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Vorreiter Apple: Safari blockt jetzt alle Third Party Cookies per Default
© Apple

Vorreiter Apple: Safari blockt jetzt alle Third Party Cookies per Default

Niklas Lewanczik | 25.03.20

Die Intelligent Tracking Prevention des Browsers erhielt ein entscheidendes Update von Apple: Ausnahmslos alle Third Party Cookies werden voreingestellt blockiert.

Die Tracking-Methoden via Third Party Cookies kommen ihrem schleichenden Ende ein großes Stück näher. Denn Apple hat jüngst verkündet, dass im Safari Browser nun keine Optionen mehr für Cross Site Tracking mit Cookies verbleiben. Ein Update für die Intelligent Tracking Prevention (ITP) bedeutet, dass Safari als einer der ersten großen Browser die Privatsphäre im Netz optimiert – und Advertiser zugleich vor große Herausforderungen stellt.

Umfassendes Third Party Cookie Blocking bei Safari

Bereits 2017 führte Apple für seinen Browser die ITP ein, die User vor unerwünschtem Tracking über Third Party Cookies bewahren soll. Doch nun verkündete John Wilander, seines Zeichens Apple WebKit Engineer für die ITP, dass mit dem jüngsten Update ein erstmals voll umfängliches voreingestelltes Blocking der Third Party Cookies im Browser eingeführt wird.

Bisher gab es auch im Kontext der ITP noch Ausnahmen, doch das ändert sich nun, wie Wilander betont:

Cookies for cross-site resources are now blocked by default across the board. This is a significant improvement for privacy since it removes any sense of exceptions or “a little bit of cross-site tracking is allowed.

Es wurden auch im Vorwege dieser Änderung schon die meisten Third Party Cookies geblockt, sodass User womöglich keinen sehr großen Unterschied erkennen würden, meint Wilander. Doch das Update bringe neue Vorteile für alle User mit sich. So wird durch das umfassende Blocking einerseits sichergestellt, dass der Status der Tracking Prevention, der, wie Apple angibt, selbst als Tracking-Moment missbraucht werden konnte, nun keinen Ansatzpunkt mehr für das Nachvollziehen des Verhaltens der User bereithält. In diesem Kontext dankt Wilander sogar Google, da deren Analyse ermöglicht habe, dieses Problem zu erkennen und zu beheben.

Andererseits soll das Blocking bei Safari auch dafür sorgen, dass digitales Fingerprinting via Login IDs als Tracking-Methode nicht mehr möglich ist. Außerdem unterbindet Safari somit:

  • Cross Site Request Forgery durch Third Party Cookies
  • die Nutzung einer Third Party Domain, um User zu identifizieren; dort könnten User IDs bestehen bleiben, selbst wenn die Website-Daten für die First Party gelöscht wurden

Außerdem wird die Ausgangslage für Entwickler vereinfacht. Wer Zugang zu Cookies als Third Party benötigt, muss die Storage Access API nutzen.

Apple ebnet den Weg: Kommt umfassendes Third Party Cookie Blocking in allen Browsern?

Safari gehört seit Jahren zu den Vorreitern, wenn es darum geht, das Tracking über Third Party Cookies Stück für Stück aufs Abstellgleis zu schieben. Furore machte Google Anfang des Jahres, als das Unternehmen ankündigte, dass auch beim Browser Chrome, dem Weltmarktführer, ab 2022 ein umfassendes Blocking der Third Party Cookies als Standard gelten soll.

Apple ist Google nun aber zwei Jahre voraus; und ist dabei nicht der einzige Browser, der auf ein rigoroses Blocking setzt. John Wilander nennt in seinem Blogpost selbst den Tor Browser, der umfängliches Third Party Cookie Blocking per Default ermöglicht und Brave, bei dem es in diesem Kontext nur wenige Ausnahmen gibt. Aber auch Mozillas Firefox blockiert seit Herbst 2019 dank Enhanced Tracking Protection Third Party Cookies per Default.

Für die User bietet diese Entwicklung mehr Privatsphäre im Netz und mehr Sicherheit. Advertiser hingegen müssen in diesem Kontext neue Lösungen finden, um zielgerichtete Werbung ausspielen zu können. Zwar gibt es bereits alternative Lösungen, wie Googles Privacy Sandbox oder Login-Systeme mit übergreifenden User IDs, doch vollkommen ausgereift sind diese noch nicht. Zudem ist die Werbebranche lange an das Third Party Cookie Tracking gewöhnt worden. Nun forcieren relevante Browser-Anbieter wie Mozilla, Apple und Google ein großes Umdenken in dieser Branche. Und Apple möchte die eigenen Erfahrungen mit dem Blocking auch mit dem World Wide Web Consortium (W3C) teilen, um andere Browser-Anbieter bei einer solchen Implementierung zu unterstützen. Die Online-Marketing-Branche muss sich also wohl oder übel auf eine Welt ohne Third Party Cookie Tracking einstellen.

Ausführlichere Insights zu den Vorteilen und technischen Grundlagen des Blockings bei Safari kannst du in John Wilanders Beitrag auf dem WebKit Blog nachvollziehen.

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