Affiliate Marketing

Deshalb braucht es In-App Tracking im Affiliate Marketing

Zu Jahresbeginn liefern Experten wieder Trends zum Affiliate Marketing. Darum wird In-App Tracking 2020 besonders wichtig für Marken und Händler.

Abstraktes Bild mit blauen Lichtstreifen

© Nina Ž. - Unsplash

Affiliate-Partnerschaften versprechen auch 2020 wieder große Umsätze für Händler und Publisher. Im Trend liegen laut xpose360 vor allem mehr Mobile Traffic oder Influencer-Lösungen. Und die Branche erwartet eine Umsatzsteigerung. Neben diesen positiven Aussichten dominiert jedoch die Angst vor der Einschränkung von Third Party Cookies im Browser. Diese verstärkte Google noch mit den jüngsten Ankündigungen zu Chrome. Deshalb, und auch im Hinblick auf ein noch fernes Inkrafttreten der ePrivacy, möchte die Branche künftig stärker auf Tracking-Alternativen setzen. Eine davon ist das In-App Tracking. 

Die Global Savings Group nennt Gründe für das In-App Tracking

Wie wichtig die Nachverfolgung von Affiliate-Aktionen über Mobile und besonders Apps ist, dokumentiert die Commerce- und Content-Partnerplattform Global Savings Group (GSG). Wenn etwa ein Käufer statt auf einen Gutschein-Link zu klicken, diesen in der App eingibt, kann der Händler die Aktion zwar nachverfolgen, aber nicht, wie diese zustande gekommen ist – sofern er nicht auf In-App Tracking setzt.

Die GSG argumentiert, dass Provisionen durch mehr mobilen Traffic – mittlerweile etwa die Hälfte des gesamten Online Traffics – gefährdet werden könnten. So schätzt die GSG, dass Händler und Marken, die kein In-App Tracking nutzen, etwa 30 bis 40 Prozent ihrer Affiliate Performance gar nicht richtig erfassen können. Und das ist nachteilhaft für die Metriken und die Performance-Bewertung. Vor allem betroffene Marketing Manager wären dann im Hintertreffen. Insbesondere, wenn ihre Vergütung schwerpunktmäßig an Performance KPIs hängt, die sie ohne In-App Tracking nicht erfassen können.

VIP-Status könnte mit In-App Tracking legitimiert werden

Händler, die bei Publishern einen VIP-Status genießen, versprechen sich mehr Umsatz über diese Form des Marketing. Immerhin werden ihre Inhalte in solch einem Fall meist prominenter platziert oder über die Social-Media-Kanäle der Publisher geteilt. Oft gibt es einen eigenen Account Manager für diese Partner. Doch in der Regel werden vor allem große Marken als VIP-Partner eingestuft. Dabei könnten auch Nischenanbieter oder kleinere Händler sich als VIP erweisen, wenn sie über die App besonders viele Verkäufe bewirken – die bis dato womöglich nur unzureichend nachvollzogen worden sind. 

Ohne In-App Tracking hätten die Onlinehändler schließlich einen weniger umfassenden Einblick in ihre Affiliate-Marketing-Strategie, so die GSG weiter. Das könnte im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass Marketing-Budgets verbrannt werden, weil die Allokation für die Kanäle nicht auf einem kompletten Datensatz beruht. Zu wissen, wie es zu Verkäufen über die App kommt, ist elementar, um solche Entwicklungen auszuschließen. 

Der In-App-Kauf wird häufiger

Die GSG erklärt mit Bezug auf Daten von Mobile-Commerce-Plattform Button, dass User einer App deutlich kauffreudiger sind als im Mobile Web. Demnach sei der durchschnittliche Bestellwert in einer App 1,5 Mal höher, die Conversion Rate steige sogar um das Dreifache und die User würden viermal so viele Produkte wie im Mobile Web ansehen. Criteo hatte laut Econsultancy schon Ende 2017 für US Retailer erklärt, dass In-App-Käufe solche über das Mobile Web deutlich übersteigen

Werden dem potentiellen Kunden also Anreize zur App-Nutzung geliefert, kann sich das für Händler langfristig lohnen. Im Affiliate-Kontext können das Gutscheincodes sein, die nur App User nutzen dürfen. Damit Publisher ebenfalls solche Anreize unterstützen, müssen ihnen bestenfalls höhere Provisionen versprochen werden. Diese können mit fundiertem In-App Tracking wiederum stichhaltig begründet werden. 

Das Vertrauen als Schlüssel? Mehr Daten sind trotzdem erwünscht

Vertrauen ist beim Affiliate Marketing ein wichtiger Faktor. Allerdings wünschen sich Affiliates von den Händlern laut Affiliate Trend Report 2020 nicht nur mehr sicheres und Cross Device Tracking (je 57 Prozent der Befragten), sondern auch mehr Wertschätzung (54 Prozent) und Einblick in die Tracking-Logik (50 Prozent). Höhere Provisionen waren übrigens für 36 Prozent relevant, während ebenso viel Prozent spezielle Mobile-Werbemittel forderten. 

Balkendiagramm, Wünsche der Affiliates für 2020
Wünsche der Affiliates für 2020 (der Klick aufs Bild bringt dich zur größeren Ansicht), © xpose360

Ein Vertrauen allein kann erschüttert werden, wenn die Händler nicht mehr nachvollziehen können, wo und wie Verkäufe zustande kommen, vor allem mobil. Und welche Provision ein Publisher bekommen müsste. Das In-App Tracking kann hier hilfreich sein, um ein Vertrauen zu stärken, was dann jedoch auf klar nachvollziehbaren Daten basiert. So ist diese Tracking-Variante für 2020 ein wichtiger Ansatzpunkt, um das Affiliate Marketing für alle Parteien erfolgreich weiterzuführen. Angesichts der Herausforderungen durch Browser-Entwicklungen und die Politik werden jedoch noch weit komplexere Tracking-Alternativen nötig sein, um das digitale Marketing insgesamt vor Umsatzeinbußen zu bewahren.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik ist studierter Literatur- und Medienwissenschaftler und schreibt für OnlineMarketing.de seit Jahren über diverse Themen im Digital-Marketing-Bereich. Von der Mobile-First-Indexierung über die DSGVO bis hin zum Aufstieg von TikTok hat er schon manche Entwicklung der Branche begleitet.

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