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Familienfreundliche Arbeitgeber:innen und was sie ausmacht

Familienfreundliche Arbeitgeber:innen und was sie ausmacht

Hauke Eilers-Buchta | 31.03.22

Für viele Arbeitnehmer:innen ist ein Job wichtig, der mit der Familie vereinbar ist. Doch was macht familienfreundliche Arbeitgeber:innen aus und wie erkennt man diese?

Viele Arbeitgeber:innen präsentieren sich heutzutage als familienfreundlich und viele Arbeitnehmer:innen legen zugleich Wert darauf, einen Job zu finden, der sich mit Kindern und Familie vereinbaren lässt. Was genau zeichnet ein familienfreundliches Unternehmen aber aus und worauf sollten Arbeitnehmer:innen achten? Während es in Österreich bereits üblich ist, familienfreundliche Arbeitgeber:innen staatlich auszuzeichnen, gibt es in Deutschland bisher vor allem nicht-staatliche Konzepte zur Honorierung besonders familienfreundlicher Unternehmen. Kununu.com veröffentlicht so beispielsweise jährlich ein entsprechendes Ranking der familienfreundlichsten Arbeitgeber:innen.

Umdenken seit Corona bei vielen Unternehmen

Bei vielen Unternehmen gibt es hinsichtlich der Vereinbarkeit von Arbeit und Familienleben seit Beginn der Coronapandemie ein Umdenken. Das fand eine Studie von Prognos heraus, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wurde.

Dennoch ist es für Arbeitnehmer:innen auf Jobsuche nicht immer einfach, einen familienfreundlichen Arbeitsplatz zu finden und vielfach wird sich die Frage gestellt, woran man familienfreundliche Arbeitgeber:innen überhaupt erkennen kann. Glücklicherweise gibt es einige Ansätze, die in diesem Zusammenhang hilfreich sein können.

An diesen Kriterien sind familienfreundliche Arbeitgeber:innen zu erkennen

Um einen Arbeitsplatz zu finden, der sich mit der eigenen Familie (oder auch der Familienplanung) vereinbaren lässt, gibt es unterschiedliche Kriterien, die für Jobsuchende von Bedeutung sein können. Dazu gehören unter anderem die nachfolgenden Punkte:

Wie familienfreundlich sind die Arbeitszeiten?

Ein relevantes Kriterium sind unter anderem die Arbeitszeiten. Vor allem für Elternteile mit (kleinen) Kindern oder für pflegende Personen spielt es eine Rolle, ob die Arbeitszeiten beispielsweise flexibel sind und ob es dafür eine Vertrauensbasis gibt.

Spätestens seit es Coronaquarantäne, Isolation oder Schul- und Kitaschließungen gibt, sind derartige Aspekte für viele Arbeitnehmer:innen besonders wichtig geworden. Und viele Arbeitgeber:innen haben in Sachen Flexibilität nachgebessert und bieten ihren Mitarbeiter:innen entsprechende Möglichkeiten. Abzuwarten bleibt dabei noch, wie Unternehmen damit umgehen, sollten solche Maßnahmen nicht mehr zwingend erforderlich sein.

Ebenso gehören zu dieser Flexibilität auch Aspekte wie Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit. Während bei der Gleitzeit kein fixer Arbeitsbeginn notwendig ist und die Angestellten früher oder auch später zur Arbeit erscheinen können, sieht es bei der Vertrauensarbeitszeit noch einmal anders aus.

Hier liegt es ganz bei den Angestellten, die eigene Arbeitszeit einzuteilen. Dabei sind sie weitgehend frei und es finden auch keine oder kaum Kontrollen statt. Für Familien ist ein solches Arbeitszeitmodell in aller Regel sehr passend, erfordert jedoch auch sehr viel Disziplin. Eine feste Arbeitszeit pro Woche gibt es in diesem Modell in aller Regel und auch die Teilnahme an Meetings oder anderen Terminen ist im Regelfall eine Voraussetzung.

Ein noch neues Modell für Arbeitszeiten ist die Jahresarbeitszeit. Dabei wird keine feste Arbeitszeit je Woche oder Monat definiert, sondern eine erforderliche Zahl von Stunden für ein Jahr. Arbeitnehmer:innen haben dann die Möglichkeit, ihre Arbeitszeiten flexibel in den einzelnen Monaten zu gestalten. Das kann dazu führen, dass in einem Monat deutlich mehr gearbeitet wird, die Ferienzeiten der Kinder jedoch außen vor bleiben. Gut geeignet kann ein solches Modell beispielsweise für Berufe sein, in denen man recht unabhängig vom Kollegium arbeitet und kaum feste Termine wahrzunehmen sind.

Im Vorstellungsgespräch sollten Jobsuchende nachfragen, wenn ein Unternehmen mit flexiblen Arbeitszeiten wirbt. Wie kann diese Flexibilität umgesetzt werden und welche Arbeitszeitmodelle kommen überhaupt in Frage? Daraus lässt sich meist schon ableiten, wie familienfreundlich die Arbeitszeiten am Ende tatsächlich sind.

Familienfreundliche Arbeitgeber:innen: Kann zuhause oder unterwegs gearbeitet werden?

Auch die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten, wenn beispielsweise ein Kind krank ist und nicht in die Kita oder zur Schule gehen kann, spielt in dem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

Wenn ein Unternehmen damit wirbt, familienfreundlich zu sein, sollten Möglichkeiten wie diese gegeben sein. Ähnliches gilt für die Arbeit unterwegs, also beispielsweise mit einem Laptop in der Bahn, statt vor Ort im Büro.

Die Coronapandemie hat auch diesbezüglich vielerorts für Veränderungen gesorgt und in vielen Branchen war das Home Office gar zur Pflicht gemacht worden. Für Eltern oder pflegende Mitarbeiter:innen ist dies zweifelsohne eine Erleichterung für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Familienfreundlich heißt somit heute in vielen Fällen auch, dass die Präsenzpflicht am Arbeitsplatz keine allzu große Rolle (mehr) spielt und dass Mitarbeitende auch von zuhause aus flexibel arbeiten können.

Im Idealfall klären Jobsuchende schon im Vorfeld, inwieweit aus dem Home Office heraus gearbeitet werden kann und darf und welche Anforderungen – und rechtlichen Momente – daran geknüpft sind.

Können Stunden flexibel aufgestockt oder reduziert werden?

Unerwartete Ausgaben kann es mit Familie immer geben. Als praktisch erweist es sich dann, wenn man die Stunden im Job flexibel aufstocken kann und auf diese Weise ein höheres Gehalt bekommt. Andersherum kann es aber auch notwendig sein, mehr Zeit für die Familie zu haben und somit die Stunden zu reduzieren. Auch zeitweise.

Einige Arbeitgeber:innen bieten solche Möglichkeiten bereits für ihre Mitarbeiter:innen an und sorgen somit für ein hohes Maß an Flexibilität und Sicherheit. Dazu gehört es mitunter auch, die Arbeitszeit individuell zu unterbrechen und beispielsweise den Nachwuchs aus der Kita abzuholen und nach Hause zu bringen.

Sofern ein Arbeitsplatz mit solchen Möglichkeiten verbunden ist, zeigt dies vielfach, dass es das Unternehmen mit der Familienfreundlichkeit tatsächlich ernst meint. Informationen dazu kann man als Jobsuchende:r im Rahmen eines Bewerbungsgespräches bekommen.

Gibt es betriebsinterne Kinderbetreuung?

Es gibt heute bereits einige Unternehmen, die interne Kindergärten oder einen Hort betreiben. Das erleichtert für Elternteile die Kinderbetreuung in vielen Fällen und es lässt sich damit auch noch einiges an Zeit einsparen. Hinzu kommt, dass auch Arbeitgeber:innen davon profitieren, wenn die Kinderbetreuung ihrer Mitarbeiter:innen sichergestellt ist.

Trotzdem sind Kitas oder andere Betreuungsangebote, direkt von Unternehmen organisiert, noch eine Ausnahme. Große Konzerne sind es meist, die in diesem Bereich bereits aktiv sind und ihre Mitarbeitenden diesbezüglich unterstützen. Es kann aber auch andere Lösungen geben. So kann Mitarbeiter:innen die Möglichkeit geboten werden, ihre Kinder an einzelnen Tagen mit zur Arbeit zu bringen oder indem Spielzimmer zur Verfügung gestellt werden.

Familienfreundliche Arbeitgeber:innen auf dem Vormarsch

Letztlich zeigt sich – vor allem durch die Pandemie bedingt –, dass Kind und Karriere durchaus funktionieren kann. Immer mehr Arbeitgeber:innen bieten flexiblere Modelle für die Arbeit ihrer Angestellten, ermöglichen Home Office, flexible Arbeitszeiten und mehr.

Dennoch dürfte es noch eine ganze Weile dauern, bis dies in der allgemeinen Breite angekommen ist und somit alle Jobsuchenden die Chance haben, Kinder, Familie und Arbeit effektiv unter einen Hut zu bekommen. Dabei müssen Frauen jedoch noch immer mehr Hürden überwinden als Männer.

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