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Büroalltag
Führungskräfte fühlen sich für neue Herausforderungen gewappnet – Angestellte sehen das anders

Führungskräfte fühlen sich für neue Herausforderungen gewappnet – Angestellte sehen das anders

Michelle Winner | 20.09.21

Die Coronapandemie bedeutete Hürden für alle. Ein Großteil der Führungskräfte erklärt jedoch, dass sie ihre Teams gut auf Remote Work vorbereitet hätten. Gleichzeitig fühlen viele Mitarbeiter:innen sich im Stich gelassen.

Nicht nur Angestellte mussten sich während der Coronakrise den neuen Begebenheiten der Arbeitswelt, wie Remote Work, anpassen. Auch auf die Führungskräfte kamen und kommen viele Herausforderungen zu, die es zu bewältigen gilt. Eine Studie von Talentsoft in Zusammenarbeit mit Marktforschungsinstitut Appinio zeigt, dass die meisten Personen in Führungspositionen sich gewappnet für die Veränderungen fühlen und denken, dass sie ihre Mitarbeiter:innen während der Krise gut unterstützt haben. Das steht jedoch im Kontrast zu einigen Untersuchungen zum Wohlbefinden von Angestellten.

Führungskräfte fühlen sich gewappnet, Angestellte sich im Stich gelassen

Dass zu Beginn des „Corona-Home-Office“ alles etwas holprig lief, ist verständlich. Auch Führungskräfte wurden plötzlich in eine neue Situation geworfen und mussten mit dieser umzugehen lernen. Doch jetzt, nach weit mehr als einem Jahr Pandemie, fällt die Einschätzung positiv aus. 91,4 Prozent der Führungskräfte geben an, dass sie ihr Team bei der Anpassung an die neuen Gegebenheiten unterstützt hätten. Lediglich 8,6 Prozent geben zu, das bisher vernachlässigt zu haben. Doch diese Selbsteinschätzung scheint nicht mit der Wahrnehmung der Mitarbeiter:innen einherzugehen.

So zeigt das Randstad Arbeitsbarometer, dass viele Angestellte sich in den Monaten des Lockdowns im Stich gelassen fühlten. Ein Drittel gibt dabei an, dass es vor allem an emotionaler Unterstützung fehle und Vorgesetzte die psychische Gesundheit außer Acht ließen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass eine Peakon-Studie offen legt, dass 22 Prozent der Mitarbeiter:innen Burnout-gefährdet sind. Die mentale Gesundheit sowie emotionaler Support sind für viele Arbeitnehmer:innen omnipräsente Themen während der Pandemie geworden und Führungskräfte sind dazu angehalten, auch hierbei für das Wohlbefinden ihrer Angestellten zu sorgen. Auch wenn es verständlich ist, dass sie sich zunächst um die technischen Hürden des Home Office gekümmert haben.

Remote Work braucht neue Führungsstrategien

Und auch die Talentsoft-Studie zeigt, dass sich 27,6 Prozent der Angestellten mehr Unterstützung von ihren Vorgesetzten wünschen. Umso wichtiger ist es, dass Führungskräfte sich trotz Mehrbelastung neue Kompetenzen aneignen – besonders auch hinsichtlich Remote Work, da diese uns auch nach der Pandemie weiter begleiten wird. Elton Schwerzel, Managing Director DACH bei Talentsoft, erklärt:

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Pandemie nicht nur für das Team herausfordernd war und ist, sondern auch für die Führungskräfte. Führungskräfte haben eine Doppelbelastung: Einerseits Mitarbeitende in herausfordernden Zeiten effizient führen, andererseits sich selbst weiterentwickeln und an neue Situationen anpassen. Hier sind regelmäßige Fort- und Weiterbildungen grade in den Bereichen Soft Skills und Selbstorganisation enorm relevant.

Erste Maßnahmen wurden jedoch bereits getroffen: Die Hälfte der Befragten hat bereits Fortbildungen zu fachlichen Kompetenzen absolviert und 29 Prozent zum Zeitmanagement im Home Office. Andere wichtige Skills stehen bisher jedoch nur auf der Wunschliste: Weiterbildungen hinsichtlich Kommunikation erwägen 38,1 Prozent, zur Digitalisierung 37,1 Prozent und nur 25 Prozent wollen sich in Sachen Selbstorganisation und Softskills fortbilden. Doch gerade Softskills und Kommunikation sind immens wichtig, wenn es darum geht Empathie für die Probleme der Angestellten zu zeigen und gemeinsam mit diesen an Lösungen zu arbeiten, die das psychische Wohlbefinden schützen.

Auch Führungskräfte bemerken die Vorteile von Remote Work

Die Zahl der Führungskräfte, die seit Beginn der Pandemie komplett im Home Office tätig sind, ist von zehn Prozent auf 21 Prozent gestiegen. Die Befragten wurden außerdem dazu aufgefordert, ihre Work-Life-Balance durch Remote Work einzuschätzen. 48,5 Prozent erklären, dass sie keine große Veränderung spüren. Gleichzeitig sehen 51,5 Prozent eine Verbesserung – Arbeit und Privatleben sind für sie gut voneinander zu trennen. Es zeigt sich also, dass nicht nur die Angestellten sich an die Arbeit von zu Hause aus gewöhnt haben und diese zu schätzen wissen, sondern auch viele der Führungskräfte.

Die Studien zeigen, dass viele Führungskräfte bemüht darum sind und waren, den Umstieg zu Remote Work angenehm und effektiv zu gestalten. Gleichzeitig gibt es viel Nachholbedarf in Sachen emotionale und psychologische Unterstützung. Die Mental Health der Mitarbeiter:innen muss für Führungskräfte genauso wichtig sein, wie die technische Umstellung auf Remote Work.

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