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Amazon-Aktie bricht ein: Gewinnverlust und äußerst schwache Umsatzprognose

Amazon-Aktie bricht ein: Gewinnverlust und äußerst schwache Umsatzprognose

Niklas Lewanczik | 28.10.22

Die Quartalszahlen von E-Commerce-Primus Amazon verheißen an der Börse nichts Gutes. Ein Gewinnverlust sowie die schwache Prognose für das vierte Quartal zeugen von der problematischen Wirtschaftslage. Selbst die Cloud-Sparte AWS blieb hinter den Erwartungen zurück.

Am 11. und 12. Oktober veranstaltete Amazon zum ersten Mal überhaupt einen zweiten Prime Day innerhalb eines Jahres. Dieser Aktionstag hat dem Konzern aber nicht dabei geholfen, die Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal 2022 besonders positiv gestalten zu können. Zwar gab es ein Umsatzplus von 15 Prozent und Amazon konnte 127,1 Milliarden US-Dollar an Einkünften einstreichen. Doch der Gewinn blieb mit 2,9 Milliarden US-Dollar hinter dem Vorjahresquartalswert und den Erwartungen zurück. Insbesondere die Prognose für das vierte Quartal samt Weihnachtsgeschäft lässt die Geschäftsführung und Aktionär:innen enttäuscht zurück. Für jenen Zeitraum werden zwischen 140 und 148 Milliarden US-Dollar Umsatz erwartet. Analyst:innen hatten deutlich mehr erwartet. Daher fiel die Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um rund 17 Prozent.

Amazon macht Anleger:innen nicht glücklich: Selbst AWS strauchelt

Im Bericht zu den Quartalszahlen erklärt CEO Andy Jassy:

In the past four months, employees across our consumer businesses have worked relentlessly to put together compelling Prime Member Deal Events with our eighth annual Prime Day and the brand new Prime Early Access Sale in early October. The customer response to both events was quite positive, and it’s clear that particularly during these uncertain economic times, customers appreciate Amazon’s continued focus on value and convenience. […]

Amazon hatte zuletzt nicht nur mit dem Prime Day 2.0, sondern auch mit einer erheblichen Preiserhöhung für den Prime-Bereich den Umsatz anzukurbeln versucht. Für eine Mitgliedschaft bei Amazon Prime müssen Kund:innen seit Sommer 2022 bis zu 43 Prozent mehr bezahlen. In diesem Kontext gewinnt Amazon auch viele Viewer: Die Serie Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht hat beinahe 100 Millionen Viewer zu verzeichnen, während das erste Spiel von Thursday Night Football schon über 15 Millionen Zuschauer:innen anzog. 8,9 Milliarden US-Dollar nahm Amazon in Q3 mit Abonnements ein – doch das Wachstum war vergleichsweise gering und betrug nur neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Advertising Services zeichnen für 9,6 Milliarden US-Dollar des Umsatzes verantwortlich, die Verkäufe durch die Online Stores für 53,5 Milliarden US-Dollar. Sogar der Versandhandel schwächelt bei Amazon. Das Werbegeschäft legte aber immerhin eine die Erwartungen übertreffende Entwicklung hin.

Mit 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz ist der Cloud-Bereich Amazons zwar weiterhin ein wichtiger Wachstumsfaktor für den Konzern; knapp 16 Prozent des Umsatzes gehen auf den Bereich zurück. Aber trotz eines Wachstums von 27 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2021 hatten Analyst:innen mit deutlich mehr Umsatz gerechnet. Google und Microsoft versuchen derweil, im Cloud-Geschäft Boden gutzumachen.

Ob nun das Weihnachtsgeschäft und auch die Cyber Week aufgrund makroökonomischer Faktoren so schwach ausfallen, wie Amazon erwartet, bleibt abzuwarten. An der Börse haben die Prognosen jedoch für Ernüchterung gesorgt. Die Amazon-Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel an der NASDAQ zeitweise um rund 17 Prozent auf 92,04 US-Dollar ins Minus. Denn nicht nur für den Umsatz, auch für den Gewinn im vierten Quartal hat Amazon schwache Zahlen in Aussicht gestellt: Zwischen null und vier Milliarden US-Dollar erwartet der Konzern.

There is obviously a lot happening in the macroeconomic environment, and we’ll balance our investments to be more streamlined without compromising our key long-term, strategic bets. What won’t change is our maniacal focus on the customer experience, and we feel confident that we’re ready to deliver a great experience for customers this holiday shopping season,

so Andy Jassy. Der Konzern werde künftig auch selbst sparen müssen und Einstellungsstopps in bestimmten Abteilungen einsetzen, heißt es von Unternehmensseite.

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