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Social Media Marketing
Mehr Ausgaben für Influencer Marketing während Coronapandemie: Steigende Nachfrage sorgt für Druck bei Influencern
© Mateus Campos Felipe - Unsplash

Mehr Ausgaben für Influencer Marketing während Coronapandemie: Steigende Nachfrage sorgt für Druck bei Influencern

Niklas Lewanczik | 25.11.20

Die KI-Analyseplattform HypeAuditor hat in einer Umfrage herausgefunden, dass 59 Prozent aller Influencer 2020 eine größere Kooperationsnachfrage aufweisen konnten. Gleichzeitig steigt damit aber der Druck auf Creator.

Die Coronapandemie hat das Online Marketing zeitweise stark beeinträchtigt, dem E-Commerce und Social Commerce aber einen weiteren Boost verpasst. Im Wirkungskreis von digitalen Werbekampagnen und Sales-Bestrebungen haben Unternehmen im Jahr 2020 oft sogar ein größeres Budget für Influencer Marketing bereitgestellt. Das gilt für 50 Prozent der 137 Marken, die HypeAuditor für eine Studie befragt hat. Zusätzlich wurden rund 1.000 Influencer in die Umfrage miteinbezogen. Sie konnten zu 59 Prozent von einem klaren Anstieg bei Kooperationsnachfragen berichten. Vor allem Micro Influencer haben mehr Anfragen erhalten.

Welchen Einfluss hat die Pandemie auf das Influencer Marketing?

HypeAuditor stellt eine KI-Analyseplattform und eine Influencer-Datenbank für transparentes und effektives Influencer Marketing bereit. Mit der aktuellen Studie verfolgt das Unternehmen das Ziel, herauszufinden, welchen Einfluss die Coronapandemie auf einzelne Player im Influencer Marketing genommen hat. Alexander Frolov, CEO und Co-Founder von HypeAuditor, erläutert, warum das Influencer Marketing weniger gelitten hat als andere Advertising-Bereiche:

Alexander Frolov von HypeAuditor
Alexander Frolov von HypeAuditor, © Hypeauditor

In diesem Jahr konnten wir miterleben, wie Unternehmen auf der ganzen Welt ihre Werbebudgets gekürzt und sich ganz auf das Kerngeschäft fokussiert haben, um in Anbetracht der Krise die besten Ergebnisse und den höchstmöglichen ROI zu erzielen. Das Influencer Marketing hat sich diesem Trend jedoch widersetzt. Für Marken ist es auch in Zeiten des sozialen Abstands ein guter Weg, persönliche Beziehungen zu den Konsumenten aufzubauen.

Natürlich liegt es auch im Interesse von HypeAuditor, wenn möglichst viele Marken Influencer Marketing betreiben möchten und nach datenbasierten Lösungen suchen. So vergleicht das HypeAuditor etwa auch die Werbebudgets von Wettbewerbern.

Da der Marketing-Disziplin nun aber eine noch größere Bedeutung beigemessen wird, steht viel auf dem Spiel. Aus diesem Grund ist es wichtiger denn je, dass Marken smart handeln und ihre Influencer-Kampagnen so transparent und authentisch wie möglich gestalten,

so Frolov weiter.

Fast zwei Drittel der befragten Marken arbeiten schon mit Influencern zusammen

Die anhaltende Coronapandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen im öffentlichen Leben oder beispielsweise im Job-Alltag haben seit Monaten auch den Effekt, dass Social Media noch mehr Nutzungszeit auf sich vereinen können. Laut dem „Digital 2020 Report Q3 Update“ von Hootsuite verbringen weltweit gar 43 Prozent der Social Media User mehr Zeit in den sozialen Netzwerken. Das ist für Marken ein große Gelegenheit, sie dort angemessen anzusprechen – was häufig mit passenden Influencern erreicht werden kann. Aktuell arbeiten 73 Prozent der Marken aus der HypeAuditor-Studie mit Influencern zusammen. Die Ergebnisse der Umfrage von HypeAuditor zeigen nun ebenfalls, dass nicht nur Influencer mehr Anfragen erhalten, sondern auch Marken mit mehr Creatorn zusammenarbeiten können. Denn 69 Prozent der Marken geben an, seit dem Frühjahr einen Anstieg in der Zahl der Influencer, mit denen sie kooperieren können, erlebt zu haben.

Und diese Auswahlmöglichkeiten, die auch Flexibilität für Kampagnen liefern kann, macht sich bezahlt. 62 Prozent der Marken, die Kampagnen mit Influencern realisiert haben, berichten von einem deutlichen Umsatzanstieg im Kontext dieser Tatsache. Neben dem Umsatz steigt auch das Engagement: Vier von zehn Marken geben an, mit den Influencer-Kampagnen für ein besseres Engagement zu sorgen. Sogar das Vertrauen bei Konsumenten lässt sich steigern. Allerdings konnten nur 37 Prozent der Marken bestätigen, dass durch die Zusammenarbeit mit Influencern mehr Vertrauen bei Konsumenten hervorgerufen wurde.

Eine Auffälligkeit der Studie ist, dass viele Marken auch kleinere Influencer als sehr relevant für ihre Kampagnen einschätzen. So gaben etwa 50 Prozent an, Creator mit 5.000 bis 20.000 Followern hätten für sie die optimale Reichweite für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Gute Nachrichten also für Micro Influencer, die ihre Follower mit Markenbotschaften authentisch ansprechen können. 37 Prozent der Marken halten wiederum Influencer mit 100.000 bis 500.000 Followern für die Kooperationspartner, die die besten Ergebnisse erzielen. Dass die ganz großen Influencer mit Millionenreichweiten hier keine große Rolle spielen, mag auch am hohen Preis für Content liegen, den diese bereits abrufen. Laut Rich List von HopperHQ erhält der Schauspieler Dwayne „The Rock“ Johnson pro Post auf Instagram über eine Million US-Dollar. Er zählt allerdings auch 204 Millionen Follower.

Wie wird die Arbeit von Marken und Influencern durch Corona verändert?

HypeAuditor hat im Rahmen der Studie auch analysiert, wie sich die Arbeit und die Anforderungen bei Influencern und Marken verändert haben, seit die Coronapandemie die Branche so stark beeinflusst hat. So können sich vor allem die Micro Influencer über vermehrte Kooperationsanfragen freuen, doch damit geht auch eine gesteigerte Erwartungshaltung einher:

  • Zwei Drittel der knapp 1.000 befragten Influencer verspüren bei der Erstellung ihrer Inhalte mehr Druck als zuvor
  • 40 Prozent sagen, dass dies auf die große Menge neuer Influencer zurückzuführen sei, die seit dem Beginn der Pandemie in den Markt geströmt ist
  • Für 34 Prozent resultiert das gesteigerte Druckempfinden vor allem aus dem Wunsch, bessere Kooperationen für sich gewinnen zu wollen
  • Sechs von zehn Influencern gaben außerdem an, ihre Inhalte in Folge der Pandemie geändert zu haben, wobei 42 Prozent der Influencer häufiger posten als zuvor
  • Fast ein Viertel (24 Prozent) hat außerdem damit begonnen, gezieltere Hashtags zu verwenden, und 22 Prozent haben ihre Aktivität auf unterschiedliche Tageszeiten ausgeweitet
  • Mehr als ein Fünftel (21 Prozent) gab sogar an, die geposteten Inhalte seit dem Beginn der Pandemie so stark geändert zu haben, dass ihr ursprünglicher Schwerpunkt innerhalb der letzten Monate verloren gegangen sei

Demnach passen sich manche Influencer den veränderten Bedingungen der Gesellschaft an – Posts aus Restaurants, von Sportveranstaltungen und dergleichen müssen derzeit immer öfter Content von zuhause oder aus dem Freien weichen. Einige Creator haben sich womöglich sogar an die Anforderungen von Marken angepasst, um mehr Einkünfte erzielen zu können. Das Potential für umfassende, womöglich auch langfristige Kooperationen zwischen Marken und Influencern ist vorhanden. Damit diese Kooperationen aber authentisch und relevant sind, müssen auch die Prozesse zur Zusammenarbeit optimiert werden, sodass Influencer keinen zu großen Druck verspüren und Marken die Bedürfnisse der Zielgruppen auch richtig einschätzen können. Denn der Influencer-Werbemarkt wird nur weiter wachsen und neue Möglichkeiten bieten – bei TikTok, Instagram oder YouTube. Das bedeutet potentiell mehr Kooperationsanfragen, aber sicher auch mehr Konkurrenz; für Marken wie für Influencer.

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