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Unternehmenskultur
Tabuthema Geld: Warum es wichtig ist, über das Gehalt zu sprechen

Tabuthema Geld: Warum es wichtig ist, über das Gehalt zu sprechen

Larissa Ceccio | 25.05.22

Das Zitat „über Geld spricht man nicht, man hat es“ nehmen in Deutschland viele wortwörtlich. Vor allem beim Gehalt. Eine Glassdoor-Umfrage zeigt jedoch, dass Gehaltstransparenz in Unternehmen mehr Vertrauen schaffen würde.

Hierzulande soll niemand wissen, was der oder die andere verdient und wer doch über die Höhe des Gehalts spricht, fällt aus der Reihe. Auch das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Postbank macht deutlich, dass für knapp 64 Prozent der Deutschen Geld immer noch ein absolutes Tabuthema ist. In Schweden hingegen sind Steuererklärungen beispielsweise öffentlich einsehbar.

Dabei spielt das Gehalt für die meisten auch hierzulande eine enorm wichtige Rolle: Das Arbeitsbarometer zeigt auf, dass für 92 Prozent der Befragten das Gehalt ein wichtiger Faktor bei der Jobwahl ist – ebenso wie die Work-Life-Balance (85 Prozent), die Arbeitszeiten (79 Prozent) sowie die Flexibilität beim Standort (63 Prozent). Sollten wir dann nicht doch über das Einkommen sprechen? Ja, sollten wir. Das ist auch das Ergebnis einer Studie von Glassdoor unter Einbeziehung von 2.000 vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer:innen in Deutschland.

Übrigens: Nur rund 30 Prozent der Befragten haben schon einmal Kolleg:innen verraten, was sie verdienen. Anonymität ist für Arbeitnehmer:innen somit immer noch eine wichtige Voraussetzung dafür, das eigene Gehalt zu kommunizieren – immerhin 42 Prozent der Studienteilnehmer:innen würden ihr Gehalt nicht angeben, wenn sie identifiziert werden könnten.

Gehaltstransparenz schafft die Basis für Vertrauen und Gleichberechtigung und mehr Bewerber:innen

Nur zwölf Prozent der Befragten geben an, dass ihr Unternehmen Gehaltsspannen intern veröffentlicht. Das Problem ist, dass diese mangelnde Transparenz Ungleichheit fördern und das Vertrauen der Mitarbeiter:innen negativ beeinflussen kann. Ganze 41 Prozent der Teilnehmer:innen gehen bei Gehältern von einer ungleichen Behandlung am Arbeitsplatz aus und 60 Prozent sind der Meinung, dass ein transparenter Umgang mit Geld zu einer faireren Bezahlung beitragen könnte.

Besonders Frauen stimmen hier zu – nur 30 Prozent der Frauen im Gegensatz zu 39 Prozent der Männer sind der Meinung, dass in ihrem Unternehmen keine Lohnlücke zwischen den Geschlechtern existiere. Eine weitere Studie von Glassdoor zum Thema Gender Pay Gap zeigt, dass jede Vierte der befragten Frauen davon überzeugt ist, dass ihr Unternehmen keinen Wert auf die Verringerung der Gender Pay Gap legt. Darüber hinaus glauben 48 Prozent der Männer und 54 Prozent der Frauen, dass ihre Arbeitgeber:innen nicht genug tun, um das Lohngefälle zu verringern und gerechte Gehälter zu verteilen. Christian Sutherland-Wong, CEO bei Glassdoor, betont:

Jedes Unternehmen sollte sich für Lohntransparenz einsetzen. Nur wenn die Geheimhaltung von Gehältern aufgehoben wird, können Arbeitgeber:innen potenzielle Gehaltsunterschiede angehen und gleichen Lohn für gleiche Arbeit sicherstellen.

Für Unternehmen lohnt es sich, Gehälter im Jobprofil anzugeben

Das Gehalt spielt auch für Jobsuchende eine entscheidende Rolle und mehr als ein Drittel der Teilnehmer:innen (34 Prozent) gibt an, sich nicht für Jobs beworben zu  haben, bei denen kein Gehalt angegeben war. Demnach zahlt es sich für Unternehmen, die auf der Suche nach Talenten sind, aus, das Gehalt für einen Job offen zu kommunizieren. Sutherland-Wong erklärt:

Toptalente wollen für Unternehmen arbeiten, die sich der Lohntransparenz verschrieben haben, und Arbeitgeber:innen, die sich weiterentwickeln, haben einen Wettbewerbsvorteil auf einem angespannten Arbeitsmarkt. Jetzt ist es an der Zeit, Maßnahmen zu ergreifen und aktiv Gehaltsinformationen weiterzugeben.

76 Prozent der Befragten sind zudem der Meinung, dass ihnen die Angabe einer Gehaltsspanne in Stellenanzeigen bei der Entscheidung für oder gegen einen Job hilft, doch nur 53 Prozent der Studienteilnehmer:innen kannten das Gehalt ihres jetzigen Jobs, bevor sie sich beworben haben. Gehälter können natürlich auch während des Bewerbungsprozesses verhandelt werden, doch nur etwas über ein Drittel der Teilnehmer:innen fühlt sich dabei wohl, Gehälter zu verhandeln. Tipps, wie du Gehaltsverhandlungen lukrativ meistern kannst, findest du hier.

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