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Unternehmensrichtlinien
Facebook verbannt Content von Holocaust-Leugnern
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Facebook verbannt Content von Holocaust-Leugnern

Nadine von Piechowski | 13.10.20

Die Social-Media-Plattform hat die eigenen Richtlinien angepasst und löscht ab sofort jegliche Inhalte, die das Stattfinden des Holocausts infrage stellen.

Facebook geht stärker gegen Hate Speech vor und verbannt ab sofort Content von Usern, die den Holocaust leugnen. Zuvor wurden bereits jegliche Gruppen, Kommentare und Inhalte von Anhängern der QAnon-Verschwörungstheorie entfernt. Monika Bickert, Vice President of Content Policy bei Facebook, erklärt:

Today we are updating our hate speech policy to prohibit any content that denies or distorts the Holocaust. […]  [The] announcement marks another step in our effort to fight hate on our services. Our decision is supported by the well-documented rise in anti-Semitism globally and the alarming level of ignorance about the Holocaust, especially among young people.

Weiter schreibt Bickert, dass eine Untersuchung ergeben hätte, dass ein Viertel der Befragten US-Amerikaner im Alter von 18 bis 39 Jahren glauben, der Holocaust sei ein Mythos. Diesen Glauben wolle die Social-Media-Plattform nicht noch weiter unterstützen.

Zuckerberg: „I’ve struggled with the tension between standing for free expression and the harm caused by minimizing or denying the horror of the Holocaust.“

Auch Facebook-Gründer und CEO Mark Zuckerberg meldet sich bezüglich des Banns zu Wort. Zuckerberg schreibt:

[…] with rising anti-Semitism, we’re expanding our policy to prohibit any content that denies or distorts the Holocaust […] . If people search for the Holocaust on Facebook, we’ll start directing you to authoritative sources to get accurate information. I’ve struggled with the tension between standing for free expression and the harm caused by minimizing or denying the horror of the Holocaust.[…] Drawing the right lines between what is and isn’t acceptable speech isn’t straightforward, but with the current state of the world, I believe this is the right balance.

Dass Facebook Content von Holocaust-Leugnern entfernt, ist ein lang erwarteter Schritt, den die Social-Media-Plattform jetzt macht. Bereits 2018 forderten Organisationen und User, dass derartige Inhalte, Gruppen und Kommentare entfernt werden. Damals erklärte der Facebook-Gründer gegenüber dem Online-Portal Business Insider Australia:

I find [Holocaust denialism] deeply offensive. But at the end of the day, I don’t believe that our platform should take that down because I think there are things that different people get wrong. I don’t think that they’re intentionally getting it wrong. […] Our goal with fake news is not to prevent anyone from saying something untrue – but to stop fake news and misinformation spreading across our services. […] If something is spreading and is rated false by fact checkers, it would lose the vast majority of its distribution in News Feed.

Damals hagelte es für dieses Statement Kritik. Denn die Einschränkung der Reichweite sei nicht effektiv genug, um die Verbreitung von Desinformationen zu bekämpfen. Auch würde ein derartiger Umgang mit Hate Speech auf der Plattform unter dem Deckmantel der Redefreiheit stattfinden. Dies zeige nur, dass Facebook Profit wichtiger sei als die User-Sicherheit.

Von Holocaust-Leugnern bis Fake News zum Coronavirus: Facebook hat ein Problem mit der Verbreitung von Desinformationen

Auf den Facebook Plattformen geteilte Inhalte hatten bereits in der Vergangenheit einen großen Einfluss auf das reale Leben. So sollen die US-Präsidentschaftswahlen 2016 maßgeblich durch die Plattform beeinflusst worden sein. Auch Straftaten wurden bereits aufgrund von geteilten Fake News begangen. In Indien häuften sich 2018 Fälle, in denen sich Lynchmobs bildeten und Menschen tot prügelten, weil zuvor falsche Beschuldigungen über Facebooks Messenger WhatsApp verbreitet wurden.

Auch heute wird die Plattform noch für die Verbreitung von Desinformationen missbraucht. So zeigt ein neue Untersuchung der Press Gazette, dass Facebook die größte Quelle für Fake News über das Coronavirus ist. Dass die Social-Media-Plattform nun härtere Maßnahmen ergreift, um derartigen Content einzuschränken, scheint wie ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Fraglich bleibt, wie Facebook sämtliche Inhalte auf der Plattform überprüfen kann – und wie konsequent dies getan wird.

Facebook verbannt schon gepostete Inhalte von Holocaust-Leugnern nach eigenen Angaben über die kommenden Monate hinweg. Allerdings werden User, die jetzt auf der Plattform nach dem Wort „Holocaust“ suchen, bereits auf eine Informationsseite umgeleitet.


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