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Human Resources
Das sind die Jobtrends 2024: Von Rage Applying bis Social Side Gigging

Das sind die Jobtrends 2024: Von Rage Applying bis Social Side Gigging

Marié Detlefsen | 30.11.23

Erfolgreich und sicher ins Jahr 2024 starten. Wir verraten dir, auf welche Jobtrends wie den Airplane Mode und Rage Applying du dich im nächsten Jahr einstellen solltest.

Das Jahr 2023 war wie eine Achterbahnfahrt in der Arbeitswelt. Nach Jahren des Pendelns zwischen Büro und Home Office standen Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen vor der Aufgabe, das passende Arbeitsmodell zu finden. Hybridmodelle gewannen an Beliebtheit, während einige Unternehmen sich für eine vollständige Rückkehr ins Büro entschieden und andere das Konzept des Büros gänzlich über Bord warfen. Im nächsten Jahr müssen sich diese Modelle nun behaupten, um mit neuen Veränderungen umgehen zu können. Doch welche Jobtrends lassen sich jetzt schon für 2024 erkennen? Wir haben mithilfe von deel die sieben Schlüsseltrends fürs nächste Jahr herausgesucht.

Sieben Jobtrends für 2024

Die Jobtrends für das kommende Jahr spiegeln einen tiefgreifenden Wandel wider, der sich in der Arbeitsauffassung abzeichnet. Unternehmen setzen vermehrt auf Flexibilität, individuelle Entwicklung und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter:innen. Hier sind einige der Schlüsseltrends, die für 2024 vorhergesagt werden:

Trend 1: Airplane Mode – fokussierte Arbeitszeit

Zahlreiche Apps und Tabs sind gleichzeitig geöffnet und deine Reize werden durchgehend überflutet? Die Idee, bei der Arbeit abschalten zu können, gewinnt immer mehr an Relevanz. Arbeitgeber:innen tendieren dazu, ihren Mitarbeiter:innen 100 Minuten ungestörte Fokuszeit zu gewähren. In dieser Zeit können sie lesen, Ideen entwickeln oder einfach abschalten, um danach effektiver an den Hauptaufgaben zu arbeiten.

Trend 2: „Skills-First“ Ansatz – Kompetenzen vor Abschlüssen

Wer einen guten Abschluss besitzt, hat auch Chancen auf einen guten Job. Das ist zumindest das Bild, das noch in einigen Köpfen präsent ist. Inzwischen zählen spezifische Skills jedoch für viele Recruiter noch mehr. Unternehmen erkennen zunehmend an, dass die richtigen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen wichtiger sein können als akademische Grade oder frühere Berufserfahrungen allein. Dies ermöglicht einen einfacheren Zugang für Bewerber:innen und entlastet den Arbeitsmarkt.

Bereits jetzt sieht die Plattform LinkedIn eine Zukunft, in der Unternehmen von ihren traditionellen Bewerbungsstandards abweichen und neue Aspekte mit einfließen lassen werden. Somit sollen Schul- und Hochschulabschlüsse und frühere Berufsbezeichnungen nicht mehr als zentrale Zugangsvoraussetzung gesehen, sondern der Fokus soll auf nachgewiesene Skills der Bewerber:innen gelegt werden. Das Ganze solle sich laut LinkedIn in Zukunft branchenübergreifend entwickeln und werde von einigen Betrieben bereits angestrebt. Mittlerweile seien über 80 Prozent der Arbeitgeber:innen der Meinung, dass sie ihre Angestellten auf der Grundlage ihrer Fähigkeiten und nicht ihrer Abschlüsse einstellen sollten.

Trend 3: Rage Applying – emotionale Reaktion auf Frustration

Viel Stress oder ein schlechtes Arbeitsklima werden leider auch in Zukunft noch eine Rolle spielen. Die Frustration am Arbeitsplatz kann allerdings zu überstürzten Bewerbungen führen. Arbeitnehmer:innen suchen nach besseren Jobangeboten, sei es als emotionale Kompensation oder als schnelle Reaktion auf Unzufriedenheit. Jedoch ist Vorsicht geboten, da der Sprung in eine neue Stelle nicht immer die Lösung ist. Deshalb sollten Unternehmen im Jahr 2024 besser daran arbeiten, sich den Bedürfnissen der Arbeitnehmer:innen anzunehmen, um diesen Arbeits-Negativtrend zu vermeiden.

Trend 4: Ende der Fünf-Tage-Bürowoche und Flexibilität als Norm

Die starre Fünf-Tage-Bürowoche wird zunehmend infrage gestellt und immer mehr Menschen träumen von einer Arbeitswelt, die auch nicht länger dem klassischen 9-to-5-Muster folgt. Trotz des Drucks, Mitarbeiter:innen zurück ins Büro zu holen, wird Remote-Arbeit eine bestehende Option bleiben. Die Pandemie hat zahlreiche neue Arbeitsmodelle hervorgebracht ebenso wie die damit verbundenen Vorteile. Viele Unternehmen werben daher bereits mit Home-Office-Zeit oder Remote Work. Der Fokus liegt immer weniger darauf, wo die Arbeit erledigt wird, sondern dass sie erledigt wird.


61 Prozent fordern gesetzliches Recht auf Home Office:

Unternehmen sind zurückhaltend

© bruce mars – Unsplash


Trend 5: Queenagers – erfahrene Arbeitskräfte im Wandel

Arbeitnehmer:innen zwischen 45 und 65 Jahren werden mehr in den Fokus rücken. Diese „Queenagers“ haben in den 1980er Jahren ihre Karrieren begonnen und sind heute oftmals gestandene Fachkräfte mit teilweise hohen Einkommen. Die Generation X ist mit rund 16,5 Millionen Beschäftigten die größte und doch eine oft übersehene Gruppe am Arbeitsmarkt. Obwohl sich diese Generation durch gute Berufserfahrung und eine hohe Verantwortung im privaten Bereich auszeichnet, oft in Form von Kindererziehung und der Pflege älterer Verwandter, steht sie häufig im Schatten anderer. Dies wird sich insbesondere durch den stärker werdenden Fachkräftemangel in den nächsten Jahren ändern.

Trend 6: Social Side Gigging – soziale Nebenbeschäftigungen

Arbeit im Home Office kann schnell eintönig und einsam werden, insbesondere wenn man seine Kolleg:innen nur über Bildschirme sieht. Um dem sozialen Gefälle entgegenzuwirken, das durch Remote-Arbeit entstanden ist, neigen viele Angestellte dazu, Nebenbeschäftigungen anzunehmen – ein Phänomen, das als „Social Side Gigging“ bekannt ist. Diese zusätzlichen Tätigkeiten bieten mehr soziale Interaktion oder dienen sogar als kreativer Ausgleich.

Trend 7: Ungefiltertes Zooming – Authentizität im Fokus

Der Trend geht 2024 weg von digitalen Hintergründen bei Videokonferenzen hin zu mehr Authentizität. Insbesondere die Gen Z legt großen Wert auf Echtheit und wertebasiertes Arbeiten. Mottos wie „Hashtag no Filter“ werden also auch im nächsten Jahr eine größere Rolle spielen, angefangen bei einem realen Hintergrund in einem Online Meeting.

Trends als Richtungsweiser sehen

Die Jobtrends 2024 können ein Indikator dafür sein, welche Veränderungen nächstes Jahr auf Unternehmen und Arbeitnehmer:innen treffen. Die Trends zeigen, dass sich die Arbeitswelt in Richtung Flexibilität, Authentizität und der Anerkennung von Fähigkeiten bewegt. Was nächstes Jahr genau passieren wird, kann niemand vorhersagen, doch ein Blick in die Trends kann definitiv eine Entscheidungshilfe darstellen.

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