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Entlassungswelle: Salesforce und Amazon streichen Tausende von Stellen

Entlassungswelle: Salesforce und Amazon streichen Tausende von Stellen

Larissa Ceccio | 05.01.23

Salesforce plant, etwa zehn Prozent der Belegschaft abzubauen und Amazon will mehr als 18.000 Mitarbeiter:innen kündigen.

Nach Jahren des Wachstums in Zeiten von Covid-19 und dem damit verbundenen enormen Anstieg an E-Commerce-Aktivitäten, Online-Bemühungen und Digital-Advertising bereitet sich die Tech-Industrie aktuell auf magere Jahre vor und setzt beim Personal den Rotstift an. Denn die steigende Inflation und die drohende Rezession stellt auch die Technologiebranche vor erhebliche Herausforderungen. Die Reihe der Tech-Unternehmen, die Entlassungen ankündigten, wird schon seit Monaten immer länger. Salesforce und Amazon sind lediglich die jüngsten Tech-Unternehmen, die Tausende Mitarbeiter:innen entlassen werden oder bereits haben.

Salesforce kündigte an, jede:n zehnte:n Mitarbeiter:in zu entlassen

Seit kurzem ist bekannt, dass auch Salesforce plant, etwa zehn Prozent der Belegschaft abzubauen. Mehr als 7.000 Mitarbeiter:innen wären somit betroffen. Büros in „bestimmten Märkten“ sollen gänzlich geschlossen werden. In einem Brief an die Mitarbeiter:innen und einer entsprechenden Einreichung bei der Securities and Exchange Commission (SEC) verwies Marc Benioff, CEO von Salesforce, auf das „herausfordernde“ Umfeld, in dem das Tech-Unternehmen tätig ist und wies auf den „maßvolleren Ansatz“ der Kund:innen bei Kaufentscheidungen hin.

Benioff fügte hinzu, dass Salesforce während der Coronapandemie zu viele Mitarbeiter:innen eingestellt habe. Das Unternehmen meldete im vergangenen Februar 79.000 Mitarbeiter:innen, was einer Steigerung von 30 Prozent gegenüber 2020 entspricht. Benioff schrieb in dem Brief an die Belegschaft:

As our revenue accelerated through the pandemic, we hired too many people leading into this economic downturn we’re now facing, and I take responsibility for that.

Er sagte, dass die Betroffenen in den USA ein „Minimum“ von fast fünf Monatslöhnen sowie eine Krankenversicherung und „andere Leistungen erhalten, die bei ihrem Übergang helfen“. Außerhalb der USA, sagte Benioff, können gekündigte ehemalige Salesforce-Mitarbeiter:innen mit einem „ähnlichen Maß an Unterstützung“ rechnen.

Salesforce-Umsätze: Nach Rekordzahlen erwartet das US-Software-Unternehmen 2023 erhebliche Rückschläge

Nachdem die Marktkapitalisierung von Salesforce Ende 2021 einen historischen Höchststand von mehr als 300 Milliarden US-Dollar erreicht hatte, hat sie in den vergangenen Monaten eine Art „Korrektur“ erfahren und liegt nun bei rund 134 Milliarden US-Dollar – ungefähr auf dem Stand von vor drei Jahren. Das Unternehmen weigerte sich, im Zuge des jüngsten Ergebnisberichts im vergangenen Jahr eine Umsatzprognose für 2023 abzugeben.

Salesforce sagte, dass die Umstrukturierungsbemühungen zwischen 1,4 und 2,1 Milliarden US-Dollar kosten und voraussichtlich im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2023 anfallen werden.

Amazon bereitet sich auf größten Stellenabbau in der Geschichte des Unternehmens vor

Amazons Kündigungswelle fällt größer aus als bisher angekündigt. Der jüngsten Ankündigung zufolge sind jetzt ebenfalls Mitarbeiter:innen in Europa betroffen. Der Konzernchef Andy Jassy kündigte auf der Unternehmens-Website die Streichung von mehr als 18.000 Arbeitsplätzen an. Bereits im November hatte Amazon die Entlassung von rund 10.000 Beschäftigten bestätigt. Der Stellenabbau ist der größte der Unternehmensgeschichte. Amazon hatte die Beschäftigtenanzahl im Zuge der Coronapandemie, als der Online-Handel sprunghaft anstieg, deutlich erhöht. Im ersten Quartal 2022 waren 1,62 Millionen Menschen für das Unternehmen tätig. Seitdem ist die Mitarbeiter:innenzahl wieder gesunken, Ende September lag sie bei 1,54 Millionen Beschäftigten weltweit. Nicht mit eingerechnet sind Saisonarbeitskräfte, die bei Amazon beispielsweise während der geschäftigen Weihnachtszeit arbeiten.

Wie viele Online-Handelsplattformen in den USA leidet auch Amazon unter sinkenden Anzeigenerlösen. Werbekund:innen sparen wegen der allgemeinen Inflation und steigenden Zinsen. Amazons Geschäft ist weniger profitabel. So sank der Nettogewinn im dritten Quartal 2022 um neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das vierte Quartal erwartet Amazon ein vergleichsweise schwaches Wachstum zwischen zwei und acht Prozent im Jahresvergleich und einen operativen Gewinn zwischen null und vier Milliarden US-Dollar. Im vierten Quartal des Vorjahres hatte Amazon 3,5 Milliarden US-Dollar operativen Gewinn erwirtschaftet.

Nach Aufschwung: Tech-Unternehmen stellen sich auf härtere Zeiten ein

Die Kündigungen bei Salesforce und Amazon folgen auf eine Reihe größerer Entlassungen im vergangenen Jahr, darunter die Facebook-Muttergesellschaft Meta. Es gibt bereits zahlreiche Berichte, dass auch Tesla sich auf eine neue Welle von Entlassungen im ersten Quartal 2023 vorbereitet. Ende August entließ Snapchat etwa 20 Prozent seiner Beschäftigten und somit mehr als 1.200 Menschen. Der neue Twitter-Chef Elon Musk entließ im November etwa die Hälfte seiner 7.500 Mitarbeiter:innen. Laut Daten von Layoffs.fyi, einer Website, die Entlassungen seit Beginn der Pandemie verfolgt, haben Technologieunternehmen allein im Jahr 2022 mehr als 150.000 Stellen abgebaut – verglichen mit 80.000 im Jahr 2020 und 15.000 im Jahr 2021. 

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