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Technologie
Datenschutz-Ranking der Apps: Instagram gibt fast 80 Prozent der persönlichen User-Daten weiter

Datenschutz-Ranking der Apps: Instagram gibt fast 80 Prozent der persönlichen User-Daten weiter

Niklas Lewanczik | 22.03.21

Eine Analyse von pCloud zeigt eindrücklich, wie viele persönliche Daten Apps mit Dritten teilen oder für sich nutzen. Aufgeführt werden aber auch sehr sichere Apps wie Signal, die keine Daten teilen.

Mehr als die Hälfte aller Apps im App Store teilen persönliche Daten mit Dritten. Das geht aus einer umfassenden Analyse des auf Datenschutz bedachten Cloud-Dienstes pCloud hervor. Dabei zeigt sich auch, dass jedes Mal, wenn du bei YouTube nach Videos suchst, 42 Prozent der geteilten persönlichen Daten weitergeleitet werden. Insgesamt sammeln insbesondere Facebook und Instagram derlei Daten für Dritte und den Eigengebrauch. Die Analyse von pCloud zeigt Tabellen zu den invasivsten Apps, die dokumentieren, welche Daten genau geteilt werden. Darüber hinaus wird eine Übersicht von Apps gegeben, die deine persönlichen Daten hingegen schützen.

Welcher Art von Daten wird von Apps gesammelt?

Wer Apps installiert, muss auch den Nutzungsbedingungen derselben zustimmen. Dazu gehört sehr häufig auch eine Einwilligung, dass die App diverse User-Daten speichern und teilen darf. So hatte beispielsweise WhatsApp vor kurzem angekündigt, den Opt-out für das Datenteilen mit Facebook zumindest für User, die nicht Europa leben, ab Mai zu streichen. Somit kann die App noch mehr persönliche Daten teilen. Seither hat auch die Messaging App Signal Auftrieb erhalten, da diese keine Daten teilt.

Apps können grundsätzlich diverse Daten speichern und für eigene Geschäftszwecke – wie das Marketing – nutzen, oder diese teilen. Dazu gehören Browser-Historien Location-Daten, Banking-Details, Kontaktinformationen (die zum Beispiel Clubhouse bis vor wenigen Tagen fleißig sammelte), Fitness-Daten und viele mehr. Insgesamt hat pCloud festgestellt, dass 52 Prozent aller analysierten Apps persönliche Daten mit Dritten teilen. Dazu kommt, dass sogar 80 Prozent der Apps die Daten zu eigenen Zwecken speichern und etwa für Marketing-Maßnahmen nutzen.

Instagram, Facebook und LinkedIn teilen am meisten mit Third Parties

Im Ranking der Analyse von pCloud führt die populäre Social App Instagram die Liste der Apps, die prozentual am meisten der persönlichen Daten der Nutzer:innen teilen, deutlich an. 79 Prozent dieser Daten werden an Dritte weitergegeben. Dazu zählen Details zu:

  • Käufen
  • Location
  • Kontaktinformationen
  • Kontakten
  • User Content
  • Suchhistorie
  • Browser-Historie
  • Identifier
  • Usage-Daten
  • Finanzinformationen
  • Diagnostics

Wenig überraschend folgt Facebook mit 57 Prozent auf Rang zwei. Die Hälfte aller persönlichen Daten, die mit den Apps geteilt werden, geben sowohl LinkedIn als auch Uber Eats weiter. Auf über 40 Prozent kommen zudem Trainline, YouTube und YouTube Music.

Apps, die Daten mit Dritten teilen, das pCloud Ranking
Apps, die persönliche Daten mit Dritten teilen, das pCloud Ranking (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © pCloud

Die Trend App TikTok teilt immerhin noch über ein Drittel (36 Prozent) der persönlichen Daten mit Dritten – mit mehr Social-Commerce-Optionen und den angekündigten per Default eingestellten personalisierten Ads dürfte die Prozentzahl aber noch steigen. Apps wie Twitter oder Tinder teilen rund 21 Prozent dieser Daten mit Third Parties. Dabei werden bei Tinder in der Regel „nur“ Identifier, Location-Daten und Nutzungsdaten weitergegeben. Das ist allerdings aus Datenschutzsicht immer noch beunruhigend genug. Und insbesondere die Datensammelmaschine Facebook dürfte Datenschützer:innen ein Dorn im Auge sein. Denn auch in Bezug auf gesammelte Daten für eigene Zwecke ist der Social-Konzern ganz oben zu finden.

Neben Facebook und Instagram: Auch Klarna nutzt extrem viele persönliche Daten für eigene Zwecke

Für die meisten User dürfte es keine große Überraschung darstellen, dass Facebook und Instagram die Rangliste der Apps anführen, die prozentual am meisten persönliche Daten für die eigenen Zwecke nutzen; vor allem für Werbung auf den Social-Plattformen. Doch die Zahlen sind enorm. Beide Plattformen speichern und nutzen 86 Prozent dieser persönlichen Daten von Nutzer:innen. Dabei wird auf nur zwei von 14 Datenkategorien, die pCloud aufführt, nicht zurückgegriffen.

Allerdings nutzen auch andere Apps sehr viele solcher Daten für sich. Klarna liegt mit 64 Prozent auf Rang drei, der Lieferdienst Grubhub nutzt prozentual ebenso viele Daten. Uber und Uber Eats nutzen 57 Prozent und Apps wie eBay, LinkedIn oder auch Twitter immerhin die Hälfte der mit ihnen geteilten persönlichen Daten. Dienste wie Uber Eats können beispielsweise Location- oder tageszeitlich relevante Nutzungsdaten nutzen, um personalisierte Ads für Lieferungen zu schalten. LinkedIn wiederum dürfte anhand persönlicher Daten Vorschläge für Kontakte oder Jobs weitergeben – und ebenfalls Werbemaßnahmen treffen.

Apps, die persönliche Daten für eigene Zwecke nutzen, das pCloud Ranking
Apps, die persönliche Daten für eigene Zwecke nutzen, das pCloud Ranking (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © pCloud

Signal, Netflix und Co.: Diese Apps halten deine persönlichen Daten privat

In der umfassenden Analyse von Apps hat pCloud neben all den Applikationen, die enorm viele User-Daten teilen oder für das Marketing nutzen, auch solche Apps aufgeführt, die keine persönlichen Daten weitergeben oder zu Werbezwecken verwenden. Hier machen verschiedene Apps eine gute Figur. Die Open Source Messaging App Signal, Streaming-Riese Netflix, aber auch Clubhouse, Microsoft Teams, Shazam, Skype, Telegram, Zoom, Etsy oder Google Classroom geben laut pCloud keine der persönlichen Daten, die mit ihnen geteilt werden, an Dritte weiter oder nutzen sie explizit zu Marketing-Zwecken.

Sichere Apps, die persönliche Daten nicht weitergeben, pCloud
Sichere Apps, die persönliche Daten nicht (oder nur in geringstem Maße) weitergeben, © pCloud

Die Analyse von pCloud hält noch einige weitere Informationen zum Daten-Tracking bereit, die du auf dem Blog des Unternehmens nachvollziehen kannst. Zur Methodologie bei dieser Analyse ist jedoch unbedingt anzuführen, dass das Unternehmen auf die Privacy Labels im App Store Bezug genommen und somit eine Studie zu Apps im Apple App Store vorgenommen hat. Damit sind die Resultate eindrücklich, spiegeln aber nicht die gesamte App-Landschaft wider. Als Übersicht zu den Praktiken hinsichtlich des Teilens und Einsatzes von persönlichen Daten, die User diesen Apps geben, ist die Analyse jedoch durchaus hilfreich.

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