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Unternehmensrichtlinien
Facebook verbannt Ads gegen Impfungen – aber nicht alle
© Facebook

Facebook verbannt Ads gegen Impfungen – aber nicht alle

Niklas Lewanczik | 14.10.20

Zwar verbietet Facebook jetzt Anzeigen, die Menschen vom Impfen abhalten sollen oder könnten. Doch Ads, die sich für oder gegen Gesetzgebungen und die Politik zu Impfstoffen aussprechen, sind weiterhin erlaubt.

Das größte soziale Netzwerk der Welt, Facebook, hat einen potentiell großen Einfluss auf die Meinungsbildung und Information seiner User. Dessen ist sich das Unternehmen bewusst; und unangebrachte Inhalte – wie von der Verschwörungstheoriegruppierung QAnon oder Holocaust-Leugnern – werden von der Plattform verbannt. Nun möchte Facebook im Kontext gesundheitlicher Vorsorge die medizinischen Fachkräfte und Experten dabei unterstützen, ein möglichst faktenbasiertes Bild von Impfungen wiederzugeben. So wird Facebook ab sofort keine Ads mehr erlauben, die sich konkret gegen das Impfen aussprechen. Außerdem soll eine Kampagne mit globalen Gesundheitspartnern für höhere Immunisierungsraten sorgen.

Facebook unterstützt bei der Impfung

Via Blogpost klären Kang-Xing Jin, Head of Health, und Rob Leathern, Director of Product Management bei Facebook, über die neuen Richtlinien des Unternehmens im Kontext von Impfungen und Informationen oder Ads zu diesen auf. Dabei wird angesichts der anhaltenden Coronapandemie zunächst deutlich darauf hingewiesen, dass ein genehmigter Impfstoff gegen das Coronavirus noch einige Zeit auf sich warten lassen dürfte – da seien sich die Fachkreise einig. Nichtsdestotrotz, so heißt es im Post, können Menschen dank bewährter Impfstoffe gerade in der Grippesaison gesund bleiben. Daher hat Facebook nun drei neue Maßnahmen zur Unterstützung des Impfens ausgerufen:

  1. Eine Informationskampagne zur Grippeimpfung wird auf Facebook gestartet. Dabei sollen neue Produkt-Features zusätzliche Informationen zu Themen rund um das Impfen bereitstellen.
  2. Weltweit werden Ads verboten, die sich gegen das Impfen aussprechen und Menschen davon abzuhalten suchen. Impfgegnern soll dabei also keine Plattform gegeben werden.
  3. Facebook möchte die Immunisierungsraten erhöhen und arbeitet hierfür mit verschiedenen Partnern aus dem Gesundheitswesen zusammen.

Der UNICEF ist einer dieser Partner. Diane Summers, Senior Advisor, Vaccine Acceptance & Demand bei UNICEF, gibt zum Thema an:

Vaccines have always been a global priority for UNICEF, and will be even more so as the world continues to battle COVID-19. Building demand for vaccination in communities worldwide is key to saving lives. Our collaboration with Facebook is part of our efforts to address vaccine misinformation and share resonant and reassuring information on vaccination.

Informationskampagne zur Grippeimpfung

Facebook gibt im Blogpost an, dass die Gesundheitsbehörden zur Grippeimpfung raten – dieses Jahr aufgrund der Coronapandemie noch eindringlicher als sonst. Darum bietet Facebook seinen Usern nun mit dem Preventive Health Tool nicht nur Informationen zur Impfung im Allgemeinen, sondern informiert auch über die nächstgelegene Impfstelle (in den USA). Im Newsfeed und im Covid-19 Information Center sollen Reminder zur Grippeimpfung, die User teilen können, und Angaben sowie Informationen der Gesundheitsbehörden veröffentlicht werden. Während das Feature diese Woche in den USA ausgerollt wird, soll es bereits in den kommenden Wochen auch in weiteren Ländern zur Verfügung stehen.

Facebook liefert Informationen zur Grippeimpfung.
Facebook liefert Informationen zur Grippeimpfung, © Facebook

WHO begrüßt Facebooks Werbebann für Anti-Impf-Ads

Facebook bezieht jetzt klar Stellung gegen Ads, die sich gegen eine (sinnvolle) Impfung aussprechen. „We don’t want these ads on our platform“, heißt es im Blog dazu. Deshalb werden diese Ads weltweit gesperrt. Zuvor hatte Facebook bereits Anzeigen verboten, die bezogen auf Impfstoffe von der World Health Organization (WHO) und den US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) als Schwindel identifiziert worden waren. Gestern erklärte dann die Social Media Managerin der WHO, Aleksandra Kuzmanovic:

Access to reliable information is important to ensure uptake of safe and effective vaccines. We welcome Facebook’s update of its vaccine ad policies to prohibit ads that discourage people from getting vaccinated.

Allerdings sind Werbeanzeigen, die sich entweder für oder gegen Gesetzgebungen und politische Maßnahmen im Rahmen von Impfungen aussprechen, weiterhin erlaubt. So könnte einigen Impfgegnern noch eine Hintertür offen bleiben, um auf Facebook werblich aktiv zu werden. Doch Facebook muss diese Ads zunächst autorisieren. Und ein „Paid for by“ Label wird ebenfalls integriert, sodass User immer darüber im Bilde sind, wer für derlei Ads verantwortlich ist.

Damit Menschen hinsichtlich der Impfungen nicht nur informiert sind, sondern diese auch weltweit bekommen können, arbeitet Facebook nun mit der WHO und dem UNICEF zusammen. Partner des WHO Vaccine Safety Network sollen geschult werden, um das soziale Netzwerk als Distributionskanal für Public Health Messaging zu nutzen. Außerdem kooperiert Facebook mit UNICEF, um die Konversationen rund um Impfungen in Social Media zu analysieren. Ziel dieses Ansatzes ist, dass Non-Profit-Organisationen die Erkenntnisse nutzen können, um Menschen zu mehr Vertrauen gegenüber Impfstoffen zu verhelfen. Facebook möchte seine User sicher und gesund sehen – und diese angekündigten Schritte sollen einen Gutteil dazu beitragen.


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