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Google erwägt Opt-out für AI Overviews und AI Mode

Google erwägt Opt-out für AI Overviews und AI Mode

Niklas Lewanczik | 29.01.26

Womöglich können Publisher bald aktiv ihre Inhalte für AI Overviews und den AI Mode sperren. Das gäbe ihnen Kontrolle über die Content-Nutzung, lässt sie aber mit einem Riesenproblem zurück.

Die KI-Suchlösungen von Google helfen zahlreichen Usern im Alltag weiter und werden stetig weiter ausgebaut. Neuerdings ermöglicht das Unternehmen sogar mobil, direkt aus AI Overviews in den AI Mode überzuwechseln, also von der Zusammenfassung in die Chatbot-Konversation. Damit droht Publishern aber die Gefahr, an Sichtbarkeit und Traffic für ihre Seiten einzubüßen. Ob verringerte Klickraten durch AI Overviews oder Traffic-Einbrüche durch AI Summaries in Discover: Publisher stehen vor einem problematischen Wandel in der Internetsuche und Rezeption im KI-Zeitalter.

Nachdem bereits diverse Publisher in der EU und in den USA Kartellrechtsbeschwerde beziehungsweise Klagen gegen die AI Oveviews eingereicht hatten – dabei wurde „illegale“ Journalismusausbeutung moniert –, kam es immer wieder zu Debatten um Opt-out-Optionen für die KI-Suchergebnisse. Während Behörden und andere Tech Player an Insellösungen arbeiten, liefert Google selbst einen Hinweis auf eine Google-eigene Funktion, um Inhalte für die KI-Ergebnisse in der Suche zu blockieren.


Google:

Aus AI Overviews direkt in den AI Mode

Schwarzer Hintergrund mit dem Schriftzug „Hello, AI Mode“ – offizielles Ankündigungsbild von Google zum globalen Start des Search AI Mode.
© Google via Canva


Der Opt-out aus Googles AI Overviews und AI Mode: Ein kompliziertes Unterfangen

Einige Medienhäuser werfen Google vor, Inhalte zu missbrauchen, um das Geschäft der Publisher zu bedrohen. Moniert wird auch der Umstand, Inhalte nicht für AI Overviews ausschließen zu können, ohne eine gesamte Deindexierung in Kauf zu nehmen. Das Blockieren von AI Crawlern ist bei Cloudflare schon zum Standard geworden; Pay-per-Crawl soll eine Alternative bieten. Außerdem möchte das Internet- und Cybersicherheitsunternehmen, über dessen Netzwerk 20 Prozent aller Websites laufen, mit der neuen Content Signals Policy Publishern ermöglichen, ihre Inhalte KI-Diensten wie AI Overviews in der Suche vorzuenthalten, ohne die Indexierung zu gefährden. Damit das klappt, müsste Google aber mitspielen.

Einen AI Overview Opt-out diskutiert das Vereinigte Königreich bereits seit einiger Zeit im Rahmen einer Prädikatszuschreibung, die Googles massive Marktmacht anerkennt und zu regulieren sucht. Das ist auch der Grund, aus dem Google jetzt selbst reagiert. Die Competition and Markets Authority (CMA) möchte Publishern mehr Kontrolle ermöglichen und die Verwendung von Content in AI Overviews fakultativ machen. Bisher haben die Publisher zwar die Option, Websites als noindex von der Indexierung durch Google auszuschließen, was für die Reichweite wenig förderlich ist, oder mithilfe von Google-Extended entscheiden zu, ob ihre Inhalte Gemini und Vertex AI unterstützen sollen oder nicht. Auch Kontrollen für Featured Snippets und Image Previews (die sogar für AI Overviews gelten) gibt es bereits.

Allerdings Website-Betreiber:innen nicht direkt steuern, ob und wie Google Inhalte für AI Overviews und den AI Mode heranzieht. Tauchen sie in diesen KI-Übersichten oder im AI Mode auf, werden sie zwar als Quellen genannt, doch die Click-Through-Wahrscheinlichkeit könnte geringer ausfallen, während Google ohnehin aus diesen Übersichten oft zunächst auf eigene Properties wie weiterführende Informationen aus der Suche verlinkt. Zudem befürchten manche Publisher, dass Google und andere KI-Dienste ihre Inhalte als Zusammenfassung übernehmen, ohne die Quelle in gebührendem Maße zu wertschätzen. Daher gibt Google in einem neuen Blog Post mit Verweis auf die CMA-Bestrebungen im UK an, eine Opt-out-Option zu evaluieren. Dabei ist von einem Roll-out noch keine Rede. Im Post heißt es unter anderem:

[…] Building on this framework, and working with the web ecosystem, we’re now exploring updates to our controls to let sites specifically opt out of Search generative AI features. Our goal is to protect the helpfulness of Search for people who want information quickly, while also giving websites the right tools to manage their content. We look forward to engaging in the CMA’s process and will continue discussions with website owners and other stakeholders on this topic […].

Google hält die Hoffnung gleich im Zaum

Diese etwaigen neuen Kontrollen dürften die Sucherfahrung aber nicht beeinträchtigen, die so stark von KI-Suchergebnissen geprägt wird, so Google. Das heißt im Grunde: Selbst wenn Google einen Opt-out bereitstellt, müssen Website-Betreiber:innen sehr genau überlegen, ob sie ihn nutzen möchten. Denn damit dürfte die Sichtbarkeit der Inhalte massiv eingeschränkt werden. Eine offiziell vorgeschriebene Opt-out-Möglichkeit könnte für Publisher mehr Kontrolle in der Darstellung ihrer Inhalte bei Google hervorbringen. Dabei ist zu erwähnen, dass ein solcher Opt-out auch die Impressions und schließlich Klicks minimieren könnte; Publisher könnten Gefahr laufen, der Konkurrenz in den AI Overviews und im AI Mode das Feld zu überlassen. Auch GEO-Experte Matthäus Michalik von Claneo sieht die Gefahr und thematisiert die Entwicklung auf LinkedIn.

Er stellt dabei zur Debatte, wie Publisher dann künftig überhaupt von Googles Suchvolument profitieren können, das nach Similarweb-Angaben wächst.

Die eigentliche Frage ist doch: Wann bekommen Content Ersteller eine faire Beteiligung statt nur die Wahl zwischen Pest und Cholera?

Google beschwichtigt Publisher mit dem Hinweis darauf, dass Engaged Clicks nachhaltigeren Traffic liefern könnten, wenn User durch KI-Ergebnisse bereits vorinformiert sind. Der SEO Traffic sinkt jedoch für viele, die sich zugleich fragen, ob sie für die Content-Aufnahme und -Verarbeitung durch Google und andere Dienste nicht entlohnt werden sollten. Erste Initiativen gibt es bereits, etwa Microsofts Publisher Content Marketplace, der zum Beispiel von der neuen KI-Suche Yahoo Scout unterstützt wird. Doch das Ungleichgewicht zwischen riesigen Tech-Konzernen und ihrer immensen Marktmacht, die sie für die Content-Distribution nutzen, um damit über Werbung, Shopping-Integrationen und andere Touchpoints Gewinn zu machen, wächst weiter. Und Publisher müssen abwägen, wie sie ihre Content-Erstellung und -Verbreitung im Jahr 2026 und darüber hinaus strategisch planen möchten.


AI Mode erhält Personal Intelligence:

Die Suche ist persönlicher denn je

Smartphone Mockup mit AI Mode und Google-Logo, weißer Hintergrund
© Google via Canva

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