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Bewerbungs-Guide Teil 3: So meisterst du Jobinterviews souverän und mit Erfolg
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Bewerbungs-Guide Teil 3: So meisterst du Jobinterviews souverän und mit Erfolg

Michelle Winner | 12.07.21

Angst vor dem Bewerbungsgespräch? Das muss nicht sein. In unserem Guide zeigen wir dir, wie du dich auf das Gespräch vorbereitest und auch währenddessen selbstbewusst bleibst.

Nachdem wir dir in den ersten beiden Teilen unseres Bewerbungs-Guides gezeigt haben, wie man einen zeitgemäßen Lebenslauf erstellt und ein überzeugendes Anschreiben verfasst, kommen wir nun zum Bewerbungsgespräch. Endlich bist du eingeladen worden – und hast bereits Schweißperlen auf der Stirn? Die meisten Bewerber:innen sind vor einem Jobinterview von Nervosität geplagt, denn das Gespräch hat oft den Charakter eines Verhörs, bei dem jeder Fehler dein Aus bedeuten kann. Doch die Panik muss nicht sein. Mit einer guten Vorbereitung kannst du Bewerbungsgespräche problemlos meistern.

Vor dem Bewerbungsgespräch

Die richtige Vorbereitung auf dein Bewerbungsgespräch ist bereits die halbe Miete. Denn wenn du weißt, was dich erwartet, kannst du dich wappnen und deiner Nervosität entgegenwirken.

Das richtige Outfit

Die richtige Kleidung beim Bewerbungsgespräch bestimmt nicht nur den ersten Eindruck, den du bei deinem Gegenüber erweckst, sondern kann auch deine Nervosität mindern. Deshalb ist es wichtig, dass du ein Outfit wählst, in dem du dich wohlfühlst. Es sollte dir passen und bequem sein, selbst wenn es sich um formelle Kleidung handelt. Wie formell hängt ganz von deiner Branche und dem Unternehmen ab. In einem eher traditionellen oder konservativen Konzern könnte auf Anzug und Krawatte oder Business-Kostüm bestanden werden. In einem sehr lockeren Arbeitsumfeld kann sogar ein einfaches T-Shirt in Ordnung gehen. Als Faustregel gilt jedoch, dass du mit Hemd, Bluse oder einem anderen schicken, schlichten Oberteil und Jeans oder Rock nicht viel falsch machst.

Achte auf jeden Fall darauf, dass deine Kleidung gebügelt und frei von Flecken ist. Und abgesehen davon solltest du auch auf ein gepflegtes Äußeres achten. Das bedeutet nicht, dass du gestyled und gestriegelt wie ein Supermodel erscheinen musst. Aber frisch geduscht mit gekämmten Haaren sollte das Minimum sein. Denn bedenke: Der erste Eindruck macht viel aus und erweckst du den Anschein, dass du dir nur mal eben Klamotten übergestreift hast und losgeschlurft bist, kann dir das negativ ausgelegt werden.

Vorbereitung aufs Gespräch

Natürlich ist ein Jobinterview vor allem eines – ein Gespräch. Heißt, dein gegenüber möchte keine auswendig gelernten Monologe von dir hören. Dennoch kannst du dich aber auf bestimmte Standardfragen vorbereiten, damit du nicht ins Straucheln gerätst.

„Erzählen Sie mir etwas über sich“

Die typischste Frage im Bewerbungsgespräch, die gleichzeitig als eine Art Ice Breaker dienen soll, bringt viele Bewerber:innen aus dem Konzept. Denn die meisten sind sich nicht sicher, was das Gegenüber hören will und wie viel von sich selbst man preisgeben darf. Dabei kommt es häufig zu Fehlern: Einige Bewerber:innen erzählen beispielsweise ihren Lebenslauf nach. Das ist aber unnötig, denn diesen kennt dein Gegenüber bereits. Ebenfalls solltest du nicht zu privat werden. Beschränke dich bei dem, was du preisgibst, auf das, was dich zu der Person macht, die du heute bist. Besondere Ereignisse, wie Erfolge bei vorherigen Jobs, sind ein guter Aufhänger. Auch auf interessante Hobbys, die Einfluss auf einige deiner Soft Skills haben, kannst du eingehen. Die kranke Katze deiner Oma interessiert hingegen weniger.

Außerdem solltest du bei der Frage nicht mit einer Lobeshymne auf dich selbst antworten, denn das wirkt schnell arrogant. Konzentriere dich stattdessen auf deine Qualitäten und das, was dich ausmacht. Schreibe dir zu Hause am besten ein paar Stichworte auf, die du dann auswendig lernst und im Gespräch direkt abrufen kannst. Wenn du willst, kannst du dir die Antwort auch vor dem Spiegel vorsprechen. Achte dabei ebenfalls auf die Zeit: Dein kleiner Monolog sollte nicht zu lang werden. Halte deine Antwort also knapp und präzise.

„Was sind Ihre Schwächen?“

Auch diese Standardfrage bringt viele Bewerber:innen aus dem Konzept. Während es den meisten Menschen leicht fällt, ihre Stärken zu betonen, ist es mit den Schwächen anders. Schließlich will man sich selbst nicht schlecht darstellen oder angreifbar machen. Manche Bewerber:innen neigen daher dazu, positive Eigenschaften als Schwächen zu tarnen. „Ich hänge mich zu sehr rein und bin zu perfektionistisch“ ist eine Antwort, die den meisten Personaler:innen schon zu den Ohren herauskommt. Sei stattdessen lieber ehrlich. Jeder Mensch hat Schwächen und dein gegenüber möchte mit der Frage herausfinden, wie selbstreflektiert du bist und wie du damit umgehst.

Frage dich also bereits zu Hause, an welchen deiner Fähigkeiten du noch arbeiten oder welche du dir aneignen musst. Gib diese dann auch in deinem Gespräch an, mit dem Zusatz, dass du daran arbeiten möchtest oder bereits daran arbeitest. Hier kannst du dir auch Maßnahmen überlegen, die dir beim beseitigen deiner Schwächen helfen.

„Wieso wollen Sie für uns arbeiten?“

Um diese Frage zu beantworten, braucht es einiges an Vorarbeit. Denn sie ist deine Chance zu zeigen, dass du dich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast. Schau dir also die Firmen-Website und den Social-Media-Auftritt an und filtere heraus, was dich besonders an diesem Arbeitsplatz anspricht. Entscheide dich beispielsweise für bestimmte Punkte der Firmenpolitik, die mit deinen Werten einhergehen, oder spannende Projekte, für die das Unternehmen Verantwortung trägt. Achte nur darauf, dass deine Antwort nicht zur Schleimerei wird, bei der du wahllos alles lobst.

„Warum wollen Sie Ihr derzeitiges Unternehmen verlassen?“

Jobwechsel sind heute keine Seltenheit mehr. Im Bewerbungsgespräch kann es jedoch zu dieser Frage kommen und eine gute Antwort ist hier wichtig. Verlässt du deine alte Arbeitsstelle mit Groll im Herzen, solltest du diesen herunterschlucken. Lästereien über frühere Arbeitgeber:innen kommen im Jobinterview nie gut an und sind ein absolutes No Go. Und auch „Ich möchte mehr Geld verdienen“ kommt als Antwort nicht gut an – selbst wenn es der Wahrheit entspricht. Etwas Schönmalerei ist hier erlaubt. Stelle den Jobwechsel als Chance dar. Du möchtest dich neuen Herausforderungen stellen, deinen Erfahrungshorizont erweitern und bestimmte Skills ausbauen. Eben einen Schritt weitergehen in deiner Karriere.

Während des Gesprächs

Und auch während deines Jobinterviews gibt es einiges, was es zu beachten gilt, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Auf die Körperhaltung achten

Vor Nervosität zu zittern, ist ganz normal, das weiß auch dein Gegenüber. Ein paar nervöse Gesten sind nichts, worüber du dich sorgen musst. Vermeiden solltest du jedoch, in deinem Stuhl vor und zurück zu wippen, ständig mit dem Fuß auf den Boden zu tippen oder andere „Zappelphilipp-Symptome“. Nimm stattdessen eine aufrechte Haltung auf deinem Platz ein und legte die Hände auf die Schenkel oder verschränkt in deinen Schoß, um nicht zu stark zu gestikulieren. Du kannst auch einen Stift und ein kleines Notizbuch bereithalten, um dich an etwas festzuklammern.

Abgesehen davon solltest du versuchen, ab und an Augenkontakt mit deinem Gegenüber zu halten und zu Lächeln. Einige Personen schwören außerdem darauf, die Gesprächspartner:innen zu spiegeln. Heißt, wenn dein Gegenüber einen Schluck trinkt, tust du das auch. Oder nimm eine ähnliche Haltung an. Aber Vorsicht: Übertreibst du es damit, wirkt es nicht nur unnatürlich, sondern kann von der anderen Person auch als veralbernd wahrgenommen werden.

Die richtige Motivation

Unabhängig davon, ob du einige Antworten bereits zu Hause vorbereitet hast, solltest du auch spontan auf Fragen reagieren können. Wichtig hierbei ist es, auf die richtige Motivation zu achten. Stelle dir also vor, du wirst nach deinen Zielen und Vorstellungen befragt. Meist gibt es zwei Arten von Antworten hier:

  • Meine Karriere ist mir wichtig und in den nächsten Jahren möchte ich Position XY erreichen.
  • Ich suche eine sinnstiftende Arbeit, in der ich mich selbstverwirklichen kann und die meine Werte vertritt.

Doch welche davon ist die Richtige? Die meisten Bewerber:innen tendieren dazu, eine Antwort ähnlich der ersten zu geben. Diese ist durch extrinsische Motivation geprägt und symbolisiert Zielstrebigkeit, Entschlossenheit und Ehrgeiz. Studien belegen jedoch, dass Personaler:innen intrinsische, also von inneren Werten getriebene, Motivation überzeugender finden. Also wie in der zweiten Antwort. Gerade in Branchen mit vielen Bewerber:innen, die die gleichen Qualifikationen haben, ist das Gold wert. Denn wer seine Arbeit liebt und für seine Tätigkeit lebt, ist ein wertvoller Zugewinn für ein Team. Gerade in Unternehmen, denen der „Purpose“ ihres Konzepts wichtig ist, kann die intrinsische Motivation das Zünglein an der Waage sein.

Dennoch ist auch der Wert der extrinsischen Motivation nicht zu unterschätzen. Denn sie betont deine Qualitäten, beispielsweise deine Zielstrebigkeit oder deinen Ehrgeiz. Doch solltest du im Jobinterview nun lieber deine intrinsische oder extrinsische Motivation zum Ausdruck bringen? Die Antwort hierauf ist, dass es darauf ankommt. Eher konservative Unternehmen oder solche, die vor allem auf Expansion und Profit aus sind, wissen extrinsische Beweggründe vermutlich zu schätzen. Bei anderen, die auf Purpose und Sinnhaftigkeit setzen, punktest du mit intrinsischer Motivation. Schau dir vor der Bewerbung also das Unternehmen an und wie es seine Unternehmenskultur vermittelt.

Gegenfragen bereithalten

Normalerweise werden am Ende jedes Bewerbungsgesprächs Gegenfragen zugelassen und es kann unangenehm sein, keine parat zu haben. Neben solchen, die du dir bereits im Voraus ausdenken kannst und die sich dann aber vielleicht im Laufe des Gesprächs klären, kann dir auch spontan etwas einfallen. Hat dein Gegenüber dir zum Beispiel noch nichts zu den Arbeitsabläufen erzählt? Zum Gehalt? Anderen organisatorischen Fragen? Dann ist jetzt deine Chance, diese zu stellen. Selbst dich nach dem Geld zu erkundigen, ist an diesem Punkt des Gesprächs nicht mehr voreilig, sondern durchaus angebracht.

Auch kannst du Fragen zur Arbeitsweise stellen. Wie würde dein Gegenüber das Arbeitsklima beschreiben? Wie ist der Umgang miteinander? Und wie sieht es aus mit den Werten des Unternehmens? Erkundige dich ruhig auch nach New-Work-Maßnahmen oder sozialem Engagement, wenn dir selbst viel daran liegt. Und auch Weiterbildungsmöglichkeiten dürfen erfragt werden. Besser jetzt alles, was dir wichtig ist, in Erfahrung bringen, anstatt nach den ersten Wochen festzustellen, dass dein neuer Arbeitsplatz doch nicht zu dir passt.

Wir hoffen unser kleiner Guide konnte dir die Nervosität vor dem Jobinterview nehmen. Wie es nach dem Bewerbungsgespräch weiter geht und du Verhandlungen zwecks deines Arbeitsvertrags angehst, zeigen wir dir in einem späteren Artikel unserer Reihe. Hier kommst du zu den weiteren Teilen des Bewerbungs-Guide:

Bewerbungs-Guide Teil 1: So sieht ein zeitgemäßer, überzeugender und individueller Lebenslauf aus
Bewerbungs-Guide Teil 2: So formulierst du ein überzeugendes Anschreiben und hebst dich ab

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