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Google vs. Australien: Banner in den SERPs wettert gegen mögliches Gesetz
Googles Banner zum möglichen Gesetz in Australien, Screenshot Google

Google vs. Australien: Banner in den SERPs wettert gegen mögliches Gesetz

Niklas Lewanczik | 29.01.21

In Australien könnte Google per Gesetz dazu gezwungen werden, für News-Inhalte Gebühren zu zahlen. Dagegen wehrt sich das Unternehmen und zeigt in der australischen Suche prominent einen Gegenvorschlag an.

Vielleicht wird Google Australien in diesem Jahr verlassen. Damit hat die größte Suchmaschine der Welt gedroht, sollte ein geplantes Gesetz verabschiedet werden, das das Unternehmen und andere Plattformen wie Facebook dazu zwingt, Verlagen nicht nur Geld für News-Inhalte zu bezahlen, die geteilt werden, sondern diesen auch Vorabinformationen zu Algorithmus-Updates zu geben. Allerdings wäre eine Service-Einstellung für Google der letzte Ausweg und das Unternehmen zeigt sich bereit, eigene Lösungen vorzuschlagen, um für Content von Publishern zu zahlen. Angesichts der Tatsache, dass die australische Regierung von ihrem Plan noch nicht abgerückt ist, zeigt Google jetzt in den SERPs bei der australischen Suche ein großes gelbes Banner, dass auf Googles eigenen Vorschlag hinweist.

„Google hat eine alternative Lösung, die Journalismus unterstützt“

Um das Gesetz in Australien abzuwenden, hat Google nicht nur einen Blogpost erstellt, auf dem Stimmen der australischen Medien- und Wirtschaftsszene sich dagegen aussprechen. Es wurde auch ein Test in Australien gestartet, bei dem einigen Usern dort diverse Publisher in den Google News nicht mehr angezeigt wurden. Zudem sagte Melanie Silva, Googles Managing Director und VP für Australien und Neuseeland, vor dem zuständigen Senatsausschuss in Australien zuletzt eindeutig aus:

If this version of the code were to become law, it would give us no real choice but to stop making Google Search available in Australia.

Auf solche Drohungen wolle Australiens Regierung aber gar nicht eingehen, erklärte der Premierminister Scott Morrison daraufhin. Daher geht Google nun einen noch drastischeren Weg, um die Öffentlichkeit von der eigenen Herangehensweise zu überzeugen. Denn diese beinhaltet eine Alternativlösung für die Bezahlung und Unterstützung von journalistischen Inhalten: Google News Showcase. Bei diesem Programm schließt Google Verträge mit Medienhäusern ab – zuletzt etwa einen globalen Vertrag mit Reuters. Das Programm hat schon über 450 Partner-Unternehmen. Diese Lösung stellt Melanie Silva in einem Video vor, auf das Google über ein großes gelbes Banner in der australischen Google-Suche verlinkt. Auf dieses wurde SEO-Experte Barry Schwartz aufmerksam, der auch darüber berichtete.

Das Banner erklärt den Suchenden, sie mögen von einem Gesetzesentwurf gehört haben, und dass Google für Journalismus zu zahlen bereit sei. Im Video, das über den Link mit dem CTA „Hear our proposal“ aufgerufen werden kann, legt Silva Google News Showcase als Alternative nahe.

Außerdem betont sie, der Gesetzesentwurf zum sogenannten News Media Bargaining Code würde Google Australien, wie es jetzt funktioniert, zerstören.

Google will seinen eigenen Weg gehen

Google möchte mit aller Macht verhindern, dass eine politische Regulierung dem Unternehmen die Bedingungen für die Unterstützung von Publisher Content aufzwingt. Google News Showcase ist für Publisher womöglich eine gute Alternativlösung, allerdings stellt sie eine Bezahlung zu Googles Bedingungen dar – und sie stärkt die Macht, die Google im digitalen Medienbereich innehat, weiter. Wie sehr Google auf die eigene Lösung pocht, wird mit dem unübersehbaren Banner in der Suche in Australien deutlich.

Am 12. Februar wird der zuständige Senatsausschuss in Australien seinen Bericht zum Ende 2020 vorgelegten Gesetzesentwurf einreichen. Daraufhin wird noch im Frühjahr 2021 eine finale Entscheidung vonseiten der Regierung bezüglich des Gesetzes erwartet. Sofern das Gesetz verabschiedet wird, könnte sowohl Google seine Suche in Australien einstellen als auch Facebook das Teilen von News-Inhalten auf seiner Plattform unmöglich machen.

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