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Human Resources
Gen Z mit klaren Ansprüchen an Jobs: Unternehmen sehen Selbstüberschätzung

Gen Z mit klaren Ansprüchen an Jobs: Unternehmen sehen Selbstüberschätzung

Marié Detlefsen | 13.09.23

Die Gen Z hat klare Erwartungen an Arbeitgeber:innen und stellt diese zuweilen auf die Probe, während Unternehmen mit einem wachsenden Fachkräftemangel ringen. Erfahre, welche Diskrepanzen es zwischen beiden Parteien auf dem Arbeitsmarkt gibt.

Die Generation Z erobert zunehmend den Arbeitsmarkt und bringt eine Menge Ansprüche mit sich. Diese junge Generation, die zwischen Mitte der 1990er und Mitte der 2010er Jahre geboren wurde, zeigt sich äußerst selbstsicher und hat klare Vorstellungen von ihrem beruflichen Werdegang: attraktives Gehalt, flexible Arbeitsmodelle und Selbstständigkeit im Job. Aufgrund des andauernden Fachkräftemangels stehen Unternehmen vor der Herausforderung, die Erwartungen der Gen Z zu erfüllen, da sie ansonsten nicht beim Wettbewerb um die besten Talente mithalten können. Aber können sich junge Talente einfach so ihre:n Arbeitgeber:in aussuchen oder ist dies nur Wunschdenken? Wie sieht es wirklich aus auf dem Arbeitsmarkt? Eine aktuelle Erhebung von JobTeaser, zeigt die Kontraste zwischen den Ansprüchen der Gen Z und der Realität in Unternehmen. Wir haben für dir die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Gen Z ist wechselwillig und zukunftsunsicher

Die Umfrage wurde von JobTeaser in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Kantar im Sommer 2023 durchgeführt. Befragt wurden 499 Studierende und 500 Berufsanfänger:innen im Alter von 18 bis 27 Jahren sowie 700 Personalverantwortliche aus Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten. Die Ergebnisse zeigen, dass die jungen Talente der Gen Z zwar keine klaren Karrierewege vor Augen haben, aber dennoch von ihrer eigenen Selbstsicherheit getragen werden. Die Generation macht Unternehmen vor allem eins klar: Sie ist ehrgeizig, talentiert und auf der Suche nach finanzieller Stabilität.

So geben zwei Drittel (64 Prozent) der Studierenden an, sich um ihre berufliche Zukunft zu sorgen. Fast die Hälfte (46 Prozent) fürchtet, ihr Leben nicht finanzieren zu können. Und nahezu drei Viertel (72 Prozent) haben noch keine klare Vorstellung von ihrer Zukunft vor Augen. Als Hauptgrund hierfür wird vor allem die mangelnde Vorbereitung auf den Berufseintritt (35 Prozent) genannt.

Abbildung: Was versperrt der Gen Z (noch) den Blick auf den Karriereweg?
Was versperrt der Gen Z (noch) den Blick auf den Karriereweg, © JobTeaser

Es überrascht hingegen nicht, dass die wirtschaftliche Unsicherheit die Karriereplanung der Gen Z maßgeblich beeinflusst. Ein Viertel der Studierenden und ein Drittel der Berufsanfänger:innen haben derzeit höhere Erwartungen an ihre Karriereplanung. Für die Mehrheit (54 Prozent) von ihnen steht das Gehalt an erster Stelle. Die Erhebung enthüllt jedoch, dass viele junge Talente ihre Karrierepläne ohne Rücksicht auf Unternehmen schmieden. Etwa 36 Prozent der Berufsanfänger:innen planen, ihren aktuellen Arbeitsplatz innerhalb des nächsten Jahres zu verlassen. Die Gründe umfassen unter anderem ein besseres Gehalt (54 Prozent), eine ausgewogenere Work-Life-Balance (41 Prozent) und mehr Flexibilität bei der Arbeit (36 Prozent).

Unternehmen stehen vor Problemsituation

Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels sind Unternehmen in der Zwickmühle. Während die Mehrheit der Personalverantwortlichen Schwierigkeiten hat, junge Bewerber:innen zu finden, führen derzeit die Hälfte der Vorstellungsgespräche zu Stellenangeboten für die Gen Z.

Deutlich wird:

  • Jedes zweite Vorstellungsgespräch führt derzeit zu einem Stellenangebot.
  • 64 Prozent der Personalverantwortlichen haben Schwierigkeiten, junge Bewerber:innen zu finden.
  • 46 Prozent halten dies für schwieriger als im Vorjahr.

Daher beabsichtigen derzeit 43 Prozent der Unternehmen und sogar 48 Prozent der Großkonzerne, ihre Rekrutierungsbemühungen im Vergleich zu 2022 zu intensivieren, um mehr Auswahl im Prozess zu haben. Zugleich planen 43 Prozent der Unternehmen, ihre bisherige Rekrutierungsstrategie beizubehalten. Jedoch sind ihre Personalverantwortlichen oft mit begrenzten Ressourcen konfrontiert. Gleichzeitig sehen sie sich einer verstärkten Konkurrenz um eine begrenzte Anzahl von jungen Talenten gegenüber. Dies führt zwangsläufig zu einem verstärkten Druck, die Rekrutierungsprozesse effizienter zu gestalten, da im Idealfall jeder Rekrutierungsversuch erfolgreich sein sollte.

Gen Z überschätzt laut Unternehmen ihre Fähigkeiten

In dieser Hinsicht stehen Unternehmen auch vor einer weiteren Herausforderung: Der Nachwuchs aus der Gen Z zeigt oft ein starkes Selbstbewusstsein und erkennt seinen eigenen Wert, jedoch neigt er dazu, seine eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Laut der Umfrage sehen Personalverantwortliche diesbezüglich noch einige Defizite bei den jungen Bewerber:innen. Sowohl in Bezug auf die Erwartungen an zukünftige Jobs und Aufgaben (38 Prozent) als auch bei der Selbsteinschätzung der beruflichen Stärken und Schwächen (48 Prozent) gibt es laut Recruitern Raum zur Verbesserung.

Diese Defizite sehen Recruiter bei der Gen Z
Diese Defizite sehen Recruiter bei der Gen Z, © JobTeaser

Die Erhebung zeigt auch, dass die Gen Z sich ihrer eigenen Fähigkeiten oft zu sicher ist und klare Erwartungen an Unternehmen hat. Sie fordert mehr Informationen über relevante Jobs, den Austausch mit Berufstätigen und Tipps für den Bewerbungsprozess. Dies stellt Unternehmen und Hochschulen vor die Aufgabe, als Brückenbauer:innen und Wegweiser:innen zu fungieren, um die Erwartungen der Gen Z zu erfüllen und sie besser in die Berufswelt einzuführen. Adrien Ledoux, CEO von JobTeaser, sagt hierzu:

Natürlich wollen sich Unternehmen nicht für die Erstbesten entscheiden, die dann möglicherweise schnell wieder den Arbeitgeber wechseln. Damit sich der Aufwand und die Suche nach dem passenden Match aber wirklich lohnen, ist es wichtig, dass es für beide Seiten auf Anhieb passt. Und auf lange Sicht. Auch deshalb wird es für die Unternehmen immer wichtiger, schon frühzeitig vor Abschluss des Studiums an den Hochschulen und Universitäten präsent zu sein. Als erkennbare starke Arbeitgebermarke. Mit attraktiven Angeboten. Und mit den Career Centern als Bindeglied zwischen der akademischen Welt und der Welt der Unternehmen.


Attraktives Gehalt im Job ist für alle Generationen am wichtigsten

Abbildung von vielen verschiedenen Geldscheinen.
© Ibrahim Boran – Unsplash

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