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Social Media Marketing
TikTok hat eigenen Musik-Streaming-Dienst gestartet

TikTok hat eigenen Musik-Streaming-Dienst gestartet

Niklas Lewanczik | 10.07.23

Mit TikTok Music könnte die Entertainment App Spotify, Apple Music und Co. Konkurrenz machen. Die Plattform soll mit TikTok verknüpft werden, ist zunächst aber nur in ausgewählten Märkten verfügbar.

Reiht sich TikTok Music bald neben Spotify, Deezer, YouTube Music und Apple Music als großer Streaming-Dienst für die aktuellsten Hit Songs ein? Der chinesische Konzern ByteDance untermauert jedenfalls die eigenen Ambitionen in der Musikbranche. Zuletzt wurde bereits die KI-gestützte App zur Musikerstellung und -bearbeitung Ripple eingeführt. Darauf folgt der Start des eigenen Streaming Service TikTok Music – der auf der Popularität von Sounds und Songs auf TikTok basiert. Während Künstler:innen schon jetzt ihre neuen Songs, alte Hits oder auch Cover-Versionen von anderen Musiker:innen auf TikTok teilen und anteasern, könnte der Weg zum umfassenden Hörerlebnis auf einer angeschlossenen Streaming-Plattform verkürzt werden. Gegenüber Spotify und Co. hat TikTok Music aber einen Nachteil.


ByteDance launcht mit Ripple neue KI-App für die Musikproduktion

© Marcela Laskoski - Unsplash (Änderungen wurden vorgenommen via Canva), Hand über Mischpult, dunkle Umgebung
© Marcela Laskoski – Unsplash (Änderungen wurden vorgenommen via Canva)


Vorteil liegt in der Nähe zu TikTok: TikTok Music in zwei Märkten

In Brasilien und Indonesien ist TikTok Music zuerst verfügbar. Davon berichtet Benjamin Fischer für die FAZ. Der neue Streaming-Dienst zahlt auf die große Relevanz der Verbindung von TikTok zur Musikindustrie ein. Erst kürzlich erweiterte die Entertainment-Plattform auf Basis ihrer Verträge mit Musik-Labels die Commercial Music Library. Zudem lieferte das Unternehmen Marken und Unternehmen mit Sounds for Business in diesem Jahr kostenfreie Sounds als Audiovorlagen zur kommerziellen Nutzung. Im Interview mit OnlineMarketing.de erklärte Michael Kümmerle, Leiter des Bereichs Global Music Operations Business Development bei TikTok, schon im Sommer 2022:

[…] TikTok verändert die Art und Weise, wie die Menschen Musik entdecken und hören. Die Plattform ist ein Sprungbrett für Newcomer, sie lässt aber auch bereits ältere oder legendäre Hits wieder aufleben und ermöglicht es Musiker:innen neue Zielgruppen zu erreichen. Kurz gesagt: Musik auf TikTok gestaltet Popkultur neu. Als Sound-On-Plattform, hat sie die Art wie Menschen Musik entdecken und mit Songs und Künstler:innen interagieren, revolutioniert. Gleichzeitig hilft sie Talenten, sich ganz organisch eine Fan Community aufzubauen und Erfolge innerhalb und außerhalb von TikTok zu generieren.

Schon im August des vergangenen Jahres deutete die Eintragung der Marke TikTok Music auf den Launch eines eigenen Streaming-Dienstes hin. Dieser dürfte künftig neben der hauseigenen Musikplattform SoundOn den Musikmarkt beeinflussen. Laut Fischer ersetzt TikTok Music in Brasilien und Indonesien den ByteDance-Dienst Resso und greift auf die Musikkataloge von Universal Music, Sony Music und Warner Music zurück. User von Resso sollen dann einfach zu TikTok Music wechseln können. Für den Dienst wird die enge Verknüpfung mit der Plattform TikTok besonders wichtig sein, auf der nicht nur Künstler:innen sich und ihre Dienste oder Produkte seit jeher im Kontext von Musik vermarkten. Zum Hören ganzer Songs müssen User von TikTok derzeit zu anderen Plattformen wechseln, sei es YouTube, Spotify oder Apple Music. Das könnte mit TikTok Music anders werden, sogar das Hören ohne das verlassen der App ist geplant.

Unterdessen arbeitet Spotify, womöglich auch angesichts der Konkurrenz von ByteDance, an der Integration von Musikvideos.

TikTok Music als Umsatz-Boost? Musikmarken möchten auch profitieren

Der nahtlose Wechsel von TikTok zu TikTok Music könnte sich für User – und damit auch für Musiker:innen und deren Labels – als Vorteil erweisen. Allerdings soll TikTok Music zunächst keine werbegestützte kostenfreie Version erhalten, obwohl das hohe Advertising-Einnahmen versprechen würde. User müssten also für ein Abonnement bezahlen, wie viel ist noch nicht klar. Das könnte viele abschrecken, die einfach nur einen Song vollständig hören möchten. Diese User könnten eher zu YouTube, in die Google-Suche oder auch zu ihrem bisher favorisierten Streaming-Dienst wechseln.

Die Musik-Labels möchten indes am Erfolg, den TikTok in der Musikbranche genießt, mitverdienen. Schon lange fordern einige Labels höhere Lizenzgebühren von TikTok, beziehungsweise ByteDance. Möglicherweise sollen Labels und Künstler:innen mit den Zusatzeinnahmen, die sich ByteDance von TikTok Music verspricht, künftig fairer bezahlt werden. Zunächst wirkt die Einführung aber eher wie ein Angriff auf Spotify und Co., der ByteDance mehr Umsatz und mehr Marktmacht im Social-Media-Bereich liefern könnte. Ob und wann der Streaming-Dienst auch nach Deutschland kommt, ist derzeit unklar.


Ist Musik auf TikTok fast genauso wichtig, wie das dort etablierte 9:16-Videoformat? Michael Kümmerle von TikTok gibt Antworten.

„Musik auf TikTok verändert die Art und Weise, wie die Menschen Musik entdecken und hören“
– Interview mit TikToks Michael Kümmerle

Interview mit TikToks Michael Kümmerle, Kümmerle, eine Person mit Kopfhörern, TikTok Logo und Schriftzüge
Interview mit TikToks Michael Kümmerle, © Michael Kümmerle / TikTok via Canva

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