Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Social Media Marketing
Die Social-Media-Welt 2020 – Ein Trend Update
© Jumpstory

Die Social-Media-Welt 2020 – Ein Trend Update

Ein Gastbeitrag von Jessica Manu | 16.10.20

Immer mehr Menschen nutzen immer öfter und länger soziale Medien. Welche Entwicklungen das fördert und wie genau Marken davon profitieren, geht aus den Hootsuite Social Media Trends hervor.

Es kommt immer anders, als man denkt – eine Redewendung, die 2020 an Bedeutung gewonnen hat. Der Ausbruch der Coronapandemie hat vieles verändert, allen voran die Nutzung von Social Media. Gerade in den Wochen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen und der daraus resultierenden sozialen Isolation verbrachten laut „Digital 2020 Report Q3 Update“ von Hootsuite weltweit 43 Prozent der Social Media User mehr Zeit in den sozialen Netzwerken. Nachdem sich das Jahr langsam dem Ende neigt, wird es Zeit, die von Hootsuite ausgerufenen Social Media Trends für dieses Jahr Revue passieren zu lassen, einen Blick auf den Status quo der sozialen Netzwerke zu werfen und zu erörtern, welche Trends Marketer in den kommenden Wochen im Auge behalten sollten.

Das waren die Trends für 2020

Markenversprechen und Mitarbeiteraktivierung auf dem Vormarsch

Laut Edelman Trust Barometer stuften vergangenes Jahr 75 Prozent der Befragten ihre Arbeitgeber nicht nur als deutlich vertrauenswürdiger ein als NGOs, die Regierung oder die Medien, sondern sie waren zudem der Ansicht, dass ihr Arbeitgeber Einsatz zeigt und sein Markenversprechen hält. Zu Beginn der Covid-19-Pandemie rückte dieser Trend immer weiter in den Vordergrund. Die Konsequenz: Unternehmen, die beispielsweise Spenden sammelten oder ihre Produktion auf die Herstellung von Desinfektionsmittel oder Schutzausrüstung umstellten, profitierten von einer positiven Resonanz – intern und extern.

Hier wurde deutlich, dass dieses Engagement fest im gesamten Unternehmen und seiner Kultur verankert sein muss. Authentizität lautete das Stichwort. Denn Mitarbeiter und Kunden durchschauten schnell, wenn ein Unternehmen lediglich auf diesen Zug aufspringen wollte. Es ging nicht darum, zu irgendeinem Thema Stellung zu beziehen, sondern herauszufinden, was die eigene Zielgruppe bewegt. Nur so waren Unternehmen in der Lage, die eigene Marke entsprechend der Bedürfnisse und Interessen ihrer Kunden und Mitarbeiter auszurichten.

An dieser Stelle kamen Employee-Advocacy-Programme ins Spiel. Viele Menschen sprechen ohnehin in den sozialen Netzwerken über ihren Arbeitgeber. Indem man ihnen also zusätzliche Inhalte zum Teilen zur Verfügung stellt, gewinnen Unternehmen durch die Fürsprache der Mitarbeiter schnell an Authentizität und tragen dieses Bild auch nach außen zu den Kunden.

TikTok veränderte den Status quo

Mit mehr als 800 Millionen aktiven Nutzern pro Monat und einem Durchschnittsalter von 16 bis 24 Jahren setzte TikTok in diesem Jahr sein enormes Wachstum fort. Für Marketer hat sich mit der Popularität der Plattform eine neue Chance aufgetan, die nächste Generation von Social-Media-Nutzern zu erreichen. Marken wie Hollister und American Eagle starteten hier sehr erfolgreiche Kampagnen. Das Rezept: Ein beliebter Influencer sowie ein eigener kreierter Song mit passender Choreographie. American Eagle verzeichnete so mit #InMyAEJeans drei Milliarden Views, Hollister mit dem #MoreHappyDenimDance sogar 4,1 Milliarden Views – und das allein auf TikTok. Was dabei besonders spannend war: Es handelte sich nicht einfach um Video-Ads, sondern um ausgereifte digitale Marketing-Kampagnen, die auf allen Kanälen ausgespielt wurden. Marketern wurde damit der Wert von TikTok für die Ansprache der eigenen Zielgruppe deutlich.

@addisonre

With @itstayyedits , the ##InMyAEJeans Challenge winner! 😍 her animation skills and our @americaneagle fits! ##AmericanEagle##MagicMoment##AEPartner

♬ #InMyAEJeans – Tropkillaz

Social Media Marketing traf auf Performance Marketing

Marketer standen vor allem im Social-Media-Bereich unter dem Druck, ihr eigenes Skill Set zu erweitern. Auch Brand-Awareness-Profis und Community-Building-Experten mussten sich stark mit dem Thema Performance Marketing auseinandersetzen und einen Mittelweg zwischen der täglichen Kundenkommunikation und langfristigen Strategien finden, um die eigene Marke zu stärken, sich vom Wettbewerb abzuheben und die Zufriedenheit der Kunden zu steigern.

KitchenAid vertraute während des Lockdowns beispielsweise auf Social Listening, um Verbrauchertrends zu identifizieren, da viele Menschen verstärkt Koch- und Backrezepte ausprobierten. Mit Hilfe von Social- und Suchmaschinendaten von Pinterest und Google änderte KitchenAid seine Marketing-Strategie und setzte erfolgreich auf einen Mix aus Pinterest Ads, Instagram Ads, Organic und Paid sowie Influencer Marketing und PR.

Der Status quo der sozialen Netzwerke

TikTok

Trotz des schnellen User-Wachstums hat die Plattform 2020 mit Herausforderungen zu kämpfen. Zum einen wäre da eine höhere Konkurrenz durch Instagram mit dem neuen Format Instagram Reels, zum anderen die Tatsache, dass TikTok der US-Regierung schon länger ein Dorn im Auge ist. Der chinesischen Betreiberfirma ByteDance wird vorgeworfen, Daten von Usern an chinesische Behörden weiterzugeben. Diese Sicherheitsbedenken haben dazu geführt, dass US-Präsident Trump mehrere Fristen für einen Verkauf von TikTok an ein US-Unternehmen setzte – ansonsten müsste die App vom US-amerikanischen Markt komplett verschwinden. Nun bahnt sich eine Lösung in Form eines Deals mit Oracle und Walmart an oder die Option, dass das globale Geschäft in die USA umzieht. In trockenen Tüchern ist noch nichts, es bleibt also weiter spannend.

Instagram

Mit Instagram Reels macht das Netzwerk TikTok verstärkt Konkurrenz. Reels ermöglicht die Aufnahme und Bearbeitung von 15 Sekunden langen Multi-Clip-Videos (inzwischen sogar 30 Sekunden langen) mit Ton und kreativen Tools. Eine Werbemöglichkeit gibt es zwar für Reels aktuell noch nicht, Brands sollten dennoch am Ball bleiben, um rechtzeitig startklar für erste Werbeexperimente zu sein.

Facebook Shops

Facebook Shops ermöglicht es Unternehmen, einen Online Shop aufzusetzen, der für Kunden sowohl über Instagram als auch Facebook zugänglich ist. Da dieser in die Plattformen eingebettet ist, muss der User sie nicht verlassen, wenn er ein Produkt kaufen möchte. Auf diese Weise entsteht eine nahtlose User Experience.

Pinterest

Pinterest hat sich als soziales Netzwerk zwar etabliert, wird aber gerade von Marketing-Experten noch häufig unterschätzt. In diesem Jahr konnte Pinterest einen deutlichen Aufwärtstrend bei den Usern verzeichnen, bei denen die Plattform vor allem für die Inspiration hinsichtlich Themen wie Gesundheit und Wellness, Finanzplanung, Dekoration, Fashion oder Reise sehr gefragt ist. Damit bietet sich die Plattform als interessante Werbemöglichkeit an, die noch dazu mit weniger Datenschutzeinschränkungen und niedrigeren Werbekosten punktet.

Was erwartet Marketer in den kommenden Wochen?

Nutzerzahlen steigen weiter

Im Juli war es soweit: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist in den sozialen Netzwerken aktiv. Das Wachstum beschleunigt sich aktuell sogar noch stärker als Anfang Januar. Besonders interessant dabei: Die Generation der Babyboomer verliert die Scheu vor den sozialen Netzwerken. Sie verbringt dort mittlerweile immer mehr Zeit und konsumiert verstärkt digitale Inhalte. Für Marketer ergibt sich damit ein weiterer wichtiger Werbekanal, um diese Zielgruppe effizient anzusprechen.

Social Media löst die klassische Suche ab

War der Kunde in der Vergangenheit auf der Suche nach einem neuen Produkt, startete er seine Suche mit der klassischen Suchmaschine oder auf Amazon. Heute haben die sozialen Netzwerke oft Vorrang. Kunden informieren sich dort über die Marke und ihre Produkte, den Kundenservice oder sehen sich vor dem Kauf Videos zum gewünschten Produkt an. Marketer sollten diese Entwicklung berücksichtigen und Social Media dementsprechend mehr Beachtung hinsichtlich der Präsentation ihrer Marke und Produkte schenken.

Höhere Social-Media-Budgets

Mit dem zunehmenden Fokus auf die digitale Kommunikation als Ersatz zur persönlichen Interaktion erreichten Social-Media-Budgets 2020 erstmals Höchstwerte. Im Durchschnitt machte laut CMO Survey Social Media rund zehn bis zwölf Prozent des Markting-Budgets aus. In diesem Jahr sprang dieser Anteil auf 23 Prozent. Das zeigt sich auch auf der Führungsebene: Gerade CMOs vertrauen den quantitativen Vorteilen von Social Media deutlich mehr als noch im Vorjahr. Hier ist ein Anstieg von 25 auf 30 Prozent zu verzeichnen. Gute Vorzeichen für Marketer und die angepeilten Marketing-Budgets für 2021.

Egal, wie gut Marketer ihre Strategien planen – wenn 2020 eines gezeigt hat, dann, dass es immer Überraschungen geben kann. Hier gilt es, flexibel zu bleiben und Trends und ihre Entwicklung im Auge zu behalten, um rechtzeitig agieren zu können. Denn eines hat immer Vorrang: Der Kunde und seine aktuellen Bedürfnisse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*