast sechs von zehn Befragten wären grundsätzlich bereit, für ihren Traumjob die Stadt zu wechseln.
  • Vier von zehn können sich einen Umzug innerhalb Deutschlands vorstellen.
  • Etwa jede sechste Person würde sogar in ein anderes europäisches Land ziehen.

Besonders mobil zeigen sich Menschen aus Bremen, dem Saarland und Mecklenburg-Vorpommern. Trotzdem gibt es auch eine klare Gegenbewegung: Mehr als ein Viertel der Befragten sagt ganz deutlich, dass ein Umzug für einen Job nicht infrage kommt. Bei Frauen liegt dieser Anteil sogar bei fast einem Drittel.

​​Die beliebtesten deutschen Städte für einen Neustart, © Adobe
​​Die beliebtesten deutschen Städte für einen Neustart (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Adobe

Wenn ein Neustart in einer anderen Stadt infrage kommt, gibt es dennoch einige klare Favoriten. Besonders beliebt sind große Metropolen mit vielfältigen Jobmöglichkeiten. Die Top-Fünf-Städte für einen beruflichen Neustart:

  1. Hamburg: 25,2 Prozent
  2. Berlin: 22,1 Prozent
  3. München: 21,5 Prozent
  4. Köln: 15,7 Prozent
  5. Frankfurt: 14,5 Prozent

Gleichzeitig zeigt sich ein deutlicher Trend: Viele Menschen möchten trotz Wechsel möglichst in der Nähe ihrer ursprünglichen Region bleiben. Städte wie Duisburg, Gelsenkirchen oder Wuppertal stehen dagegen deutlich seltener auf der Wunschliste.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Einerseits wünschen sich viele Deutsche mehr vom Berufsleben: bessere Bezahlung, mehr Erfüllung oder einfach einen Neustart in einem anderen Umfeld. Andererseits bleiben viele dennoch in ihrem aktuellen Job, häufig aus sehr praktischen Gründen. Finanzielle Sicherheit, Lebensumstände oder die Einschätzung, dass der Traumjob schwer erreichbar ist, bremsen den Schritt in eine neue Richtung.

Gerade jüngere Generationen scheinen jedoch deutlich offener für Veränderungen zu sein. Sie glauben stärker daran, ihre beruflichen Wünsche tatsächlich umsetzen zu können, und sind eher bereit, dafür auch Risiken einzugehen. Ob der große Traumjob für viele also irgendwann Realität wird, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Sehnsucht nach einem erfüllenden Arbeitsleben ist bei vielen Beschäftigten längst da.


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