Digitalisierung
Ohne Keywords zum Traumjob: LinkedIn erweitert KI-Jobsuche auf weitere Sprachen

Ohne Keywords zum Traumjob: LinkedIn erweitert KI-Jobsuche auf weitere Sprachen

Marié Detlefsen | 14.01.26

LinkedIn erweitert seine KI-gestützte Jobsuche und macht das Feature nun auch auf Deutsch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch verfügbar. Damit will die Plattform Arbeitssuchenden weltweit helfen, passende Stellenangebote zu finden – selbst dann, wenn ihnen die richtigen Fachbegriffe fehlen.

Die Suche nach dem passenden Job ist ein mühsames Unterfangen. Wer nicht genau weiß, welche Begriffe Recruiter verwenden oder welche Filter zu setzen sind, läuft Gefahr, relevante Stellenangebote gar nicht erst zu sehen. LinkedIn will dieses Problem nun entschärfen und macht seine KI-gestützte Jobsuche für deutlich mehr Nutzer:innen weltweit zugänglich.

Wie Erran Berger, Vice President of Product Engineering bei LinkedIn, in einem Post mitteilte, wird die auf Künstlicher Intelligenz basierende Jobsuchfunktion im Laufe dieses Monats global ausgerollt und steht künftig nicht mehr nur englischsprachigen Mitgliedern zur Verfügung. Neu hinzu kommen unter anderem Deutsch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch. Damit öffnet LinkedIn eines seiner zentralen KI-Werkzeuge für einen erheblich größeren Teil seiner Community.

Mithilfe von KI: Weg von starren Filtern, hin zu dialogorientierter Suche

Statt Nutzer:innen dazu zu zwingen, sich an starre Kategorien, Schlagwörter und Dropdown-Menüs anzupassen, orientiert sich das KI-System stärker an der natürlichen Sprache. Mitglieder können ihre beruflichen Wünsche frei formulieren, etwa welche Art von Tätigkeit sie suchen oder in welcher Branche sie arbeiten möchten, ohne die exakten Fachbegriffe kennen zu müssen.

Mithilfe der KI findest du Jobs anhand deiner Beschreibungen, © LinkedIn
Mithilfe der KI findest du Jobs anhand deiner Beschreibungen, © LinkedIn

Die KI analysiert diese Beschreibungen und gleicht sie mit konkreten Stellenangeboten ab. Laut LinkedIn ähnelt dieser Prozess eher einem Gespräch mit einer Karriereberater:in als einer klassischen Suchanfrage. Ziel sei es, laut Erran Berger, auch solche Positionen sichtbar zu machen, an die Kandidat:innen möglicherweise gar nicht gedacht hätten, die aber dennoch zu ihrem Profil passen:

In the past, searching for jobs often meant guessing the right keywords, navigating rigid filters, and hoping the perfect role would show up. With AI-powered job search, we’ve turned this model upside down. Now, our system adapts to you and helps you uncover opportunities and relevant roles you might have never known to look for, helping you advance in your career.

Über 25 Millionen Suchanfragen pro Woche

Dass dieser Ansatz auf Interesse stößt, belegen die aktuellen Nutzungszahlen. Bereits heute greifen laut Unternehmensangaben täglich mehr als 1,3 Millionen LinkedIn-Mitglieder auf die KI-gestützte Jobsuche zu. Pro Woche werden darüber hinaus über 25 Millionen Suchanfragen über das System gestellt. Mit der Ausweitung auf weitere Sprachen dürfte sich diese Nutzung noch einmal deutlich erhöhen. Denn ein Großteil der weltweiten LinkedIn Community ist nicht englischsprachig und war bislang von den erweiterten Suchmöglichkeiten ausgeschlossen oder konnte sie nur eingeschränkt verwenden.

Die erweiterte Jobsuche ist dabei nur ein Baustein in LinkedIns umfassender KI-Strategie. In den vergangenen Monaten hat die Plattform zahlreiche weitere KI-Funktionen eingeführt: von automatisierten Vorschlägen für Beiträge über Unterstützung bei Profilzusammenfassungen bis hin zu Hilfen beim Verfassen von Bewerbungsanschreiben.

Damit bewegt sich LinkedIn auf einem schmalen Grat. Einerseits verspricht der Einsatz von KI mehr Chancengleichheit, bessere Auffindbarkeit von Jobs und eine niedrigere Einstiegshürde für Arbeitssuchende. Andererseits besteht die Gefahr, dass Profile, Anschreiben und Anfragen zunehmend uniform wirken und damit genau das verlieren, was berufliche Netzwerke eigentlich ausmacht: persönliche Einblicke und authentische Expertise.


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© Mikhail Nilov – Pexels

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