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Karriere Tipps
Bewerbungs-Guide Teil 4: So verhandelst du deinen Arbeitsvertrag
© Cytonn Photography - Unsplash

Bewerbungs-Guide Teil 4: So verhandelst du deinen Arbeitsvertrag

Michelle Winner | 22.07.21

Du hast den Job in der Tasche, doch jetzt geht es darum, die Details auszuhandeln. Du musst nicht alles hinnehmen und darfst deine Wünsche äußern und verhandeln.

Du hast es geschafft! Nachdem du dich gegen die Konkurrenz durchgesetzt hast, bist du fast an deinem neuen Arbeitsplatz angekommen. Doch es gibt noch eine weitere kleine Hürde für dich. Diese zu meistern ist wichtig, da sie direkten Einfluss auf deine Zufriedenheit im Job hat: Der Arbeitsvertrag. Zu oft vergessen Bewerber:innen in der Freude über die Zusage, dass es im Vertrag Punkte gibt, die vielleicht verhandelt oder festgehalten werden müssen. Damit du weißt, wie das geht, haben wir die wichtigsten Verhandlungsobjekte für dich zusammengefasst.

1. Das Gehalt

Die Verhandlungen übers Gehalt finden teilweise schon am Ende des Bewerbungsgesprächs statt, spätestens aber, wenn es um den Arbeitsvertrag geht. Um hier vorbereitet ins Gespräch zu starten, solltest du dich darüber erkundigen, welche Gehaltshöhe der Standard in deiner Branche und Position ist. Beachte dabei, dass Durchschnittsgehälter nicht immer der Realität entsprechen: Faktoren wie Unternehmensgröße und Region haben großen Einfluss auf die Höhe deines Gehalts. Liegt dein Gehalt im Normalbereich oder leicht darüber, wirst du vermutlich wenig Verhandlungschancen haben. Stattdessen kannst du aber versuchen, andere Leistungen geltend zu machen.

Leistung muss nicht immer über das Gehalt honoriert werden. Du kannst beispielsweise versuchen, Zuschüsse für den Kindergarten oder zu deinen Fahrkarten auszuhandeln. Auch Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld können im Arbeitsvertrag festgehalten werden, aber Achtung: Dazu kommt meistens eine Klausel, die besagt, dass beides jederzeit wegfallen kann. Übrigens solltest du auch auf die Stundenzahl achten, die du für ein bestimmtes Gehalt leisten musst, da diese einen großen Unterschied machen kann.

Sachleistungen

Anstelle von finanziellen Extraleistungen, können auch Sachleistungen in deinem Arbeitsvertrag festgehalten werden. Darunter fallen beispielsweise auch Dienstwagen und Firmenhandy. In den letzten Jahren wurde es außerdem beliebt, Weiterbildungen vertraglich festzuhalten. Heißt, dein Unternehmen zahlt dir einmal im Jahr eine Weiterbildung.

2. Die Arbeitszeit

Flexible Arbeitsmodelle werden immer beliebter, sollten aber unbedingt im Arbeitsvertrag festgehalten und geregelt werden. Besonders Regelungen zum Home Office lassen sich meist gut Verhandeln, ebenso wie Gleitzeit. Arbeitsmodelle wie die Vier-Tage-Woche betreffen eher das gesamte Unternehmen – du wirst dieses Modell also nicht nur für dich allein heraushandeln können. Abgesehen davon kannst du versuchen, mehr Urlaubstage anstelle einer Erhöhung des Gehalts zu erwirken. Dafür sind viele Arbeitgeber:innen offen.

Wichtig ist es zudem, dass Regelungen zu Überstunden getroffen werden. Achte dabei auch auf Klauseln, nach welchen deine Vorgesetzten dich zur Mehrarbeit „zwingen“ können. Außerdem sollte festgehalten werden, ob und wie diese entlohnt werden. Neben den gesetzlichen Regelungen kannst du beispielsweise eine Auszahlung der Überstunden aushandeln oder die Überstunden mit Freizeit ausgleichen.

3. Ständige Erreichbarkeit

Es ist wichtig, eine Linie zwischen Beruf und Freizeit ziehen zu können. Umso schädlicher können vertragliche Regelungen sein, die bestimmen, dass du auch außerhalb der offiziellen Arbeitszeit ans Telefon gehen oder E-Mails beantworten musst. Sprich diese Klauseln an und verhandele sie gegebenenfalls neu. Statt ständiger Erreichbarkeit kannst du beispielsweise die Wochenenden komplett für dich und dein Privatleben festlegen. Oder, dass du nach einer bestimmten Uhrzeit Werktags nicht mehr ans Diensthandy gehst beziehungsweise deine Mails checkst. Dein Wohlbefinden steht hier an erster Stelle, also bleib bei den Verhandlungen hartnäckig.

4. Tätigkeitsbereich

In vielen Arbeitsverträgen gibt es Regelungen dazu, dass Mitarbeiter:innen von ihrer Abteilung in eine andere versetzt werden können. Das kann zu Unmut führen, wenn du beispielsweise dein Büro verlassen musst, um stattdessen Lagerarbeiten oder ähnliches durchzuführen. Schaue dir den Vertragsteil über deinen Tätigkeitsbereich also genau an und lasse gegebenenfalls Klauseln streichen, die dich zu Arbeiten, für die du überqualifiziert bist, drängen sollen. Aber Achtung: Hierbei geht es vor allem um eine dauerhafte Veränderung des Tätigkeitsbereichs. Wenn du darum gebeten wirst, mit anzupacken, weil gerade zu wenig Leute vor Ort sind, kommt es eher überheblich rüber, wenn du ablehnst.

Traue dich nachzufragen

Gibt es unklare Punkte in deinem Arbeitsvertrag, frage bei deinen neuen Vorgesetzten nach oder hole dir Rat von einem Profi ein. Teilweise können dir auch Menschen in Online-Foren weiterhelfen. Wichtig ist, dass du dich traust Unstimmigkeiten anzusprechen und deiner Führungskraft Gegenangebote unterbreitest. Traue dich zu verhandeln und bessere Konditionen für dich herauszuschlagen, die sich auf lange Zeit betrachtet positiv auf deine Motivation und Gesundheit auswirken. Viele Arbeitgeber:innen haben heutzutage ein offenes Ohr für die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter:innen. Diese müssen es nur wagen, den Mund aufzumachen.

Falls du den Job noch nicht in der Tasche hast und noch am Anfang der Bewerbungsphase stehst, könnten dich die anderen Teile unseres Bewerbungs-Guide interessieren:

Bewerbungs-Guide Teil 1: So sieht ein zeitgemäßer, überzeugender und individueller Lebenslauf aus
Bewerbungs-Guide Teil 2: So formulierst du ein überzeugendes Anschreiben und hebst dich ab
Bewerbungs-Guide Teil 3: So meisterst du Jobinterviews souverän und mit Erfolg

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